Regionaler Industrieumsatz legt deutlich zu

Alle wichtigen regionalen Industriezweige konnten Ihre Umsätze steigern.

„Der regionale Industrieumsatz hat in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,7 Prozent zugelegt. Dabei stieg der Export mit einem Plus von 19,4 Prozent deutlich stärker an als der Inlandsumsatz mit einem Zuwachs von 6,5 Prozent. Dass alle wichtigen regionalen Industriezweige ihre Umsätze steigern konnten, ist aus unserer Sicht sehr erfreulich.“ Mit diesen Worten kommentierte IHK-Präsident Felix G. Hensel eine aktuelle Auswertung der amtlichen Umsatzdaten von Betrieben im verarbeitenden Gewerbe mit mehr als 50 Mitarbeitern.

Sowohl im ersten als auch im zweiten Quartal dieses Jahres stiegen die Umsätze zweistellig an. Besonders positiv sei, dass sich das Wachstum in dieser Breite vollziehe. „Dies gilt ebenfalls in regionaler Hinsicht“, betonte Felix G. Hensel: „Sowohl im Kreis Olpe als auch im Kreis Siegen-Wittgenstein legen die Inlands- und auch Auslandsumsätze zu.“

Im Kreis Siegen-Wittgenstein fällt das aktuelle Plus mit 17,7 Prozent deutlich höher aus als im Kreis Olpe mit plus 3,5 Prozent. Der Grund dafür sei auch ein Basiseffekt, ergänzt IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener: „2016 hinkten mit dem Anlagenbau und der Metallerzeugung die Schwerpunktbranchen im Siegerland und Umgebung bei der Umsatzentwicklung hinterher. Gut, dass diese Zweige wieder aufschließen. Im Kreis Olpe liegt das Schwergewicht vor allem bei den Autozulieferern und bei Bauvorprodukten. Diese Bereiche liefen schon im Vorjahr gut. Auf ohnehin schon hohem Niveau legen die Unternehmen im Südsauerland nun noch einmal zu.“

Das regionale Umsatzplus fällt deutlich höher aus als in ganz NRW (plus 7,2 Prozent). Die positive Entwicklung macht sich auch in steigender Beschäftigung bemerkbar. Im verarbeitenden Gewerbe der Region arbeiten aktuell rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr als vor einem Jahr. Der regionale Anstieg fällt mit plus 0,5 Prozent genauso hoch aus wie in NRW. Bei der Beschäftigtenentwicklung holt der Kreis Siegen-Wittgenstein mit einem Plus von 1,0 Prozent spürbar auf, allerdings nicht überall. So verzeichnen die Unternehmen des Maschinenbaus (minus 7,2 Prozent) und der Metallerzeugung (minus 1,1 Prozent) eine rückläufige Beschäftigungslage. Im Kreis Olpe blieb die Beschäftigung mit minus 0,2 Prozent annähernd stabil, auf sehr hohem Niveau.

Trotz der guten Zahlen warnt die IHK jedoch vor zu viel Euphorie. Immer noch fallen die Investitionen zu zurückhaltend aus. Angesichts des Wachstums wünsche man sich hier eine deutlichere Belebung. Hinzu kämen die geopolitischen Unsicherheiten, die weiter sehr ausgeprägt seien und beträchtliche Konjunkturrisiken darstellten. Klaus Gräbener: „Zwar brummt es derzeit nahezu überall. Niemand weiß jedoch, wie sich die neuesten Kartellermittlungen gegen deutsche Autobauer, der Brexit oder die geplanten US-Sanktionen gegen Russland auf heimische Unternehmen auswirken werden. An Risiken, die sich sehr schnell sehr negativ auf wichtige heimische Branchen und Unternehmen auswirken können, mangelt es wahrlich nicht.“

Beim regionalen Maschinenbau bleibt der Inlandsumsatz mit einem Minus von 10 Prozent ein Schwachpunkt. Der Export der Branche legte aber um 31,2 Prozent zu, so dass der Gesamtumsatz um 9,6 Prozent stieg. Bei den Herstellern von Metallerzeugnissen, vor allem Autozulieferer der Region, kletterte der Umsatz insgesamt um 6,2 Prozent. Inlands- (plus 6,1 Prozent) und Auslandsgeschäfte (plus 6,3 Prozent) stiegen in gleichem Maße. Felix G. Hensel: „Erfreulich ist aus Sicht der IHK auch, dass die Metallerzeuger und -bearbeiter, hierunter fallen die in den letzten Jahren stark gebeutelten Rohrhersteller und Gießereien, ihre Umsätze um insgesamt 19,4 Prozent steigern konnten. Auch in diesem Wirtschaftszweig wuchsen Inlands- (plus 19,5 Prozent) und Auslandsumsätze (plus 19,1 Prozent) in etwa gleich stark. Nach wie vor läuft es jedoch nicht für jedes Unternehmen in dieser Branche gut.“

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