„24-Stunden-Streiks scheinbar von langer Hand vorbereitet“

Als „überflüssig, rechtswidrig und schädlich“ haben die NRW-Metallarbeitgeber die Einleitung von Ganztagesstreiks durch die IG Metall kritisiert. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen, Dr. Luitwin Mallmann, warf der IG Metall vor, eine Lösung der laufenden Tarifrunde von vornherein nur nach verschärften Arbeitskampfmaßnahmen angestrebt zu haben. „Für eine derartige Eskalation habe ich kein Verständnis“, sagte er am Mittwoch in Düsseldorf. Die am vergangenen Wochenende in Stuttgart abgebrochenen Verhandlungen seien bereits weit fortgeschritten gewesen, als die IG Metall den Arbeitgebern am Samstagmorgen „ultimativ ein völlig überzogenes und deshalb unannehmbares Forderungspaket“ vorgelegt habe. „Das konnten wir beim besten Willen nicht annehmen“, erklärte er. Hier gebe es einen engen Schulterschluss zwischen allen Metallarbeitgeberverbänden in Deutschland.

Angesichts der nach wie vor bestehenden Forderung nach einem Teillohnausgleich für ausgewählte Beschäftigtengruppen werde METALL NRW nun in einem Hauptsacheverfahren gegen die rechtswidrigen Streikmaßnahmen der IG Metall am Arbeitsgericht in Frankfurt klagen. „Die Gewerkschaft will, dass die Unternehmen Mitarbeiter für gleiche Arbeitsleistung unterschiedlich vergüten. Das wäre eine im Kern rechtswidrige Forderung, für die nicht gestreikt werden darf“, betonte Mallmann. In Deutschland könnten dies nur Gerichte feststellen. Sie anzurufen stünde jedermann frei. Stelle das Gericht eine Rechtswidrigkeit der Forderung und des Streiks fest, dann müsse die IG Metall mit Schadensersatzforderungen in beträchtlichem Umfang rechnen. Die Gewerkschaft wisse sehr genau um die Störanfälligkeit der internationalen Lieferketten in der global vernetzten deutschen Metall- und Elektroindustrie. „24-Stunden-Streiks gehen nicht nur richtig ins Geld, sondern verspielen viel Vertrauen bei unseren Kunden“, sagte er.

Mallmann forderte die IG Metall auf, gemeinsam mit den Arbeitgebern alle Möglichkeiten auszuloten, doch noch zu einer tragfähigen Lösung in der Tarifauseinandersetzung zu kommen. „Sonst taumelt der größte deutsche Industriezweig in einen Flächenstreik“, erklärte Mallmann. In einem auf Arbeitskampf programmierten Tarifklima lasse sich ein vernünftiger und für beide Seiten tragfähiger Kompromiss jedenfalls nicht erreichen. Der IG Metall müsse klar werden, dass die Unternehmen eine verfehlte Tarifpolitik nicht mittragen könnten, die den Betrieben Arbeitsvolumen in Zeiten von Fachkräftemangel wegnehme und dazu die Arbeitskosten in gänzlich unverträgliche Höhen treibe.

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