Uni zum Anfassen

Zum zweiten Mal fand die Offene Uni auf dem Schlossplatz in Siegen statt. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der Uni Siegen zu werfen.

Führungen durch die „Teilbibliothek Unteres Schloss“ im ehemaligen Gefängnis, Live-Musik und Akrobatik auf der Bühne und jede Menge Ausstellungen, Experimente und Mitmach-Aktionen an den Ständen lockten viele Bürgerinnen und Bürger am Samstag zur Offenen Uni. Studieninteressierte konnten sich über ihren Wunschstudiengang, studentische Initiativen und die Universität informieren. Das große Uni-Fest fand in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal auf dem zentralen Schlossplatz auf dem Campus Unteres Schloss statt – und das bei bestem vorsommerlichen Wetter.

Offiziell eröffneten Uni-Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart und Siegens Bürgermeister Steffen Mues die Offene Uni. Beide zeigten sich begeistert über die Entwicklung der Uni in der Stadtmitte. „Durch den Campus Unteres Schloss bieten wir eine Hochschule zum Anfassen, nicht nur während der Offenen Uni, sondern fortlaufend im Hochschulalltag“, sagte Rektor Holger Burckhart. „Die Uni und ihre Studierenden beleben die Stadt und machen sie immer attraktiver“, fand Bürgermeister Steffen Mues. Gemeinsam möchten sich beide dafür einsetzen, dass in den kommenden Jahren noch mehr Universität in die Innenstadt kommt. Den Anfang machen der Bau eines Hörsaal- und Seminarzentrums in der obersten Etage des Karstadt-Gebäudes, sowie die neue Innenstadtmensa, die derzeit am Obergraben entsteht.

An insgesamt 38 Ständen auf dem Schlossplatz konnten BesucherInnen der Offenen Uni Forschung hautnah erleben: Nikotin-Entwöhnung in der Virtuellen Realität, Pflaster, die Entzündungen erkennen, oder Comic-Forschung – Studierende und WissenschaftlerInnen stellten ihre Forschung zum Anfassen und Ausprobieren vor. Kinder konnten zum Beispiel kleine, selbstfahrende Autos bauen und Schmetterlinge unter hochauflösenden Mikroskopen bestaunen. OberstufenschülerInnen aus der Region haben in den vergangenen Monaten an einem Chemie-Schnupperkurs der Uni Siegen teilgenommen – zum Beispiel Leonie vom St. Franziskus Gymnasium in Olpe. Die 11.-Klässlerin stellte bei der Offenen Uni zusammen mit ihren Schulfreundinnen die Ergebnisse des Kurses vor: unter anderem Kunststoff-Experimente zum Nachmachen – grüne und rote Flüssigkeiten, die ihren Aggregatzustand änderten und zu einer glibberigen Masse wurden. Was sie nach dem Abi machen möchte, weiß Leonie schon jetzt: „An der Uni Siegen Chemie studieren, weil der Studiengang so praxisnah und wichtig für den Alltag ist.“

Aktuelle Auszubildende der Uni informierten bei der Offenen Uni über mögliche Ausbildungsberufe an der Hochschule. „Einige sind überrascht, dass wir an der Uni auch ausbilden und finden es sehr spannend, wie breit wir aufgestellt sind – von den Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste über Bürokaufleute bis hin zu FachinformatikerInnen“, erzählte Rita Wagener-Rasch, Ausbildungsbeauftrage der Uni Siegen.

Die Zentrale Studienberatung (ZSB) informierte an ihrem Stand über Studiengänge, Zulassungsbeschränkungen, Bewerbungsverfahren, und -fristen. Das Info-Programm „Ready to Study“ der ZSB fand im benachbarten Ludwig-Wittgenstein-Haus statt. Studierende berichteten dort über ihre Uni-Erfahrungen – von Lehramt über Betriebswirtschaftslehre (BWL) bis hin zu Maschinenbau. Die ZSB gab Antworten auf häufige Fragen: Was kostet ein Studium, welche finanzielle Unterstützung kann ich bekommen und was kann ich später beruflich mit meinem Abschluss machen? Schulabsolventin Laura war beispielsweise aus Olpe angereist, um über die Vor- und Nachteile ihres Wunschstudiums Lehramt in Spanisch und Religion zu erfahren. Im vergangenen Jahr hat sie ihr Abitur gemacht und möchte ab dem Sommer an der Uni Siegen studieren.

Viele BürgerInnen nutzen die Offene Uni auch, um im wahrsten Sinne des Wortes hinter die Kulissen zu blicken. In Führungen erfuhren sie, wie aus der ehemaligen Fürsten-Residenz das Gefängnis und aus dem Gefängnis die Uni-Bibliothek wurde. Auf der Bühne spielten Singer-Songwriter, Indie-Bands und die Uni Big Band. Die Akrobatik-Gruppe des Hochschulsports begeisterte mit gewagten Formationen. Alle KünstlerInnen hatten sich über Facebook beworben und sind aktuelle oder ehemalige Studierende und MitarbeiterInnen der Uni. Unter dem Motto „Wir müssen reden“ diskutierten Studierende und Uni-MitarbeiterInnen außerdem die Frage: „Siegen – Unistadt oder Stadt mit Uni?“

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