Auch am Montag kam das Leitbild des Campus Buschhütten wieder zum Tragen: Wir produzieren. Zukunft. Über dieses moderne Format eines Wissens- und Technologietransfers informierte sich Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, bei einem Vor-Ort-Besuch. Im Zentrum des Austausches mit Vertreterinnen und Vertretern des Campus Buschhütten stand die Bedeutung von KI für Technikwissenschaften und neue Möglichkeiten des Studienangebots im Zuge der Novellierung des Hochschulgesetzes.
In wenigen Jahren hat der Campus Buschhütten, der sich als ein „Innovation Hub für nachhaltige Produktionstechnik“ versteht, ein beachtliches Netzwerk geknüpft. Universitäre Forschung mit derzeit sechs Lehrstühlen im Wesentlichen der Universität Siegen und die industrielle Praxis in Form von nahezu 100 Unternehmen aus Industrie und IT, die sich mit ihrem Erfahrungswissen hier angedockt haben, arbeiten im Campus Buschhütten in kreativen Allianzen unter einem Dach zusammen. Ziel ist es, vergleichsweise schnell Innovationen von Relevanz für Wirtschaft und Gesellschaft hervorzubringen. In hochmodern ausgerüsteten Microfactories sowie Innovationsfeldern zu Querschnittsthemen wie beispielsweise „Digitaler Zwilling“ wird hier, organisiert durch die SDFS Smarte Demonstrationsfabrik Siegen, geforscht, demonstriert und im Sinne von Prototypenfertigung produziert. Zudem wird gelehrt und, überbetrieblich organisiert durch die SLB Smarte Lernfabrik Buschhütten, Weiterbildung mit Fokus auf KI-Unterstützung angeboten.

Dr. Gabriele Barten hob die funktionierende Verzahnung zwischen Wissenschaft und Praxisanwendung hervor.
Wissenschaftsministerin Ina Brandes lobte die Bemühungen in Buschhütten: „Unser volkswirtschaftlicher Wohlstand in Deutschland beruht zu einem nennenswerten Teil darauf, dass den Menschen hier immer etwas eingefallen ist und sie daraus ein funktionierendes Geschäftsmodell entwickelt haben. Der Campus Buschhütten ist dafür ein hervorragendes Beispiel: Hier werden aus wissenschaftlichen Erkenntnissen neue Produkte entwickelt, um daraus Wertschöpfung zu erzielen. Dem Dreiklang aus Forschung, Innovation und Transfer verdanken wir gute Arbeit, Wohlstand und soziale Sicherheit – und stärken damit den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen.“
Gerade im Zusammenspiel von Forschung, industrieller Anwendung und Qualifizierung wird deutlich, welches Potenzial in KI-gestützten Technologien für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen liegt. Der Campus Buschhütten bietet hierfür ein besonders anschauliches Beispiel, weil hier neue Technologien nicht nur erforscht, sondern gemeinsam mit Unternehmen unmittelbar in die praktische Umsetzung überführt werden. Wie grundlegend dieses Thema für die Zukunft des Industriestandorts ist, betont auch Prof. Dr.-Ing Peter Burggräf, Lehrstuhlinhaber für Produktionsmanagement an der Universität Siegen: „Die Zukunft des Hochtechnologiestandorts Deutschland hängt davon ab, wie wir KI-Technologien in unsere Industrie integrieren. Wir müssen KI verstehen, einsetzen und steuern können. Dafür benötigen wir eine starke Vernetzung von Universitäten und Unternehmen. Am Campus Buschhütten ist diese Zusammenarbeit bereits Realität.“
Im Rahmen eines Rundganges wurde die Bedeutung von KI für die Produktionstechnik noch einmal deutlich.
Zuvor hatte auch Prof. Dr.-Ing Stefanie Reese, Rektorin der Universität Siegen an der Gesprächsrunde teilgenommen und sich überzeugt vom Konzept gezeigt: „In einer alternden und zunehmend diversen Gesellschaft sind Weiterbildung und lebenslanges Lernen entscheidend und angesichts des rasanten Wandels durch KI dringlicher denn je. Eine lohnende Aufgabe für unsere Universität und eine wichtige Brücke zur Wirtschaft.“
Im Zentrum dieser Erfolgsgeschichte steht die SDFS mit ihrem geistigen Vater Peter Burggräf. Offensichtlich werden hier die richtigen Themenkomplexe in der richtigen Art und Weise bearbeitet: „Digitalisierung und Nachhaltigkeit von Produktionsprozessen“, „Kreislaufwirtschaft“ sowie „neue Fertigungsverfahren“ wie additive Fertigung für Metall. Der Nutzen für die Region: Die innovativen Erkenntnisse geben den Partnerunternehmen im vorwettbewerblichen Feld wertvolle Impulse, die ihnen helfen, sich für ihre Zukunft besser aufzustellen. Zudem fließen die Erkenntnisse in die universitäre Lehre und in das überbetriebliche Angebot an modernen Aus- und Weiterbildungsmodulen.

Dr. Thorsten Doublet, Geschäftsführer der Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein, richtete den Blick auf die sinkende Zahl der Erwerbstätigen in Südwestfalen.
Dr. Gabriele Barten, verantwortlich für Strategie und Konzeption des Campus Buschhütten, hob die Erfolgsfaktoren noch einmal hervor: „Allem voran ist es der ganzheitliche Ansatz, konkret der gelebte Transfer, das Bekenntnis zur Nachhaltigkeit, verstanden als Dreiklang aus Ökologie, Ökonomie und Sozialem und die Kollaboration unter einem Dach. Und das in Verbindung mit einem Mindset, der ein ,weg vom Abschotten, hin zur Open source‘ beinhaltet. Denn Wissen wächst bekanntlich dadurch, dass man es teilt.“
Die Gründung des Campus Buschhütten basiert auf der visionären Idee von Dr.-Ing Axel Barten, der „als Siegerländer Urgestein“ 40 Jahre als Geschäftsführender Gesellschafter in der achten Generation nach Engelhard Achenbach das Unternehmen Achenbach Buschhütten geführt hat. 1452 gegründet ist Achenbach Buschhütten wohl das älteste familiengeführte Industrieunternehmen Deutschlands.
Text: Unternehmen/Fotos: Jan Krumnow

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