Noch sind genügend Auszubildende da

Egal wie intensiv die Suche nach Lehrlingen ist – immer häufiger wird sie nicht von Erfolg gekrönt. Allein 17.000 Unternehmen aus Industrie und Handel bekamen im vergangenen Jahr keine einzige Bewerbung mehr für ihre Azubi-Stellen. Wie sieht es eigentlich in den heimischen Unternehmen aus? Konnten dort alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzt werden?

Ganz so dramatisch, wie eingangs geschildert, ist die Situation in den Industriebetrieben in Siegen-Wittgenstein noch nicht. Allerdings haben es auch die Unternehmen in unserer Region nicht mehr ganz so leicht wie früher, genügend qualifizierte Bewerber für sich zu gewinnen. Nach Angaben der Agentur für Arbeit zeigt der Ausbildungsmarkt inzwischen eine Umkehr von Angebot und Nachfrage. Das trifft auch auf die gewerblich-technischen Ausbildungsberufe zu.

Seit Oktober 2017 wurden bei der Siegener Arbeitsagentur 3.606 Ausbildungsstellen für das neue Lehrjahr ab August gemeldet. Das sind 323 Stellen mehr als im Vorjahr im Juni. Gleichzeitig ist die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber auf 2.734 gesunken – 232 weniger als im Vorjahr. Auf jeden Bewerber kommen so 1,32 Ausbildungsstellen.

Eine aktuelle Umfrage der Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein kommt zu dem Ergebnis, dass die meisten der Verbandsunternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, ihre Ausbildungsplätze zum Ausbildungsbeginn im August 2018 noch besetzen konnten. Allerdings sind auch hier rückläufige Bewerberzahlen verzeichnet worden und die Qualität der Bewerber habe ebenfalls nachgelassen. Insgesamt wird es für die Unternehmen also schwieriger, ihre Nachwuchsfachkräfte aus der Region zu rekrutieren. Das liegt unter anderem auch an dem Wunsch vieler Jugendlicher, über das Abitur und ein Studium einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen.

Dass eine gewerblich-technische Ausbildung solche Möglichkeiten ebenfalls bietet, scheint vielen Jugendlichen immer noch nicht genügend bekannt zu sein. Eine qualifizierte berufliche Ausbildung eröffnet heute viele Wege sich weiterzubilden, bis hin zu einem Hochschulabschluss. Dafür braucht man auch nicht immer das Abitur. Gleichzeitig liegen die Verdienstmöglichkeiten in vielen Fällen sogar höher als die so mancher Akademiker. Es lohnt sich also auf jeden Fall, bei der Berufswahl auch darüber nachzudenken.

Die Unternehmen in Siegen-Wittgenstein bieten dafür ein breites Spektrum an Ausbildungsmöglichkeiten und beruflichen Aufstiegsperspektiven. Eine Umfrage der IHK Siegen hat kürzlich ergeben, dass viele Betriebe deutlich mehr Jugendliche eingestellt hätten, wenn sich mehr Schulabgänger dafür interessiert hätten. Gerade vor dem Hintergrund der Digitalisierung und den damit verbundenen technischen Veränderungen sind qualifizierte Fachkräfte gesucht. Die Chancen für eine berufliche Karriere in der Industrie sind also mehr als gut.

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