Neues Hörsaal-Zentrum der Universität in Siegen

Bis 2020 entsteht im Karstadt-Gebäude in Siegen ein Hörsaal- und Seminarzentrum für den Campus Unteres Schloss der Universität Siegen.

Vorlesungen mit mehreren hundert Teilnehmenden werden in Zukunft auch auf dem Campus Unteres Schloss möglich sein. In der Mitte Siegens entsteht im Karstadt-Gebäude ein neues Hörsaal- und Seminarzentrum für die Universität Siegen. Die obere Etage des Warenhauses wird dazu in den kommenden Monaten komplett geräumt und bis 2020 umgebaut: Geplant sind drei Hörsäle, acht Seminarräume sowie ein großzügiger Foyer-Bereich. Bis zu 1.350 Studierende sollen in dem Komplex gleichzeitig lernen und arbeiten können. Die Universität investiert dafür Landesmittel in Höhe von rund 15 Millionen Euro. Die drei unteren Etagen des Gebäudes werden weiterhin von Karstadt genutzt. Das Warenhaus bleibt während der Umbau-Phase durchgehend geöffnet.

Uni-Kanzler Ulf Richter sprach bei der Vorstellung der Pläne von einem „Meilenstein für das Projekt ‚Uni in die Stadt‘“. Die Realisierung des Hörsaal- und Seminarzentrums ermögliche perspektivisch auch den geplanten Umzug weiterer Fakultäten in die Siegener Innenstadt. Davon werde ganz Siegen profitieren, betonte Bürgermeister Steffen Mues: „Was gut für die Uni ist, ist auch gut für die Stadt.“ Auch Lina Wiegmann, Leiterin der Siegener Karstadt-Filiale, begrüßte das Projekt: „Wir freuen uns, die Uni als starken und lebendigen Partner zu bekommen.“ Das Warenhaus werde den Umbau nutzen, um sich insgesamt zu modernisieren, erklärte Wiegmann. Zum Schlossplatz hin möchte Karstadt künftig ein neues gastronomisches Angebot einrichten.

594 Menschen sollen im größten der drei neuen Hörsäle Platz finden, je 202 in den beiden kleineren Sälen. Die Seminarräume sind unterschiedlich groß und fassen zwischen 41 und 79 Menschen. Das Gebäude ist komplett barrierefrei, in allen Hörsälen gibt es spezielle Plätze für Rollstuhlfahrer. Außerdem sind die drei Säle jeweils mit Großbildprojektoren, elektroakustischen Anlagen, Schwerhörigen-Anlage und automatisiert dimmbarer Beleuchtung ausgestattet. Das vorgelagerte Foyer misst gut 280 Quadratmeter und bietet durch große Fenster einen schönen Blick auf den Schlossplatz. Es kann für Veranstaltungen und Empfänge genutzt werden.

Dass es sich um ein sehr ambitioniertes Projekt handelt, machte Reinhard Quast von der Siegberg Immobilien GmbH deutlich, die den Umbau durchführt und das Hörsaalzentrum dann schlüsselfertig an die Uni verkauft. Zunächst müssten „aus einem Haus zwei Häuser gemacht werden“, erklärte Quast. Das Obergeschoss wird von den drei unteren Etagen getrennt – das betrifft auch den Brandschutz und die gesamte Haustechnik. Anschließend muss das Dach von Karstadt aufgebrochen werden, um das Hörsaal- und Seminarzentrum auf die oberste Etage „aufzusetzen“. In den Etagen darunter geht währenddessen der Kaufhaus-Betrieb normal weiter. Zwischen dem 1. November und dem 15. Januar werden die Bauarbeiten in den beiden kommenden Jahren jeweils ruhen, um das Weihnachtsgeschäft und den Weihnachtsmarkt auf dem Schlossplatz nicht zu stören.

Läuft alles nach Plan, wird das neue Hörsaal- und Seminarzentrum der Universität im August 2020 übergeben, zum Wintersemester 2020/2021 könnte der Vorlesungsbetrieb starten. Auch optisch präsentiert sich der Campus Unteres Schloss dann anders und neu: Zum Schlossplatz hin bekommt der Komplex eine helle, klar gegliederte Fassade mit zwei großzügigen Fensterreihen. Architekt Rainer Oestereich-Rappaport erklärte: „Wir haben die Fassade als Antwort auf das spätbarocke Äußere des Unteren Schlosses entworfen. Beide Gebäude zeichnen sich durch eine gewisse Disziplin aus, wirken gediegen und hochwertig.“ Das bestehende Karstadt-Gebäude aus den 70er Jahren bringe von seiner Grundstruktur her sehr gute Voraussetzungen für den Umbau mit, lobte Oestereich-Rappaport: „Wenn man neu planen würde, könnte man es nicht besser machen.“

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