Aufbruch in eine digitale Zukunft

Die Digitalisierung ist die wohl größte ökonomische Aufgabe unserer Zeit: Wir wollen die Chancen, die in der Transformation liegen, für eine moderne Wirtschaft nutzen und damit den Wohlstand von morgen sichern.

NRW hat das Zeug dazu, generativer Motor des digitalen Aufbruchs zu werden – weit über die Landesgrenzen hinaus. Ein leistungsstarker Mittelstand in Handwerk, Handel und Freien Berufen, beachtliche Entwicklungen im Dienstleistungssektor, eine wachsende Kultur- und Kreativwirtschaft und eine Industrie, die über die gesamte Wertschöpfungskette gut aufgestellt ist und die Digitalisierung als Chance begreift. All das spricht für den Digitalstandort Nordrhein-Westfalen.

Neben einer im Wandel erfahrenen starken Wirtschaft, weist NRW ein enormes Innovationspotenzial auf. Hierzu trägt eine hohe Dichte an leistungsstarken Universitäten, Fachhochschulen und international renommierten Forschungsinstituten bei, die europaweit ihresgleichen sucht.

Diese Stärken gilt es zu stärken. Mit den jungen digitalen Hubs von Land, Bund und Privaten in Aachen, Bielefeld, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Köln, Münster und Paderborn haben sich in jüngerer Zeit neue Plattformen entwickelt, um Kompetenzen zu bündeln und überregional zu vernetzen. Als Drehscheiben für die Zusammenarbeit zwischen Start-ups, Industrie und Mittelstand werden wir diese und andere Angebote, wie etwa auch die vom Land geförderten InnovationLabs, weiterentwickeln.

Die Fähigkeit zum Wandel wächst mit seiner Qualität und Akzeptanz. Hierfür bedarf es des produktiven Dialogs zwischen Wirtschaft, Arbeit, Wissenschaft und Politik. Hierfür bauen wir auf die NRW-Allianz „Wirtschaft und Arbeit 4.0“. Denn die tiefgreifenden Veränderungsprozesse in der Arbeitswelt müssen gemeinsam mit den Spitzenvertretern aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Wissenschaft zukunftsfest und sozialverträglich gestaltet werden.

Klar ist: Kreative Start-ups, ein innovativer Mittelstand, Industrie 4.0 und neue Geschäftsmodelle im Servicebereich können sich nur entfalten, wenn sie den nötigen Freiraum haben. Deshalb werden wir Gründer, Unternehmer und Bürger von komplizierten und unnötigen Vorschriften entlasten. Das erste Entfesselungspaket haben wir bereits auf den Weg gebracht. Nun erarbeiten wir Konzepte für ein bürokratiefreies Jahr und ein Gründerstipendium, damit keine gute Idee an finanziellen oder bürokratischen Hürden scheitert.

Was unser Digitalstandort dringend braucht, ist die entsprechende Infrastruktur aus leistungsfähigen Hochgeschwindigkeitsnetzen. Mit dem Ansatz „Glasfaser first“ wollen wir NRW bis 2025 zu einem echten Gigabit-Land ausbauen und nehmen dafür bis zu sieben Milliarden Euro in die Hand. Die Entwicklung der nächsten Mobilfunkgeneration „5G“ durch unsere starke Telekommunikationswirtschaft und der Ausbau öffentlicher WLAN-Zugänge sind weitere Maßnahmen, die wir unterstützen.

Wichtige Zukunftsbereiche wie „sharing economy“, künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen in NRW ideale Wettbewerbsbedingungen vorfinden. Hier müssen wir den Mittelstand bei der Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle gezielt fördern.

Essentiell für eine erfolgreiche Digitalwirtschaft ist schließlich die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte. Softwareentwicklung und Datenanalyse sind zukunftsträchtige Berufsfelder, die akademische und duale Aus- und Weiterbildungskonzepte erfordern.

All diese Aufgaben wollen wir entschlossen und zügig in Angriff nehmen. Die digitale Transformation unserer Arbeits- und Lebenswelt lässt sich nicht aufhalten. Vielmehr gilt es, sie durch umsichtiges Vorgehen ebenso effizient wie verantwortungsbewusst zu gestalten. Denn der Mensch steht nicht im Dienst der Digitalisierung, sondern die Digitalisierung im Dienst des Menschen: Für Wohlstand, Fortschritt und nachhaltiges Wachstum.

Ein Beitrag von Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, in „Klartext im Westen – Der NRW-Wirtschaftsblog„.

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