Tausende Besucher beim „9. Tag der Technik“

Unternehmen brachten ihre Werkstätten in die Stadt

Selbermachen, ausprobieren, experimentieren. Tausende Besucher sind Anfang Juli bei strahlendem Sonnenschein zum 9. Tag der Technik gekommen. Etwa 30 Aussteller aus Technik, Maschinenbau und Forschung präsentierten sich und ihre Arbeit rund um das Siegufer der Siegener Innenstadt sowie auf dem Jakob-Schreiner-Platz.

Technik made im Siegerland    
Als gemeinsame Initiative von Unternehmen, IHK Siegen, Universität Siegen, DGB Region Südwestfalen, Arbeitgeberverbänden Siegen-Wittgenstein und Wirtschaftsförderung hat der „Tag der Technik“ den Besuchern gezeigt, was die Unternehmen und Einrichtungen der Region an „Siegerländer Technik“ zu bieten haben. Dadurch, dass die Veranstaltung etwas stärker in die Innenstadt gerückt war, sind in diesem Jahr noch mehr Menschen angesprochen worden als in der Vergangenheit. „Der alte Standort war nicht so ideal. Jetzt haben wir auch die Laufkundschaft, die wir vorher nicht hatten“, sagt Dr. Bernd Klose, Geschäftsführer der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Siegen und zugleich im Organisations-Team der Veranstaltung. Die Besucher der „WerkStadt“ – ganz egal ob jung oder alt, groß oder klein – konnten sich direkt an den Ständen mit einfacher und moderner Technik vertraut machen. Darüber hinaus konnten sie auch eigene Werke wie zum Beispiel einen Flaschenöffner aus Schrauben oder ein Windrad aus Blech herstellen.

Interesse für Unternehmen und Produkte wecken
In diesem Jahr zum ersten Mal als Unternehmen mit dabei war zum Beispiel die Bombardier Transportation GmbH aus Netphen-Dreis-Tiefenbach – ein führender Hersteller von Schienenverkehrstechnologie. Am Stand dieses Unternehmens gab es ein klassisches Drehgestell für eine Güterzuglok zu bestaunen. „Dieses Drehgestell ist nicht nur ein Ausstellungsstück sondern es ist auch im realen Gebrauch“, erklärte Michael Streich – Personalleiter von Bombardier – den Besuchern. „Wir möchten hier am „Tag der Technik“ zeigen, was für Produkte wir machen und das Interesse für unsere Produkte wecken“, so Michael Streich. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels werde es auch für einen der großen Arbeitgeber der Region immer schwieriger Fachkräfte zu finden. Daher sei diese Veranstaltung eine gute Gelegenheit sich der Bevölkerung zu zeigen.

Ebenfalls zum ersten Mal mit dabei war die KLEIN Anlagenbau AG aus Niederfischbach. Sie verfügt über jahrzehntelange Erfahrung und Kompetenz auf dem Gebiet der pneumatischen Förderanlagen, der Gießereiausrüstung und der Besandungstechnik für Schienenfahrzeuge. „Die Veranstaltung bietet eine gute Gelegenheit sich in der Region zu präsentieren“, so Thorsten Brandt vom Vorstand der KLEIN Anlagenbau AG. Der „Tag der Technik“ sei im Unternehmen als Projekt aufgestellt bei dem vor allem junge Mitarbeiter involviert sind. In erster Linie ginge es dem Unternehmen darum junge Menschen für Technik zu begeistern. Deshalb sei man neben dem Tag der Technik zum Beispiel auch beim Girls Day dabei.

Von Anfang an dabei
Zu den Teilnehmern der ersten Stunde gehört die Röcher GmbH & Co. KG aus Netphen. Am Stand dieses Unternehmens wurden unter anderem die Montage von Hydraulikkomponenten oder das Biegen von Rohren gezeigt. Serxhio Zani zeigte den Besuchern anhand einer alten Rohrbiegeanlage wie die Rohre früher Stück für Stück mit der Hand gebogen wurden. Im Gegensatz dazu erklärte und demonstrierte er den Anwesenden wie es heute in vereinfachter Art und Weise mit dem PC abläuft.

Industrie 4.0 erlebbar machen
Ebenfalls beim Tag der Technik dabei war der Info-Truck der Metall- und Elektroindustrie, der Produktionstechnik im Zeitalter von Industrie 4.0 erlebbar macht. Das imposante Fahrzeug mit dem zweigeschossig hochfahrbaren Sattelauflieger ist mit modernsten Bearbeitungsmaschinen und Computertechnik ausgestattet. Darüber hinaus gibt es im Fahrzeug Informationen zu Berufen und Ausbildungsmöglichkeiten in der M+E-Industrie.

Techniker oder Ingenieur für einen Tag
Diejenigen, die direkt vor Ort ein Zertifikat zum Tagestechniker oder zum Tagesingenieur erwerben wollten, waren bei der H. Kleinknecht & Co. GmbH an der richtigen Adresse. Um das Zertifikat des Tagestechnikers zu erhalten, galt es eine Verdrahtungsübung zu absolvieren. Wer Tagesingenieur werden wollte, musste sich in der Programmierung einer Miniaturpresse beweisen.

Selbst aktiv sein
Wer einmal wissen wollte, wie ein sechszylindriger Sternmotor aussieht, der etwa bei den Rotormotoren in Flugzeugen verwendet wird, war am Stand der Universität Siegen richtig. Minimülltonnen fangen, Tischtennisbälle schießen oder beispielsweise den „heißen“ Draht ausprobieren – all das war bei SSI Schäfer möglich. Das Unternehmen aus Neunkirchen hatte das Thema Geschicklichkeit in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten gestellt. Das Highlight war dabei der Flipperautomat, ein Eigenbau aus der Ausbildungswerkstatt. In der „Live-Gießerei“ des Traditionsunternehmens Gontermann-Peipers konnten die Besucher eigene Werkstücke anfertigen.

Proben für den Ernstfall
Wie eine Feuerwehrdrehleiter mit Rettungskorb bedient wird, konnten die Besucher des Techniktages bei der Feuerwehr Siegen sehen. In einem modernen Rettungswagen vor Ort bot die Feuerwehr gemeinsam mit dem Kreiskrankenhaus Siegen verschiedene Untersuchungen und Erste Hilfe Maßnahmen an.

Viel Platz für Unternehmensvielfalt
Ferner waren die Siegener Versorgungsbetriebe, das Technische Hilfswerk (THW), ThyssenKrupp, die Deutschen Edelstahlwerke, die AWo, die Siegener Zeitung, die Initiative „Startpunkt 57“ mit einem Gründerwettbewerb, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der „Deutsche Christliche Techniker-Bund e.V.“, die Energieagentur NRW, der Verteilnetzbetreiber Westnetz sowie ein echter Schmied vor Ort.

Karibisches Flair in der Innenstadt
Festliche Stimmung kam ebenfalls nicht zu kurz indem etwa der „Siegerland-Song“ technisch inszeniert wurde. Für karibisches Flair in der Siegener Innenstadt sorgte die Bald AG aus Siegen. Eine Strandbar mit exotischen Getränken lud zum Verweilen ein. Darüber hinaus zeigte das Unternehmen aktuelle Fahrzeuge, Lkw und Transporter sowie modernste Motoren- und Getriebetechnik.

Lockere Atmosphäre vor Ort
Beim diesjährigen Aktionstag hatten die Besucher die Gelegenheit sich in lockerer Atmosphäre einmal abseits von Schule und Beruf mit technischen Dingen vertraut zu machen und selbst Dinge auszuprobieren. Auch der ein oder andere Unternehmer nutzte den „Tag der Technik“, um sich vor Ort ein Bild zu machen oder um sich mit anderen auszutauschen. Daher bleibt abzuwarten, in welchem Ausmaß der „10. Tag der Technik“ im nächsten Jahr ausfallen wird. Es könnte noch größer werden…

 

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