Neue Produktionshalle setzt Maßstäbe

Die neue Halle 4.0 bei EJOT in Bad Berleburg wurde nach neuesten produktionstechnischen Gesichtspunkten geplant und gebaut. Davon konnten sich die Eröffnungsgäste überzeugen.

Ist es nicht einer der elementarsten Wünsche jedes Ingenieurs, seine Vision einer „perfekten“ Produktion in ei­ner Fabrikhalle auf der „grünen Wiese“ zu realisieren? Den Planern, Architekten und Ingenieuren der EJOT Gruppe in Bad Berleburg ist dies jetzt fast perfekt gelungen. Die neue Industriehalle 4.0, die kürzlich mit einem Festakt und anschließendem Betriebsfest für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Angehörige und Freunde eingeweiht wurde, entstand zwar nicht im wörtlichen Sinne auf der „grünen Wiese“, sie setzt aber Maß­stäbe für die zukünftige Entwicklung der Unternehmensgruppe.

Christian F. Kocherscheidt konnte zur Einweihung der neuen Halle u. a. auch zahlreiche Gäste aus Wirtschaft und Verwaltung in Bad Berleburg begrüßen.

„Die neue Halle 4.0 ist ein wichtiger Schritt in unserer Unternehmensentwicklung“, unterstrich Christian F. Ko­cherscheidt, geschäftsführender Gesellschafter der EJOT Gruppe, in seiner Festansprache. Die Zahl 4.0 stehe dabei zum einen für die 4. Halle am Produktionsstandort Bad Berleburg, aber gleichzeitig auch für die technische Ausstattung und die zukünftigen Entwicklungs­möglichkeiten. Sie ist aber auch Ausdruck eines enormen wirtschaftlichen Er­folges des Unternehmensbereiches „EJOFORM Forgings“. Aus einfachen Um­formteilen wurden Mehrstufenteile mit stetig zunehmender Zahl an Umformstufen. Daraus entstanden schließlich durch die Integration zusätzlicher, aufwändiger Prozessschritte und Nachbearbeitunggen die „EJOFORM Forgings“.

Die Prozesse zur Herstellung dieser Teile sind sehr komplex. Absolute Präzision und Liefertreue sind Grundvoraussetzungen in diesem Geschäftsfeld, beispielsweise wenn es um Komponenten für Fahrzeugbremssysteme geht.

Kernstück der neuen Halle sind 20 Mehrstufenpressen, die bis zu sieben Um­form­stufen ermöglichen. Eine neue sechsstufige Umformpresse, entwickelt und gebaut von einem Schweizer Unternehmen, erlaubt zudem ein erheblich erweitertes Abmessungsspektrum und markiert dabei den Eintritt in eine neue Ära der Umformtechnik bei EJOT.

Die Pressen sind überwiegend mit Schnellwechselsystemen ausgestattet. Dies er­möglicht eine kontinuierlich weiterlaufende Produktion, während das Werkzeug des nächsten Auftrages bereits gerüstet wird. Nach der Komplettierung der Werkzeugblöcke im Vorrüstraum, einem eigens hierfür gestalteten Hallenbereich, werde sie über eine ständerfreie Kranbahn an die Maschinen gebracht. Dadurch wird die Flexibilität der Ma­schinenaufstellung erhöht und der Werkzeugwechsel in der Maschine vereinfacht.

Fundament und Boden des 4.080 Quadratmeter großen Produktionsbereiches sind so ausgelegt, dass auch Maschinen mit der höchsten Flächenlast in der Halle eingesetzt werden können. Entsprechende Erweiterungen sind so relativ einfach möglich. Weitere Innovationen wurden im Materialfluss umgesetzt. So wurde die zukünftig staplerlose Materialversorgung komplett neu strukturiert, ebenso wie die Werkzeugversorgung.

In der neuen EJOT Lernwerkstatt werden die zukünftigen Fachkräfte praxisorientiert auf ihre Aufgaben vorbereitet. Hinzu kommen Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Besonders stolz sind die Planer auf die Realisierung der EJOT Lernwerkstatt, die in die neue Halle integriert wurde. Die Lernwerkstatt für die ge­werblich-technischen Berufe versteht sich dabei als Dienstleister für die Fertigung und ermöglicht die Simulation betrieblicher Abläufe. In der Praxis bedeutet das Aus- und Weiterbildung an Maschinen, wie sie in der Produktion eingesetzt werden, mit der notwendigen Unterstützung durch qualifizierte Ausbilder und ei­nem zielorientierten Aus- und Weiterbildungskonzept.

Mit der neuen Lernwerkstatt soll die Ausbildung bei EJOT „ganzheitlicher“ werden. Die bislang abteilungsspezifische Facharbeiterausbildung wird ersetzt durch ein System, bei dem die Auszubildenden eine Vielzahl von Produktionsbereichen durchlaufen. Die Spezialisierung auf bestimmte Tätigkeitsbereiche in der Produktion erfolgt dann im An­schluss daran. Mit der Einführung dieses rollierenden Systems erhalten die Auszubildenden die Möglichkeit, über den Tellerand hinauszublicken.

Die Lernwerkstatt ist in diesem System die zentrale An­laufstelle. „Die Maschinen, die wir hierfür angeschafft haben, sind ausschließlich für Aus- und Weiterbildungszwecke ge­dacht, auch wenn wir sie für die Produktion momentan sehr gut gebrauchen könnten“, so Christian F. Kocherscheidt.

Neben der Qualifizierung zukünftiger Fachkräfte im ge­werblich-technischen Be­reich werden in der Lernwerkstatt auch neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ihre zu­künftigen Aufgaben vorbereitet. Auch die Weiterbildung er­folgt dort. Für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen wurde zudem ein separater Werkbankbereich eingerichtet, in dem eine Gruppe gleichzeitig arbeiten und betreut werden kann.

Unmittelbar angegliedert an die Lernwerkstatt ist ein Schulungsraum mit neuester Multimedia-Ausstattung. Dazu ge­hören neben einem interaktiven Whiteboard auch IPads für jeden Auszubildenden. Die Schulungen erfolgen durch arbeits- und berufpädagogisch qualifizierte Fachkräft.

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