In sechs Monaten zum Maschinen- und Anlagenführer

Im Bild die Teilnehmer der Qualifizierungsmaßnahme. Ein Großteil wird künftig bei EJOT arbeiten.

Ohne berufliche Ausbildung droht Arbeitslosigkeit. Auch in Zeiten der Hochkonjunktur, wie sie Deutschland derzeit erlebt. Denn die Unternehmen suchen gut ausgebildete Fachkräfte. Für die Firma EJOT in Bad Berleburg ist diese Suche im Rahmen einer Qualifizierungsmaßnahme zum Maschinen- und Anlagenführer erfolgreich verlaufen. Ihre Ausbildung haben die neuen Facharbeiter im Alter zwischen 26 und 45 Jahren in innerhalb von nur sechs Monaten absolviert. Mit finanzieller Unterstützung der Agentur für Arbeit Marburg, Korbach und Siegen sowie der Transfergesellschaft MYPEGASUS mit Sitz in Wetzlar.

Hintergrund ist, dass die Firma Adient Seating Ltd. & Co. KG (ehem. Johnson Controls) bis März 2019 ihr Produktionswerk in Dautphetal-Friedensdorf schrittweise schließt. Dabei verlieren rund 700 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Die Mitarbeiter wechseln in die Transfergesellschaft „MYPEGASUS“ (Wetzlar). 15 von der Schließung betroffene Mitarbeiter haben seit August 2017 in der EJOT-Lernwerkstatt ein sechsmonatiges Langzeitpraktikum absolviert – 14 von ihnen haben im Februar die sogenannte Externenprüfung der IHK im Ausbildungsberuf „Maschinen- und Anlagenführer“ bestanden.

Die Vermittlung der theoretischen Ausbildungsinhalte erfolgte durch Dozenten des Berufsfortbildungswerkes (BfW) des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Siegen. Die praktische Ausbildung wurde in verschiedenen Fachabteilungen des EJOT-Werks Herrenwiese im direkten Produktionsumfeld absolviert. Von den Facharbeitern vor Ort lernten die neuen Kollegen alle wichtigen Handgriffe und konnten diese in der Praxis anwenden.

„Dieses erfolgreich durchgeführte Projekt bietet eine klassische Win-win-Situation für alle Beteiligten“, betonte EJOT-Geschäftsführerin Colette Rückert-Hennen bei der Übergabe der Zeugnisse. In erster Linie für die neuen Facharbeiter, die mit Einsatz und Fleiß ihr persönliches Schicksal in beide Hände genommen haben. „Sie haben die theoretische und praktische Ausbildung innerhalb von nur sechs Monaten absolviert. Dafür gebührt ihnen Respekt und Anerkennung,“ so Rückert-Hennen weiter. Für EJOT seien die Maschinen- und Anlagenführer ein echter Gewinn: „Wir bekommen nicht nur gut ausgebildete Fachkräfte, sondern auch Mitarbeiter, die bereits Lebens-und Berufserfahrung haben.“

Voraussetzung für die Externenprüfung sind Berufserfahrungen im Ausbildungsberuf, in dem die Prüfung abgelegt werden soll. Die Agentur für Arbeit hat die Vorbereitung über einen Bildungsgutschein sowie die Externenprüfung im Rahmen der „Förderung der beruflichen Weiterbildung nach dem SGB III“ bei den Teilnehmern finanziert, weil die Teilnehmer durch die Transferzeit von Arbeitslosigkeit bedroht waren und eine Berufsabschluss die Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich erhöht.

„Wir freuen uns besonders für die Umschüler, die ein Arbeitsplatzangebot von der Firma EJOT bekommen haben,“ sagte Thomas Schmidt von der Transfergesellschaft MYPEGASUS. Diese Ausbildung sei für alle eine Investition in die Zukunft, für sichere Arbeitsplätze und bessere Entlohnung. „Unser Glückwunsch geht an alle Teilnehmer der Maßnahme, sie haben einen anstrengenden Weg gewählt und dabei eine gute Entscheidung getroffen.“

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