„Ausbildung 4.0“ – bbz-Projekt stärkt duale Ausbildung

Bildungsträger informieren über ihre Angebote an Zusatzqualifikationen.

Am 11. Juli fand im Berufsbildungszentrum (bbz) im Rahmen des Projekts „Ausbildung 4.0 Siegen-Wittgenstein“ eine Veranstaltung zum Thema „Zusatzqualifikationen“ statt. 35 Unternehmensvertreter folgten der Einladung und informierten sich über Möglichkeiten und Chancen, ihre Auszubildenden individuell zu fordern und zu fördern. Ziel des Projekts „Ausbildung 4.0“ ist es, die duale Berufsausbildung in der Region, besonders für kleine und mittelständische Unternehmen, zu stärken und sie wieder mehr in den Fokus leistungsstarker Jugendlicher zu rücken. Dafür werden Zusatzqualifikationen in der Region erfasst und beworben, sowie Unternehmen, Auszubildende und Schüler vom Projektteam beraten. Für Auszubildende bietet sich die Möglichkeit, schon in der Lehre ihre fachlichen und persönlichen Fähigkeiten zu erweitern. Unternehmen können ihre Azubis passgenau und bedarfsgerecht qualifizieren und ihnen eine langfristige Perspektive im Unternehmen schaffen. „Ausbildung 4.0“ wird als JOBSTARTER plus-Projekt aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Zu Beginn der Veranstaltung ging Projektleiterin Judith Hamers der Frage nach, wie die Unternehmen in Siegen-Wittgenstein zu Zusatzqualifikationen stehen. „In den bisherigen Gesprächen mit Ausbildungsbetrieben haben wir festgestellt, dass viele ihre Auszubildenden schon über das „normale“ Maß hinaus qualifizieren.“ Besondere Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der Digitalisierung und Automatisierung spielen in technisch-gewerblichen Berufen eine zunehmend wichtige Rolle. Viele Auszubildende werden zusätzlich für den Umgang mit Kunden geschult und mit Blick auf international tätige Unternehmen sind Fremdsprachenkenntnisse für Azubis sowohl in kaufmännischen, als auch technischen Berufen immer mehr gefragt. Die Erkenntnisse aus den Betriebsbesuchen verdeutlichen, so Klaus Fenster, Geschäftsführer des bbz, „dass das Projekt an der richtigen Stelle ansetzt. Die hohe Qualität der dualen Ausbildung wird durch den Einsatz von Zusatzqualifikationen noch gesteigert und bietet insbesondere leistungsstarken Jugendlichen eine attraktive Alternative zum Studium.“

Welchen Mehrwert Zusatzqualifikationen für Unternehmen und Auszubildende haben, verdeutlichte Gregor Kölsch, Ausbildungsleiter bei der Hees Bürowelt GmbH, in einem Interview. „Ein ehemaliger Auszubildender hat einen Teil seines Meisterkurses im Rahmen einer Zusatzqualifikation gemacht. Er wurde nach seiner Ausbildung übernommen und ist heute Projektleiter bei uns.“ Leon Pieper ist noch mitten in seiner Ausbildung bei der Hees Bürowelt GmbH. Auch er absolviert eine Zusatzqualifikation und berichtete von den Herausforderungen, aber auch von den Zielen, die er sich gesteckt hat. Er ist einer von vielen Auszubildenden, denen es wichtig ist, schon während der Ausbildung die Weichen für seine berufliche Zukunft zu stellen.

Im Anschluss an die Veranstaltung konnten sich die Unternehmensvertreter über konkrete Zusatzqualifikationen in der Region informieren. Neun Bildungsträger informierten über ihre zusätzlichen Angebote für Azubis von technischen Lehrgängen, über Fremdsprachenkurse bis hin zu kaufmännischen und EDV-Schulungen. Im Rahmen des Projekts wurde eine Datenbank erstellt (www.ausbildung4punkt0.info), die alle Zusatzqualifikationen in der Region erfasst und Unternehmen, Auszubildenden und Schülern umfassende Informationen bereitstellt.

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