Bad Berleburg. Vier Jahre nach dem Start des Aufforstungsprojekts TREEATHLON® zeigt sich deutlich, wie erfolgreich sich der EJOT-Firmenwald am Albrechtsplatz zwischen Bad Berleburg und Winterberg entwickelt hat. „Man sieht deutlich die Baumarten, die wir gepflanzt haben. Roteiche, Douglasie, Küstentanne, Lärche und Bergahorn haben sich sehr gut entwickelt und wachsen inzwischen sichtbar aus der Begleitvegetation heraus. Das ist für uns ein klarer Hinweis darauf, dass die Aufforstung gelungen ist“, erläutert Achim Fischer, Forstwirtschaftsmeister von der Wittgenstein-Berleburg’schen Rentkammer. Gemeinsam mit Auszubildenden der Wittgenstein-Berleburg’schen Rentkammer pflegten EJOT-Auszubildende jetzt die junge Waldfläche, die seit 2022 Stück für Stück zu einem gesunden Mischwald heranwächst.
Was im Jahr 2022 als gemeinsames Aufforstungsprojekt der EJOT-Gruppe und der Wittgenstein-Berleburg’schen Rentkammer anlässlich des 100-jährigen Firmenbestehens von EJOT begann, ist heute weit mehr als eine Pflanzaktion. TREEATHLON® verfolgt drei Ziele: Wald aufforsten, Wissen vermitteln und gemeinsam Verantwortung für die Region übernehmen. Seit Projektbeginn wurden auf dem rund 3,2 Hektar großen Areal etwa 7.000 Setzlinge gepflanzt.
Heimische Arten kehren von selbst zurück
Neben den gepflanzten Baumarten kehren inzwischen auch zahlreiche heimische Arten von selbst zurück. Über Naturverjüngung haben sich Birken, Buchen und Fichten auf natürliche Weise angesiedelt und zeigen, dass die Fläche zunehmend wieder die Funktionen eines gesunden Waldökosystems übernimmt. Ein entscheidender Erfolgsfaktor war dabei die Einzäunung des Areals. Ohne diesen Schutz hätten viele der jungen Bäume kaum eine Chance gehabt. „Reh-, Rot- und Muffelwild verbeißen bevorzugt die jungen Terminaltriebe, während Hasen die Pflanzen bereits im Bereich des Wurzelhalses schädigen können“, erklärt Fischer. Der Zaun werde daher noch etwa zehn bis fünfzehn Jahre benötigt, bevor die Bäume ausreichend widerstandsfähig seien und die Einzäunung wieder entfernt werden könne.
Gleichzeitig macht die Entwicklung der Fläche deutlich, wie viel Geduld Waldentwicklung erfordert. Nach Einschätzung der Forstexperten befindet sich das Areal derzeit im Übergang von der Kultursicherungsphase zum Jungwuchs. Bis Besucher die Fläche als echten Wald wahrnehmen, werden jedoch noch viele Jahre vergehen. „Ein richtiger Wald entsteht nicht innerhalb weniger Jahre. Bis hier ein für jeden sichtbar geschlossener Waldbestand entstanden ist, werden vermutlich noch zehn bis fünfzehn Jahre vergehen“, so Fischer.

Vier Jahre nach dem Start von TREEATHLON® hat sich der EJOT-Firmenwald am Albrechtsplatz sichtbar entwickelt. Im Vordergrund sind die Roteichen zu sehen, die in Form des EJOT-Logos gepflanzt wurden.
Für die Auszubildenden ist gerade dieser langfristige Blick besonders wertvoll. Sie erleben unmittelbar, was es bedeutet, einen Wald nach den schweren Schäden durch Stürme, Borkenkäferbefall und Trockenheit wieder aufzubauen. Dabei lernen sie auch, dass ein Wald zwar grundsätzlich von allein wächst, sich jedoch nicht ohne Pflege in die gewünschte Richtung entwickelt. Regelmäßige Pflegemaßnahmen und fachgerechte Schnitte sorgen dafür, dass sich stabile und vielfältige Mischwälder entwickeln können.
„Unsere Auszubildenden lernen hier weit mehr als das Pflanzen oder Pflegen von Bäumen“, sagt Helmut Zacharias, Leiter der Lernwerkstatt bei EJOT. „Gemeinsam mit den Auszubildenden der Rentkammer erfahren sie, wie lange Waldentwicklung dauert, welche Auswirkungen Klimawandel und Trockenheit haben und warum Pflege und Erhalt der Natur eine dauerhafte Aufgabe sind. Gleichzeitig erleben sie die Arbeit in und mit der Natur als wertvolle Ergänzung zu ihrem Ausbildungsalltag.“
Auch aktuelle Herausforderungen wurden thematisiert
Die Folgen des Klimawandels bleiben dabei auch im Wittgensteiner Wald deutlich sichtbar. Nach Angaben der Forstexperten haben die Trockenjahre und die großflächigen Waldverluste der vergangenen Jahre die Region nachhaltig verändert. Umso wichtiger sei es, widerstandsfähige Mischwälder aufzubauen, die künftig wieder zur Kühlung der Landschaft beitragen und langfristig CO₂ binden können.
Auch aktuelle Herausforderungen wurden beim Einsatz thematisiert. Dazu gehört die Afrikanische Schweinepest, die derzeit in der Region große Aufmerksamkeit erfährt. Im Rahmen des TREEATHLON®-Einsatzes wurden deshalb die empfohlenen Vorsichts- und Hygienemaßnahmen eingehalten. Dazu gehörte insbesondere die Reinigung und Desinfektion von Schuhwerk und Arbeitsmaterialien nach dem Aufenthalt auf der Waldfläche. Das Thema wurde zugleich genutzt, um den Auszubildenden weitere Zusammenhänge zwischen Natur, Wildtiermanagement und Forstwirtschaft zu vermitteln. Die Schweinepest wird von den Projektverantwortlichen ausdrücklich als aktueller Einflussfaktor auf die Waldbewirtschaftung genannt. Mit TREEATHLON® wollen EJOT und die Wittgenstein-Berleburg’sche Rentkammer die Entwicklung der Fläche auch künftig begleiten. Denn die eigentliche Geschichte des Projekts beginnt erst jetzt: Aus tausenden jungen Bäumen entsteht Schritt für Schritt der Wald von morgen.
Fotos/Text: EJOT

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