EJOT liefert Schrauben für neue Reaktorschutzhülle in Tschernobyl

Die neue Schutzhülle für den zerstörten Atomreaktor in Tschernobyl wird ein Bau der Superlative.

Die neue Schutzhülle für den zerstörten Atomreaktor in Tschernobyl wird ein Bau der Superlative.

Bad Laasphe, 19. April 2012. Für den Bau einer neuen Schutzhülle um den zerstörten Reaktor vier des Atomkraftwerkes Tschernobyl in der Ukraine wird die EJOT Baubefestigungen GmbH aus Bad Laasphe über drei Millionen Spezialschrauben liefern. Dabei handelt es sich um einen der bislang  größten und anspruchsvollsten  Einzelaufträge in der Geschichte des Unternehmens. Schließlich muss jede einzelne dieser Schrauben 100 Jahre halten.

Vor fast 26 Jahren, am 26. April 1986, ereignete sich im Reaktor vier des Atomkraftwerkes Tschernobyl der Super-GAU. Rund ein halbes Jahr später, am 15. November, wurde ein als Provisorium gedachter Beton-Sarkophag fertig gestellt, der den offenen Reaktor bis heute umgibt und einen Teil der Strahlung zurückhält. Allerdings ist die Schutzhülle baufällig und musste in den letzten Jahren immer wieder repariert werden. Die löcherige Konstruktion lässt Wasser eindringen und Staub austreten. Ihre Haltbarkeit wird auf etwa 20 bis 30 Jahre geschätzt.

Ein neuer, gigantischer Sarkophag soll deshalb langfristig Schutz bieten. Auf einer internationalen Geberkonferenz wurde die Finanzierung des Mega-Projekts beschlossen. 2007 erhielt das europäische Konsortium „Novarka“ den Bauauftrag. Die neue Schutzhülle wird ein Bau werden, wie ihn die Welt zuvor noch nicht gesehen hat: 105 Meter hoch, 257 Meter Spannweite, 150 Meter breit und mit einem Gewicht von rund 29.000 Tonnen. Über 100 Jahre soll das Bauwerk halten und den Verantwortlichen Gelegenheit geben, eine abschließende Lösung für die strahlende Ruine zu finden. Deshalb werden in der Konstruktion auch Spezialschrauben der EJOT Baubefestigungen GmbH aus Bad Laasphe zum Einsatz kommen.

Bei der neuen Schutzhülle handelt es sich um die größte jemals gebaute bewegliche Struktur. Im April 2012 sind die Baumaßnahmen des Sarkophags angelaufen, geplanter Fertigstellungstermin ist Sommer 2015. Wegen der hohen Strahlenbelastung vor Ort ist der Aufbau direkt über dem alten Sarkophag nicht möglich. Deshalb wird die Schutzhülle auf einem Nachbargelände gefertigt und dann über den bestehenden Sarkophag geschoben.

Projektleiter Mark Althaus (links). Geschäftsführer Michael Hofmann (Mitte) und Marketingmanager Matthias Möldner (rechts) freuen sich über den anspruchsvollen Großauftrag.

„Für dieses Projekt werden allerhöchste Ansprüche an die Sicherheit und Haltbarkeit der verwendeten Baumaterialien gestellt. Das gilt selbstverständlich auch für die Schraubverbindungen, mit denen das Dach der gewaltigen Stahlkonstruktion montiert wird“, erläutert EJOT Geschäftsführer Michael Hofmann. „Bei der Auswahl der Zulieferfirmen konnten wir bereits im Vorfeld umfangreiche technische Fragen detailliert beantworten. Darüber hinaus garantieren wir eine geschlossene Qualitätsleistung“, so EJOT Projektmanager Mark Althaus. Das bedeutet, dass sämtliche Fertigungs- und Prozessschritte durchgängig überwacht werden, angefangen von der Wareneingangsprüfung des Rohmaterials bis hin zur Endprüfung – dem Identity Check. Dafür stehen standardisierte Fertigungsverfahren sowie interne Prüfungen nach Vorgaben der EOTA (European Organisation for Technical Approvals).

Diese Zweistahl-Bohrschraube JT3 wird in millionenfacher Ausfertigung in Tschernobyl zum Einsatz kommen.

„Insgesamt werden wir über drei Millionen Schrauben für dieses Projekt liefern. Das entspricht etwa drei voll beladenen 40-Tonnern.“ Konkret handelt es dabei um die „Super-Saphir Bohrschraube JT3“ in verschiedenen Abmessungen, erläutert EJOT Geschäftsführer Winfried Schwarz. Diese Spezialschraube besteht aus zwei Werkstoffen, nämlich aus Edelstahl mit einer Bohrspitze aus gehärtetem Stahl. Hinzu kommt ein Dichtring aus Gummi. Aufgrund dieser Konstruktion können bei der Verarbeitung der Schraube gleich drei Arbeitsgänge in einem durchgeführt werden: Bohren, Gewinden und Abdichten. Diese Art von Zweistahlschrauben gehören zu den Spezialitäten von EJOT. Damit ist das Unternehmen Marktführer in Europa. Hinzu kommen langjährige Erfahrungen in der Anwendung. Das hat mit den Ausschlag gegeben, für einen der bislang größten Einzelaufträge, den die EJOT Baubefestigungen GmbH erhalten hat.

Nach Angaben von Michael Hofmann werden die Schrauben für Tschernobyl über Sonderschichten in der laufenden Produktion im Werk „In der Aue“ in Bad Laasphe gefertigt. „Für uns ist dieser Auftrag, mit dem wir uns nun schon seit zwei Jahren intensiv befassen, ein Referenzprojekt aller erster Güte. Immerhin müssen unsere Schrauben die nächsten 100 Jahre halten. Wir sind sicher, dass dies auch der Fall sein wird.“

EJOT ist eine mittelständische Unternehmensgruppe im Bereich der Verbindungstechnik mit Stammsitz in Bad Berleburg. 1923 als Schraubenfabrik gegründet, ist die EJOT-Gruppe heute in über 20 Ländern mit eigenen Gesellschaften und Verkaufsbüros vertreten. Schwerpunktmäßig ist die EJOT-Gruppe in den Branchen Automobil, Elektro/Elektronik und in der Bauindustrie tätig.

In der Sparte Baubefestigungen sind alle Aktivitäten der EJOT-Gruppe zusammengefasst, die qualitativ hochwertige Befestigungslösungen für das Bauwesen entwickeln und vertreiben. Für die Montage von Photovoltaikanlagen auf Industriegebäuden hat die EJOT Baubefestigungen GmbH eine innovative Produktlinie im Angebot. Hergestellt werden die Produkte in denselben Werken, die nach den höchsten Qualitätsstandards der internationalen Automobilindustrie zertifiziert sind.

Weitere Informationen: www.ejot.de

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