EJOT-Gruppe: Arbeitnehmer und Arbeitgeber ziehen an einem Strang

Zukunftstarifvertrag unterzeichnet (v.l.): Dr. Thomas Johann (CHRO), Christian Arnoldi, Dr. Thorsten Doublet, Andree Jorgella, Carsten Fischer und Stephan Hofmann.

Zusammenrücken in schwierigen Zeiten: Die Beschäftigten der deutschen EJOT-Standorte haben sich mit ihrem Arbeitgeber auf einen Zukunftstarifvertrag geeinigt, der für die Jahre 2026 und 2027 Abweichungen vom Flächentarifvertrag zulässt. Die Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung wurden von der IG Metall Siegen und Eisenach (IGM) sowie dem Verband der Siegerländer Metallindustriellen (VdSM) eng begleitet. „EJOT hat sich durch seine exportorientierte Internationalisierung seit Jahren gut aufgestellt und leidet nun bei Umsatz und Ertrag unverschuldet unter zahlreichen externen Negativfaktoren“, unterstreicht Dr. Thorsten Doublet, Geschäftsführer des VdSM.

EJOT stellt an den Standorten Bad Berleburg, Bad Laasphe und Tambach-Dietharz (Thüringen) Befestigungselemente für die Bauindustrie her und fungiert zudem als wichtiger Zulieferer für die Automobilindustrie. Insbesondere die Automobilindustrie schwächelt seit einigen Jahren. Hinzu kommen steigende Arbeitskosten an den deutschen Standorten.

Tariferhöhungen greifen später
Kern des auf zwei Jahre angelegten Zukunftstarifvertrages: In der Fläche vereinbarte Tariferhöhungen werden jeweils später ausgezahlt. So greift die in der Fläche vereinbarte Tariferhöhung aus dem Tarifabschluss 2024 in Höhe von 3,1 Prozent erst zum 1. Oktober 2026. Die eigentlich bereits seit April 2025 fällige Erhöhung von 2 Prozent wird stattdessen zum 1. April 2026 wirksam. Zudem werden Sonderzahlungen u.a. in bezahlte Freistellungstage umgewandelt.

Beschäftigungsgarantie für die Jahre 2026 und 2027 – Sicherheit für Auszubildende

Im Gegenzug verpflichtet sich EJOT, an seinen deutschen Standorten eine Beschäftigungsgarantie abzugeben, die nahezu alle Beschäftigten für die Jahre 2026 und 2027 absichert und vor dem Ausspruch betriebsbedingter Kündigungen schützt. „Für die Betriebsräte (Verhandlungsgremium) war die Beschäftigungssicherung ein sehr wichtiges Thema, damit betriebsbedingte Kündigungen mit Interessenausgleich und Sozialplan vermieden werden konnten. Die Standortsicherung aller deutschen Werke stand dabei im Vordergrund“, betont der stellvertretende Gesamtbetriebsratsvorsitzende Stephan Hofmann,
Um die Zukunftsfähigkeit zu sichern und Fachkräfte aus den eigenen Reihen zu fördern, garantiert das Unternehmen allen ausgelernten Auszubildenden eine Weiterbeschäftigung von mindestens zwei Jahren. „Die Übernahme der Auszubildenen für 24 anstatt zwölf Monate ist ein wichtiges Signal für die jungen Menschen in der Region, damit EJOT als Ausbildungsbetrieb mit Zukunft attraktiv bleibt“, unterstreicht Gesamtbetriebsratsvorsitzender Carsten Fischer.

EJOT investiert 27 Mio. Euro in Deutschland
Darüber hinaus beabsichtigt EJOT, 17 Mio. Euro im Jahr 2026 und 10 Mio. Euro im Jahr 2027 in die deutschen Standorte zu investieren. Andree Jorgella, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Siegen: „Es waren schwere, aber jederzeit faire Verhandlungen, die letztendlich zu einem guten Ergebnis geführt haben. Unsere IG Metall-Mitglieder haben dem Verhandlungsergebnis in geheimen Abstimmungen mit 93,5 Prozent zugestimmt.“

Mit Blick auf die im Herbst anstehenden Tarifverhandlungen in der Fläche haben die beiden Tarifparteien ebenfalls vorgesorgt. Der Abschluss wird bei EJOT erst acht Monate später umgesetzt, was zu einer weiteren Entlastung des Unternehmens führt.

„Wir sind uns sicher, dass wir dank der mit breiter Zustimmung der Belegschaft vereinbarten Maßnahmen in den kommenden Monaten und Jahren wieder in ruhigeres Fahrwasser kommen“, ist der Chief Financial Officer (CFO) der EJOT-Gruppe, Christian Arnoldi, dankbar für den Zusammenhalt innerhalb der EJOT-Familie. Chief Human Resources Officer (CHRO) Dr. Thomas Johann pflichtet ihm bei: „Das Verhandlungsergebnis mit fair verhandelten Kompromissen ist auch Ausdruck einer bei EJOT gut funktionierenden Tarifpartnerschaft zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung.“

Foto/Text: EJOT/AGV

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