Siegen, 4. November 2026. Mit Unverständnis haben die Metallarbeitgeber in Siegen-Wittgenstein auf die heutigen Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie reagiert. „Unsere Industrie befindet sich in der schwersten Strukturkrise seit Bestehen der Bundesrepublik. In einer solchen Situation brauchen Unternehmen und Beschäftigte vor allem Planungssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen. Eine Eskalation durch Warnstreiks ist daher völlig überzogen“, erklärt Dr. Thorsten Doublet, Geschäftsführer des Verbandes der Siegerländer Metallindustriellen – auch mit Blick auf die IG-Metall-Forderung nach 5 Prozent mehr Entgelt, bezogen auf eine zwölfmonatige Laufzeit des Tarifvertrages.
Branche verliert in NRW 2500 Arbeitsplätze pro Monat
Die Dimension der Krise sei erheblich: Seit 2018 seien die Produktion in der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen um 27 Prozent und die Beschäftigung um zehn Prozent zurückgegangen. Monat für Monat verliere die Branche aktuell rund 2500 Arbeitsplätze. Der Personalabbau drohe sich weiter zu beschleunigen.
„Die Beschäftigten wissen um die schwierige Situation in ihren Betrieben und sehen, wie sehr die Arbeitsplätze unter Druck stehen. Umso wichtiger ist es, dass jetzt zügig tragfähige Lösungen gefunden werden, um die De-Industrialisierung und den massiven Beschäftigungsabbau zu stoppen. Das gelingt nur, wenn die heimischen Standorte wieder konkurrenzfähiger werden“, so Dr. Doublet. Die Arbeitgeber hätten mit ihrem Angebot das Signal gegeben, die Beschäftigten mit den Folgen der Inflation nicht allein lassen zu wollen. Gleichzeitig benötigten die Unternehmen angesichts des immensen Kostendrucks eine tarifpolitische Atempause.
Die Arbeitgeber haben ein realistisches Gegenangebot gemacht, das eine Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts im Juli 2027 sowie eine weitere Tabellenerhöhung um 1,3 Prozent ab Juli 2028 bei einer Laufzeit des Tarifvertrags bis Ende 2028 vorsieht.
Text/Foto: Verband

Kommentar hinterlassen zu "Arbeitgeber kritisieren Warnstreiks der IG Metall"