{"id":9831,"date":"2018-07-17T14:17:38","date_gmt":"2018-07-17T12:17:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=9831"},"modified":"2018-07-17T14:17:38","modified_gmt":"2018-07-17T12:17:38","slug":"projektentwicklung-mit-koepfchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/projektentwicklung-mit-koepfchen\/","title":{"rendered":"Projektentwicklung mit K\u00f6pfchen"},"content":{"rendered":"<p>21 Projekte stellten Maschinenbau-Studierende der Universit\u00e4t Siegen jetzt auf dem Campus Paul-Bonatz-Stra\u00dfe der Universit\u00e4t Siegen vor. Von Pr\u00fcfst\u00e4nden, Flammenrohr, Knieprothesen bis hin zu Koffersystemen bespielten die Studierenden ein breit gemischtes Themenfeld. Alle Projekte sind im Fach \u201ePlanungs- und Entwicklungsprojekte\u201c (PEP) am Department Maschinenbau entstanden, die besten sechs erhielten einen F\u00f6rderpreis der Firma Ferchau Engineering. Prof. Dr. Tamara Reinicke war begeistert von der Arbeit der Gruppen: \u201eEs ist immer wieder spannend, was sie aus den Projekten machen.\u201c<\/p>\n<p>Die Projektgruppe rund um Julian Kohl besch\u00e4ftigte sich mit der Frage, wie die Wartungsarbeiten an Z\u00fcgen verringert werden k\u00f6nnen und Reisenden dennoch ausreichend Sicherheit bieten. Grunds\u00e4tzlich \u00fcberpr\u00fcft die Bahn ihre Z\u00fcge in regelm\u00e4\u00dfigen, kurzen Abst\u00e4nden, da die Lebensdauer der Radsatzachsen nicht genau vorhersagbar ist. Dies f\u00fchre dazu, dass die Bahn auch immer wieder Z\u00fcge pr\u00fcft, die noch in Ordnung sind. Dadurch seien die Wartungskosten hoch und die \u00fcberpr\u00fcften Z\u00fcge k\u00f6nnen zeitweise nicht eingesetzt werden. Um dieses Problem zu verringern, hat die Projektgruppe einen Pr\u00fcfstand entworfen, an dem sie einen Erm\u00fcdungsriss an der Radsatzachse gezielt entstehen lassen k\u00f6nnen. \u201eDadurch k\u00f6nnen wir austesten, wie die Achsen auf unterschiedliche Wetter- und Klimaeinfl\u00fcsse reagieren. Wir wollen damit besser vorhersagen k\u00f6nnen, wann eine Radsatzachse bricht\u201c, so Jonas Irle, ebenfalls Teil der Projektgruppe. Durch den Pr\u00fcfstand k\u00f6nnten so nicht nur wieder mehr Z\u00fcge fahren, sondern auch die Wartungskosten verringert werden.<\/p>\n<p>Anschaulich war auch das Projekt der Gruppe um Elif Yilmaz. Die Studierenden bauten ein Flammenrohr, mit dem sie Schallwellen sichtbar machen k\u00f6nnen. Daf\u00fcr haben sie in die Oberseite eines Stahlrohres 52 L\u00f6cher gebohrt und die Enden des Rohres verschlossen. Am einen Ende des Rohres gibt es eine abgedichtete \u00d6ffnung, durch die Propangas in das Rohr geleitet wird, am anderen Ende befindet sich ein Lautsprecher, der einen Ton abgibt. Dieser Ton bringt das Propangas im Rohr zum Schwingen, \u00e4hnlich wie die Luft in einer Blockfl\u00f6te schwingt und einen Ton erzeugt. Nur erzeugte das Rohr keinen Ton: Die Studierenden haben das entweichende Propangas angez\u00fcndet und gezeigt, wie das Gas aus den Bohrl\u00f6chern str\u00f6mt und dabei die Schallwelle des gespielten Tons nachbildet.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem hat eine Projektgruppe ein neues Motorradkoffersystem f\u00fcr eine BMW F800GS entworfen. Das Besondere ist, dass MotorradfahrerInnen einen Koffer sowohl als Top-Case, als auch als Seitenkoffer verwenden k\u00f6nnen. \u201eDie Koffersysteme, die man bisher f\u00fcr Motorr\u00e4der kaufen kann, lassen sich entweder nur oben auf dem Motorrad oder an der Seite montieren. Einen Koffer, der f\u00fcr beide Varianten genutzt werden kann, gibt es bisher noch nicht\u201c, erkl\u00e4rte Tobias Molzberger. Das neu entworfene Koffersystem komme au\u00dferdem ohne zus\u00e4tzliche Anbauteile aus. Die Befestigungseinrichtung besteht aus Haltern mit Gegenhaltern, mit denen sich die Koffer schnell und einfach am Motorrad befestigen lassen. Dadurch k\u00f6nnen MotorradfahrerInnen den Koffer in wenigen Sekunden ummontieren.<\/p>\n<p>Ein Projekt-Team kooperierte mit Dr. med. Ch. Ren\u00e9 Burchard, Leitender Oberarzt und Leiter des Gelenkzentrums im Kreisklinikum Siegen, und besch\u00e4ftigte sich mit Knieprothesen. Wenn ein\/e PatientIn ein k\u00fcnstliches Kniegelenk bekommt, lockert sich dieses meist ein paar Jahre nach der Operation, da sich der Knochen um das neue Kniegelenk zur\u00fcckbildet. Bei bisherigen Prothesen setzen \u00c4rzte dann einen sogenannten Stahlspacer ein, der die R\u00fcckbildung am Knochen ausgleicht. Allerdings kommt es nach dem Einsetzen eines solchen Spacers h\u00e4ufig noch zu weiteren Knochenr\u00fcckbildungen. Bei dem Titanschaumspacer, den die Projektgruppe untersucht hat, hofft man jedoch, dass die R\u00fcckbildung des Knochens durch eine raue Oberfl\u00e4chenstruktur verhindert werden k\u00f6nnte. Um das zu testen, hat die Gruppe eine Maschine entworfen, mit der \u00fcberpr\u00fcft werden kann, welche Kr\u00e4fte bei einem Knieimplantat mit Titanschaumspacern auf die Knochen wirken und ob diese Prothesenart weniger Knochenr\u00fcckbildungen hervorrufen k\u00f6nnte. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Kr\u00e4fte, die bei Stahl- und Titanschaumspacern auf die Knochen wirken, sich nicht so deutlich voneinander unterscheiden wie erwartet. Fazit: \u201eDie Unterschiede sind nicht gro\u00df genug, um endg\u00fcltig sagen zu k\u00f6nnen, ob die Titanschaumspacer besser sind\u201c, r\u00e4umte Luca Latsch ein.<\/p>\n<p>Alle Studierenden des Departments Maschinenbau m\u00fcssen das Pflichtfach \u201ePlanungs- und Entwicklungsprojekt\u201c (PEP) absolvieren. In diesem Fach arbeiten die Studierenden in Gruppen ein ganzes Semester an einem eigenen Projekt, das sie selber planen und umsetzen m\u00fcssen. In diesem Jahr haben insgesamt 21 Gruppen in zehnmin\u00fctigen Pr\u00e4sentationen ihre Projekte vorgestellt. Eine sechsk\u00f6pfige Jury hat die Projekte anschlie\u00dfend beurteilt. Dabei gingen nicht nur die Projektvorstellungen in die Bewertungen ein, sondern auch die Projektordner, Poster und Prototypen, die die Projektgruppen erstellt haben. Sechs Projekte erhielten F\u00f6rderpreis von der Firma Ferchau Engineering.<\/p>\n<p><em>Die Gewinner<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Platz 1: \u201eEntwicklung eines Pr\u00fcfstandes zur kontrollierten Initiierung eines Erm\u00fcdungsrisses in Radsatzachsen von Schienenfahrzeugen\u201c von Jonas Irle, Nicola Ralf St\u00fchn, Jonas Schr\u00f6ter und Julian Kohl sowie \u201eFlexibler Transport- und Bereitstellungswagen\u201c von Jan Pfeiffer, David Willner, Dennis Stegmann, Yousri Nafati und Felix Bernards.<\/li>\n<li>Platz 2: \u201eEntwicklung eines Flammenrohrs zur Sichtbarmachung von Schallwellen\u201c von Elif Yilmaz, Mounir Alfarwi, Ayman Haidar, Mahdi Kobbi und Normann Kandiza sowie \u201eEntwicklung eines Rasenkantenschneidemoduls f\u00fcr M\u00e4hroboter\u201c von Annika Rothenpieler, Lorena Partmann, Florian Bagsik, Chris Hoffmann und Bj\u00f6rn Achenbach.<\/li>\n<li>Platz 3: \u201eEntwicklung einer Pr\u00fcfvorrichtung zur Ermittlung von Gummi und PU-Lager Eigenschaften\u201c von Kilicaslan Yilmaz und Niklas St\u00f6cker sowie \u201eMethodische Entwicklung eines flexibel einsetzbaren Koffersystems f\u00fcr eine BMW F800GS\u201c von Janis Br\u00fcck, Alex Maier, Carsten Fischbach, Thorsten Schmidt und Tobias Molzberger.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>21 Projekte stellten Maschinenbau-Studierende der Universit\u00e4t Siegen jetzt auf dem Campus Paul-Bonatz-Stra\u00dfe der Universit\u00e4t Siegen vor. 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