{"id":9825,"date":"2018-07-17T09:16:31","date_gmt":"2018-07-17T07:16:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=9825"},"modified":"2018-07-17T09:20:36","modified_gmt":"2018-07-17T07:20:36","slug":"additive-fertigung-das-zukunftsthema-der-produktionstechnik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/additive-fertigung-das-zukunftsthema-der-produktionstechnik\/","title":{"rendered":"Additive Fertigung: Das Zukunftsthema der Produktionstechnik"},"content":{"rendered":"<p>Additive Fertigung ist das gro\u00dfe Zukunftsthema der Produktionstechnik. Der dreidimensionale Druck erg\u00e4nzt immer st\u00e4rker herk\u00f6mmliche Fertigungstechniken und ist in vielen anspruchsvollen Industrien wie der Medizintechnik, der Automobilindustrie und der Luft- und Raumfahrt bereits erfolgreich im Einsatz. Auch Gie\u00dfereiindustrie, Stahl- und Aluminiumbranche haben das Potenzial des 3D-Drucks erkannt. Das D\u00fcsseldorfer Messequartett GIFA, METEC, THERMPROCESS, NEWCAST 2019 (25. bis 29.Juni 2019) widmet dem Thema \u201eAdditive Manufacturing\u201c aus diesem Grund eine eigene Sonderschau.<\/p>\n<p>Generativen Fertigungsverfahren, wie der Oberbegriff f\u00fcr die unterschiedlichen additiven Fertigungstechnologien mit allen m\u00f6glichen Typen von 3D-Drucksystemen lautet, geh\u00f6rt die Zukunft. Schon heute ist die additive Fertigung mit Kunststoffen, Metallen und Keramik aus der Industrie nicht mehr wegzudenken. Knapp 40 Prozent der 2016 befragten deutschen Unternehmen nutzten 3D-Druck bereits, wie die Beratungsgesellschaft EY ermittelt hat. Das Potenzial quer durch alle Bereiche ist gewaltig. 3D-Druck mit Beton k\u00f6nnte die Baubranche revolutionieren, Bioprinting von lebendem Gewebe ist bereits m\u00f6glich \u2013 und selbst der Druck menschlicher Organe ist ein ernsthaft verfolgter Forschungsgegenstand.<\/p>\n<p>Den Metallbranchen \u2013 ob Gie\u00dferei oder Stahlerzeuger, Schmiede oder Blechverarbeiter \u2013 bietet der 3D-Druck neue Chancen. Mit dem 3D-Drucker erfolgt der Aufbau Schicht f\u00fcr Schicht auf Basis digitaler Kon-struktionsdaten. Material wird nur an den Stellen verbaut, wo es gebraucht wird. Wo konventionelle Fertigungsverfahren wie Gie\u00dfen, Fr\u00e4sen oder Schmieden an ihre Grenzen sto\u00dfen, spielen additive Technologien ihre St\u00e4rken aus. 3D-Druck bietet Konstrukteuren uneingeschr\u00e4nkte geometrische Freiheiten. Mit variierenden Wandst\u00e4rken, Hohlr\u00e4umen und Wabenstrukturen lassen sich beispielsweise komplexe funktionsintegrierte Bauteile mit bionischem Aufbau fertigen, wie eben die hochbelastbare automobile Leichtmetallkonstruktion aus dem 3iprint-Projekt.<\/p>\n<p>J\u00fcngstes Mitglied im Club der additiven Fertigung ist der Spezialist f\u00fcr metallurgischen Maschinen- und Anlagenbau <a href=\"http:\/\/www.sms-group.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SMS group<\/a>. Am Standort M\u00f6nchengladbach hat der f\u00fchrende Hersteller von H\u00fctten- und Walzwerkstechnik eine neue Pilotanlage zur Metallpulverherstellung errichtet. Mit der Pulververd\u00fcsungsanlage verfolgt das Unternehmen mehrere Ziele. Zum einen will SMS sowohl im Kundenauftrag hochreines Metall-pulver f\u00fcr additive Fertigung herstellen als auch neue Werkstoffe entwickeln und erproben. Das Unternehmen kann dabei auf eine jahrzehntelange Erfahrung im Verd\u00fcsen von Eisenpulver beispielsweise zum Sintern zur\u00fcckgreifen. Auch das umfangreiche metallurgische Know-how der Gruppe und die breite Kompetenz in thermischer Prozesstechnik bilden ein gutes Startkapital. Zum anderen m\u00f6chte der Anlagenbauer mit dem Vertrieb von Pulververd\u00fcsungsanlagen den schnell wachsenden Markt der Metallwerkstoffe f\u00fcr additive Fertigungsverfahren bedienen.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt ist die eigene Metallpulverherstellung ein Glied in der eigenen Prozesskette f\u00fcr additive Fertigung. Mit der Herstellung von additiv gefertigten Spr\u00fchk\u00f6pfen f\u00fcr Gesenkschmiedepressen hat der Anlagenbauer bereits erstes Potenzial der zukunftsweisenden Technologie f\u00fcr sich erschlossen. Spr\u00fchk\u00f6pfe entfernen Zunder von Gesenken, k\u00fchlen die Oberfl\u00e4che, bringen Schmierstoffe auf und trocknen die Gesenke. Der urspr\u00fcngliche Spr\u00fchkopf war ein massives und schweres Teil. Im dreidimensionalen Druck lassen sich sehr leichte und platzsparende Spr\u00fchk\u00f6pfe fertigen, die individuell an die Gegebenheiten einzelner Gesenke angepasst sind. Wie das Unternehmen berichtet, f\u00fchrt der Einsatz der je nach Kundenwunsch wahlweise in Kunststoff oder Metall gefertigten 3D-Spr\u00fchk\u00f6pfe zu einer Senkung der Taktzeit und einer Verl\u00e4ngerung der Werkzeug-Standzeit beim Gesenkschmieden.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse weiterer Projekte seien nicht weniger vielversprechend, wie SMS mitteilt. Ein neues Walzenk\u00fchlrohr f\u00fcr Drahtwalzwerke etwa \u00fcberzeugt durch ein konturangepasstes Design mit integrierten D\u00fcsen. Durch den Einsatz von Alumide, einer Werkstoffkombination von Aluminium- und Kunststoffpulver, ist die Konstruktion leichter und kosteng\u00fcnstiger als das herk\u00f6mmliche Bauteil. Im Bereich Stahl-Konverter konnten die f\u00fcr die Stahlschmelzen eingesetzten SIS-Injektoren um 60 Prozent verkleinert und aus einem einzigen anstatt aus acht Teilen hergestellt werden. Und Rohrschwei\u00dfanlagen der SMS group k\u00f6nnen dank ge-druckter Teile zuk\u00fcnftig auch 14 Zoll und kleinere Rohrdurchmesser herstellen, da in einer hybriden Bauweise aus additiver und konventioneller Fertigung kleinere, aber leistungsstarke Schmierringe f\u00fcr die Expanderwerkzeuge machbar sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Additive Fertigung ist das gro\u00dfe Zukunftsthema der Produktionstechnik. 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