{"id":9803,"date":"2018-07-14T13:56:08","date_gmt":"2018-07-14T11:56:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=9803"},"modified":"2018-07-14T13:56:08","modified_gmt":"2018-07-14T11:56:08","slug":"investition-in-die-medizin-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/investition-in-die-medizin-zukunft\/","title":{"rendered":"Investition in die Medizin-Zukunft"},"content":{"rendered":"<p>Die Sparkasse Siegen und die Universit\u00e4t Siegen verst\u00e4rken ihr Engagement in der Region. Gemeinsam stellten Wilfried Groos (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse) und Prof. Dr. Holger Burckhart (Rektor der Universit\u00e4t) zwei Projekte vor, um die medizinische und finanzielle Grundversorgung der Bev\u00f6lkerung auf dem Land mithilfe digitaler Medien und Technologien auszubauen. Die beiden ausgezeichneten Projekte DIPRA und INTEGER werden in das bundesweit beachtete Projekt \u201eMedizin neu denken\u201c eingebettet.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 2018 hatte die Universit\u00e4t den Wettbewerb DIVE (\u201eDigital unterst\u00fctzte medizinische und finanzielle Versorgung der Bev\u00f6lkerung im l\u00e4ndlichen Raum\u201c) ausgelobt. Das F\u00f6rdervolumen betr\u00e4gt insgesamt 150.000 Euro, zur Verf\u00fcgung gestellt von der Sparkasse Siegen. In einem Auswahlverfahren unter Beteiligung der Senatskommission f\u00fcr Internationales und Kooperationen, der Senatskommission f\u00fcr Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs sowie der Sparkasse Siegen und der Hochschulleitung fiel die Entscheidung auf zwei Projekte.<\/p>\n<p>Als Tandem stehen Prof. Dr. Dr. Bj\u00f6rn Niehaves (Forschungskolleg der Universit\u00e4t Siegen) und Dr. Dr. med. Charles Christian Adarkwah (Familydocs, Gemeinschaftspraxis f\u00fcr Allgemeinmedizin, Kreuztal) hinter dem Projekt DIPRA (\u201eExploration und Konzeption Digitaler Praxen zur Verbesserung der Versorgung im l\u00e4ndlichen Raum\u201c). Ziel des Projektes ist, Arztpraxen in der Region neue M\u00f6glichkeiten hinsichtlich der Digitalisierung aufzuzeigen. Dazu sollen Prozesse im Alltagsgesch\u00e4ft zwischen \u00c4rztInnen und Patienten umfassend analysiert werden, um anschlie\u00dfend geeignete Technologien zu entwickeln. So k\u00f6nnten beispielsweise Gesundheitsdaten mobil erfasst und digital an behandelnde \u00c4rztInnen \u00fcbertragen werden, um eine kurzfristige Intervention im Fall eines kritischen Zustandes zu erm\u00f6glichen. Auch Reha-\u00dcbungen k\u00f6nnten durch digitale Technik effektiver unterst\u00fctzt werden. Entstehen soll auf diesem Wege ein \u201eBaukasten\u201c von digitalen L\u00f6sungen, den Arztpraxen aus den verschiedensten medizinischen Fachrichtungen nutzen k\u00f6nnen. Die land\u00e4rztlichen Praxen in der Region k\u00f6nnten so ihren Praxis- und Versorgungsalltag durch die Anwendung digitaler Medizinl\u00f6sungen sp\u00fcrbar verbessern.<\/p>\n<p>Das zweite Projekt wird von Prof. Dr. Holger Sch\u00f6nherr (Department Chemie und Biologie, Fakult\u00e4t IV der Universit\u00e4t Siegen) und PD Dr. Erwin Thiel (ERT-Optik, Siegen) verantwortet. INTEGER steht f\u00fcr \u201eIntegrierte digitale Diagnostik mit intelligenten Sensormaterialien f\u00fcr die Versorgung im l\u00e4ndlichen Raum\u201c. Im Projekt soll ein sensorisches Pflaster entwickelt werden, das bei UV-Belichtung im Falle einer bakteriellen Infektion diese durch eine Farb\u00e4nderung anzeigt. Durch die Anwendung von modernsten Biochemischen-Sensormaterialien, Lichtleitertechnik und Daten\u00fcbertragung wird somit mittelfristig eine integrierte digitale Diagnostik verwirklicht, deren Ergebnisse Patienten, Pflegefachkr\u00e4fte oder \u00c4rztInnen auch aus der Ferne einsehen k\u00f6nnen. Patienten m\u00fcssten dann nicht mehr notwendigerweise eine Arztpraxis aufsuchen, um eine Wunde untersuchen zu lassen \u2013 die Wunde k\u00f6nnte kontinuierlich durch das intelligente Pflaster \u00fcberwacht und die ermittelten Daten der Arztpraxis zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Eine solche integrierte Diagnostik k\u00f6nnte zuk\u00fcnftig erweitert werden und damit f\u00fcr eine fr\u00fchzeitige Erkennung von Erkrankungen sorgen, noch bevor akute Beschwerden auftreten. Das Projekt liefert mit dem sensorischen Pflaster einen konkreten Prototyp. Nach diesem Vorbild k\u00f6nnten dann zuk\u00fcnftig intelligente Sensoren beispielsweise auch den Blutzuckerspiegel \u00fcberwachen \u2013 zuverl\u00e4ssig und voll in den Alltag der Menschen integriert.<\/p>\n<p>Das Thema der Versorgung in der Fl\u00e4che besch\u00e4ftigt die Mediziner ebenso wie die Sparkasse. Der demographische Wandel hat zur Folge, dass die Bev\u00f6lkerung auf dem Land \u00fcberaltert und immer weniger mobil ist. Gleichzeitig steige auch bei der Sparkasse die Nachfrage nach digitalen Angeboten. Diese m\u00fcssten m\u00f6glichst intuitiv sein, damit Menschen jeden Alters sie nutzen k\u00f6nnen. Auch die Sparkasse arbeitet daher an immer neuen Wegen hin zum Kunden. \u201eWir als regional verwurzeltes Institut f\u00fchlen uns auch den Menschen in der Fl\u00e4che verpflichtet\u201c, sagte Wilfried Groos. \u201eUnser \u00f6ffentlicher Auftrag lautet, die Bev\u00f6lkerung mit Finanzdienstleistungen und Bargeld zu versorgen. Allerdings m\u00fcssen wir diesen Auftrag im demographisch ver\u00e4nderten und digitalisierten Raum neu denken. Dabei darf die DNA Sparkasse, das was uns im Kern ausmacht, nicht verloren gehen, sondern muss neu interpretiert werden. Daher arbeiten wir stetig an neuen L\u00f6sungen wie zum Beispiel unserem Bargeld-Bring-Service oder dem Servicechat, wo unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neue Wege zum Kunden aufmachen, die gern in Anspruch genommen werden. Im Austausch mit der heimischen Universit\u00e4t k\u00f6nnen wir neue Erkenntnisse gewinnen, wie wir diese L\u00f6sungen weiter entwickeln und unserem Versorgungsauftrag auch zuk\u00fcnftig bestm\u00f6glich gerecht werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eMit dem Projekt \u201aMedizin neu denken\u2018 m\u00f6chten wir die \u00e4rztliche Versorgung auf dem Land sicherstellen \u2013 digital unterst\u00fctzt, aber vom Menschen praktiziert. Die beiden Sieger-Projekte sind wunderbare Beispiele, wie innovative Technik den Alltag von \u00c4rztInnen und Patienten verbessern kann\u201c, sagte Prof. Dr. Holger Burckhart.<\/p>\n<p>Wilfried Groos: \u201eDie ausgezeichneten Projekte k\u00f6nnen helfen, medizinische Angebote ortsunabh\u00e4ngig zu machen und niedrigschwellige digitale L\u00f6sungen zu entwickeln. W\u00e4hrend das erste Projekt den Bedarf der Medizinerinnen und Mediziner in den Fokus r\u00fcckt und analysiert, werden im zweiten Projekt L\u00f6sungen entwickelt. Hier entstehen spannende Synergieeffekte, die wir im Rahmen einer Wertsch\u00f6pfungskette gern weiter begleiten m\u00f6chten in Form einer Spende \u2013 f\u00fcr die praktische Umsetzung. Im Bereich der digitalen Medizintechnik ergeben sich gro\u00dfe M\u00f6glichkeiten zum Beispiel f\u00fcr Startups und somit letztlich auch f\u00fcr die Schaffung neuer Arbeitspl\u00e4tze in der Region.\u201c<\/p>\n<p>Die Sparkasse Siegen unterst\u00fctzt mit ihrer Spende ein drittes Vorhaben des Projektpakets, welches innerhalb des Klinikverbundes der vier Siegener Kliniken modellhaft mit dem Kreisklinikum Siegen durchgef\u00fchrt wird. Im Zentrum dieses Vorhabens steht eine klinische und medizinische Versorgungskette aus vier ineinandergreifenden Gliedern, die modellhaft f\u00fcr Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen aufgebaut und erprobt werden soll: Vom Patienten ausgehend, soll erstens wohnungsnah ein kommunales Versorgungszentrum in der Fl\u00e4che entwickelt werden. Dieses ist zweitens an das Medizinische Versorgungszentrum einer Klinik angebunden, welches im dritten Schritt an die Fachabteilung einer Klinik gekoppelt ist. Als viertes Glied des Vorhabens steht, im zu erprobenden Fall, die Hochleistungsmedizin des Forschungszentrums f\u00fcr neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und des Universit\u00e4tsklinikums Bonn zur Verf\u00fcgung. Damit k\u00e4me dem Patienten auf dem Land eine klinische und medizinische Versorgung auf h\u00f6chstem Niveau zugute.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sparkasse Siegen und die Universit\u00e4t Siegen verst\u00e4rken ihr Engagement in der Region. 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