{"id":9752,"date":"2018-07-11T10:09:07","date_gmt":"2018-07-11T08:09:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=9752"},"modified":"2018-07-11T10:09:07","modified_gmt":"2018-07-11T08:09:07","slug":"aus-dem-naehkaestchen-geplaudert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/aus-dem-naehkaestchen-geplaudert\/","title":{"rendered":"\u201eAus dem N\u00e4hk\u00e4stchen geplaudert\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Da war er wieder: der l\u00e4ngste Tag des Jahres! Der bundesweite Aktionstag zur Unternehmensnachfolge fand auch bei der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) wieder statt. Mehr als 40 Zuh\u00f6rer lauschten den Ausf\u00fchrungen bei der Veranstaltung \u201eNachfolge zielgerichtet planen \u2013 Wie Unternehmen den \u00dcbergang meistern\u201c. Dieses Mal standen Familienunternehmen im Fokus. Eine Unternehmerin und zwei Unternehmer stellten sich den Fragen von Hans-Peter Langer (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer IHK Siegen) zum Nachfolgeprozess im eigenen Unternehmen.<\/p>\n<p>Jost Schneider ist seinerzeit \u00fcber unterschiedliche Stationen in das Unternehmen Walter Schneider GmbH &amp; Co. KG eingestiegen \u2013 freiwillig und ohne Druck durch die Familie. Neben Jost Schneider wird das Unternehmen von seinem Bruder Kurt und seinem Neffen Christian gef\u00fchrt \u2013 jeder mit einem eigenen Verantwortungsgebiet. \u201eEs ist sch\u00f6n und gut, dass wir uns beruflich und privat gut verstehen. Bei Unstimmigkeiten setzen wir uns so lange zusammen, bis es ein Ergebnis gibt, das wir alle nach au\u00dfen vertreten k\u00f6nnen\u201c, sagt IHK-Vizepr\u00e4sident Jost Schneider. \u00dcber das Positive einer familieninternen Nachfolge stellt er fest: \u201eMan wei\u00df ja bei Eintritt in das Unternehmen, was einen erwartet. Man kennt die Personen und die zu erledigenden T\u00e4tigkeiten.\u201c Mit einem Augenzwinkern gibt er zu: \u201eEbenso wei\u00df man um die Leichen im Keller.\u201c<\/p>\n<p>Das war bei Nina Patisson, Albrecht B\u00e4umer GmbH &amp; Co. KG, ganz anders. F\u00fcr sie stand fr\u00fch fest: \u201eIns Unternehmen will ich nicht.\u201c Nach der Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau stellte sie schnell fest, dass die berufliche Herausforderung fehlte. Nina Patisson schloss ein BWL-Studium mit internationaler Ausrichtung ab. W\u00e4hrenddessen merkte sie, dass das, was die Albrecht B\u00e4umer GmbH &amp; Co. KG bietet, genau das ist, was sie wollte. Druck vom Vater gab es keinen \u2013 jedoch durchaus die Anfrage, ob und wann sie denn ins Unternehmen komme. Andere Familienmitglieder fanden diese Idee nicht so toll, sodass Nina Patisson erst dreieinhalb Jahre sp\u00e4ter den Posten der Marketingleitung \u00fcbernommen hat. Gemeinsam mit ihrem Schwager leitet sie nun das Unternehmen \u2013 mit klarer Aufgabenteilung. \u201eEinmal pro Woche treffen wir uns zum Austausch. Man lernt in der Zusammenarbeit, dass man selbst \u00fcber Kleinigkeiten sprechen muss \u2013 \u201aPupsgesp\u00e4che\u2018 nennen wir das.\u201c Ganz frisch ist die Familienverfassung, die unter anderem regelt, wie k\u00fcnftig die Nachfolge aussehen soll. \u201eWir haben uns f\u00fcr einen Beirat entschieden, der die Kompetenz zur Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerbestellung innehat. Die Familie soll in der Zukunft aus dieser hoch emotionalen Entscheidung herausgehalten werden.\u201c<\/p>\n<p>Christian Bald trat 2005 als dritte Generation ins Unternehmen M\u00f6belhaus Heinrich Bald GmbH &amp; Co. KG ein. Zuvor sammelte er nach seinem BWL-Studium au\u00dferhalb des Unternehmens und der M\u00f6belbranche Berufserfahrung. Ein guter Weg, wie er findet. Nach seinem Eintritt in das Unternehmen stellte sich die Frage, wie es weitergehen soll. \u201eWie sollen die Anteile verteilt werden und wieviel ist das Unternehmen \u00fcberhaupt wert?\u201c Viele Gespr\u00e4che ohne und mit externer Unterst\u00fctzung durch diverse Berater wie Steuerberater, Rechtsanwalt und Fachanwalt f\u00fcr Steuerrecht f\u00fchrten letztendlich zur Kl\u00e4rung. Christian Bald: \u201eAuch der Einkaufsverband hat uns mit vielen Informationen weitergeholfen.\u201c<\/p>\n<p>Mit einer breit aufgestellten Ausbildung, mit viel Zeit, Erfahrung in anderen Unternehmen \u2013 wom\u00f6glich noch branchenfremd \u2013 zu sammeln und vor allem aus freien St\u00fccken ins Unternehmen einzusteigen: Diese Tipps gaben die Unternehmerin und die Unternehmer an Nachfolger weiter. Wichtig ist den drei IHK-Vollversammlungsmitgliedern ebenfalls, dass die Nachfolger auf Augenh\u00f6he ins Unternehmen eintreten. Also mit einer verantwortungsvollen Aufgabe. Und nicht als Tochter oder Sohn des Chefs. So lasse sich die Akzeptanz eines sp\u00e4teren F\u00fchrungswechsels bei Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten steigern.<\/p>\n<p>An die Senior-Unternehmer richtete Christian Bald den Hinweis: \u201eFangen Sie fr\u00fchzeitig an und nehmen Sie sich Zeit f\u00fcr den Nachfolgeprozess. Vom ersten Gedanken bis zur schlussendlichen Umsetzung k\u00f6nnen leicht f\u00fcnf Jahre vergehen.\u201c Nina Patisson wies darauf hin, die Aufgaben im Unternehmen sorgf\u00e4ltig zu verteilen und allen Beteiligten einen Verantwortungsbereich zu \u00fcbergeben. Die Senioren-Generation solle sich aufgeschlossen gegen\u00fcber den neuen Ideen des Juniors zeigen. Einig waren sich alle: Miteinander reden ist und bleibt das A und O!<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzend stellte Christian Gnegel, Prokurist und F\u00f6rderberater bei der NRW.BANK, m\u00f6gliche Programme zur Nachfolge-Finanzierung vor. Er beschrieb Auswirkungen auf das risikogerechte Zinssystem und die m\u00f6gliche Absicherung durch die B\u00fcrgschaftsbank NRW. \u201eBei den monatlich stattfindenden F\u00f6rdersprechtagen der IHK Siegen geben wir gemeinsam mit der B\u00fcrgschaftsbank NRW erste Hilfestellungen, welche F\u00f6rderinstrumente passend sein k\u00f6nnen \u2013 seit \u00fcber 20 Jahren\u201c, so Christian Gnegel.<\/p>\n<p>Als einer von 15 ehrenamtlichen IHK-Mentoren unterst\u00fctzt Rudolf Gr\u00fcneberg Gr\u00fcnder und Unternehmer bei den allt\u00e4glichen H\u00fcrden des Unternehmerdaseins: \u201eW\u00e4hrend meiner langj\u00e4hrigen Berufst\u00e4tigkeit als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer mehrerer international t\u00e4tiger Unternehmen habe ich mir K\u00f6nnen und Wissen angeeignet, welches ich an andere weitergeben m\u00f6chte.\u201c Die ehrenamtlichen Mentoren der IHK Siegen stehen f\u00fcr freundschaftliche Begleitung. Sie bieten praktische Hilfestellungen und Einsch\u00e4tzungen aus ihrer Erfahrung und helfen bei der Suche nach L\u00f6sungsans\u00e4tzen \u2013 auch bei Fragen zur Unternehmensnachfolge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da war er wieder: der l\u00e4ngste Tag des Jahres! Der bundesweite Aktionstag zur Unternehmensnachfolge fand auch bei der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) wieder statt&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":9754,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[30,11],"tags":[],"class_list":["post-9752","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-vermischtes","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bundesweiter-Aktionstag-zur-Unternehmensnachfolge-bei-der-IHK-_WEB.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9752","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9752"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9752\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9757,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9752\/revisions\/9757"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9754"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9752"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9752"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9752"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}