{"id":9559,"date":"2018-06-27T12:43:19","date_gmt":"2018-06-27T10:43:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=9559"},"modified":"2018-06-27T12:43:19","modified_gmt":"2018-06-27T10:43:19","slug":"immer-weitere-wege-bei-fach-und-fuehrungskraeften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/immer-weitere-wege-bei-fach-und-fuehrungskraeften\/","title":{"rendered":"Immer weitere Wege bei Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4ften"},"content":{"rendered":"<p>\u201eQualifizierte Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4fte sind in etlichen Branchen mittlerweile Mangelware. Die Betriebe gehen im wahrsten Sinne des Wortes immer weitere Wege, um Personal zu rekrutieren. Nicht selten suchen sie bereits in einem Umkreis von 100 Kilometern. Das verdeutlicht, wie gro\u00df die Not bereits ist. Nicht in jedem, aber in immer mehr Unternehmen\u201c, fasst Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener die Ergebnisse der j\u00fcngsten Umfrage der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) zum Thema zusammen. 104 Personalchefs aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe beteiligten sich hieran. \u00dcber die H\u00e4lfte der Befragten sei aktuell schon auf die Rekrutierung externer Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4fte angewiesen oder erwarte dies auf jeden Fall in den kommenden Jahren. Fast ein weiteres Drittel vermute es immerhin f\u00fcr die Zukunft. Nur jeder f\u00fcnfte Betrieb halte eine Rekrutierung von externen Fachkr\u00e4ften f\u00fcr \u00fcberhaupt nicht notwendig. Die Anteile der externen Fachkr\u00e4fte an der gesamten Belegschaft seien zwar noch gering. Trotzdem tr\u00fcgen sie merklich zur Fachkr\u00e4ftesicherung bei. Sie m\u00fcssten in Zukunft weiter steigen, wenn die Besch\u00e4ftigung stabil gehalten werden solle. Andererseits sei es laut Umfrage f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der befragten Firmen schwierig, geeignete Bewerber mit einem guten Jobangebot zu einem Umzug in die Region zu bewegen: Nur zwei der befragten Personalchefs hielten dies f\u00fcr \u201esehr einfach\u201c oder \u201emeistens einfach\u201c, knapp zwei Drittel indessen f\u00fcr \u201eeher schwierig\u201c bis \u201esehr schwierig\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDie Firmen w\u00fcnschen sich daher nicht nur Hilfen bei Kinderbetreuung und Wohnungssuche. Auch bessere regionale Informations- und Willkommensangebote tragen dazu bei, mehr externe Fachkr\u00e4fte in die Region zu locken. In den Bewerbungsgespr\u00e4chen werden den Personalchefs zugleich die infrastrukturellen Defizite der heimischen Region klar kommuniziert\u201c, verdeutlicht Klaus Gr\u00e4bener: \u201eWer produzieren will, braucht Ideen, K\u00f6pfe, Fl\u00e4chen, Breitband und eine vern\u00fcnftige Verkehrsanbindung. Dass die heimischen Personalchefs einige dieser Segmente als Flaschenhals ihrer weiteren wirtschaftlichen Entwicklung sehen, fassen wir als Auftrag auf, hier auch zuk\u00fcnftig unnachgiebig auf Verbesserungen zu dr\u00e4ngen. Das wiederum erfordert das penetrante Bohren ganz dicker Bretter.\u201c<\/p>\n<p>So gibt deutlich mehr als ein Drittel der Unternehmen die schlechte Verkehrsanbindung in der Region als kritisch bei der Anwerbung externer Fachkr\u00e4fte an. Fast ein Drittel klagt zudem \u00fcber ein defizit\u00e4res Angebot an \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln. Die Abh\u00e4ngigkeit vom Auto sehen dadurch auch 43 Prozent der Betriebe als Nachteil bei der Anwerbung externer Arbeitskr\u00e4fte. Mehr als jeder Zweite stuft so die Ferne zu Metropolen als negativ f\u00fcr die Region ein. In Bezug auf die mangelhafte Breitbandabdeckung sagt das ein Viertel. Etwas weniger beklagen ferner zu wenige Veranstaltungs-, Kultur- und Freizeitangebote.<\/p>\n<p>Die Unternehmen betonen aber auch die positiven Aspekte der Region: 60 Prozent geben allen voran die attraktive Landschaft als Pluspunkt an. \u201eDas von der S\u00fcdwestfalen Agentur ausgesprochene Motto \u201aLeben und Arbeiten, wo andere Urlaub machen\u2018 ist also goldrichtig f\u00fcr das Regionalmarketing\u201c, best\u00e4tigt Stephan J\u00e4ger, IHK-Referatsleiter \u201eArbeitsmarkt, Konjunktur und Statistik\u201c. Bei den positiven Nennungen folgen die \u201egute Lebensqualit\u00e4t\u201c (50 Prozent) und \u201egeringe Lebenshaltungskosten\u201c (36 Prozent). Fast ein Drittel der Befragten ist auch der Meinung, die vergleichsweise g\u00fcnstigen Wohnungs- und Immobilienangebote wirkten sich insgesamt positiv auf die Anwerbung externer Fachkr\u00e4fte aus. \u201eWir m\u00fcssen unsere eigenen St\u00e4rken besser verinnerlichen und diese auch nach au\u00dfen viel offensiver und selbstbewusster herausstellen. Ein B\u00e4cker, der sein eigenes Produkt verschm\u00e4ht, wird nicht viele Br\u00f6tchen verkaufen. Nur wenn wir von unserer Region begeistert sind, k\u00f6nnen wir andere f\u00fcr uns begeistern\u201c, ist Klaus Gr\u00e4bener sicher.<\/p>\n<p>Dazu kann aus Sicht der heimischen Firmen eine kreative Kommunalpolitik wichtige Impulse beisteuern: Die H\u00e4lfte der Unternehmen w\u00fcnscht sich Hilfen bei der Haus- und Wohnungssuche f\u00fcr die externen Arbeitskr\u00e4fte. Knapp 43 Prozent w\u00fcnschen sich f\u00fcr die externen Bewerber auch Hilfe bei der Kinderbetreuung. Etwa genauso viele sehen Informationsbrosch\u00fcren (41 Prozent) oder Veranstaltungen und Aktionen (38 Prozent) als hilfreich an \u2013 insbesondere wenn sie sich auf Freizeit-, Kultur- und Gastronomieangebote beziehen. Auf der Wunschliste folgen Willkommensnetzwerke (35 Prozent) und Willkommensveranstaltungen (27 Prozent). Unterst\u00fctzung bei Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen und einen sogenannten \u201eCareer Service\u201c findet jeder vierte Betrieb gut. Letzterer vermittelt Partnern und Partnerinnen der Angeworbenen regionale Jobangebote. Stephan J\u00e4ger: \u201eEin Viertel der Unternehmen betrachtet es zudem in mittel- und langfristiger Hinsicht als wichtig, Kontakte zu denjenigen jungen Menschen aufzubauen oder zu halten, die in den letzten Jahren die heimische Wirtschaftsregion verlassen und anderen Ortes ihre Zelte aufgeschlagen haben. Gerade diejenigen, die sich in teuren Metropolen mit der Familiengr\u00fcndung befassen, m\u00fcssen wir zuk\u00fcnftig offensiver als bisher ansprechen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eQualifizierte Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4fte sind in etlichen Branchen mittlerweile Mangelware. 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