{"id":9430,"date":"2018-06-13T13:34:26","date_gmt":"2018-06-13T11:34:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=9430"},"modified":"2018-06-13T14:55:06","modified_gmt":"2018-06-13T12:55:06","slug":"der-diesel-ist-kein-killer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/der-diesel-ist-kein-killer\/","title":{"rendered":"Der Diesel ist kein &#8222;Killer&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Die Schlagzeilen zur \u00f6ffentlichen Diesel-Diskussion machen schwindelig: \u201e38.000 Tote durch steigende Diesel-Abgase\u201c oder \u201eWeltweit drei Millionen Todesf\u00e4lle durch Feinstaub in der Au\u00dfenluft\u201c hei\u00dft es da. Aber ist der Diesel tats\u00e4chlich ein \u201eKiller\u201c? Die Antwort von Prof. Dr. Dieter K\u00f6hler ist eindeutig: \u201eNein!\u201c Gebannt verfolgten die Mitglieder der frisch gew\u00e4hlten Vollversammlung im Bernhard-Weiss-Saal der IHK Siegen den Vortrag des renommierten Wissenschaftlers und ehemaligen Pr\u00e4sidenten der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Pneumologie (Lungenheilkunde) und des Verbandes Pneumologischer Kliniken.<\/p>\n<div id=\"attachment_9437\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/046-18-Prof.K\u00f6hler.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9437\" class=\"size-medium wp-image-9437\" src=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/046-18-Prof.K\u00f6hler-300x189.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"189\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/046-18-Prof.K\u00f6hler-300x189.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/046-18-Prof.K\u00f6hler-768x483.jpg 768w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/046-18-Prof.K\u00f6hler.jpg 777w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9437\" class=\"wp-caption-text\">IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel (links) und IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener (rechts) diskutierten mit dem renommierten Wissenschaftler Prof. Dr. Dieter K\u00f6hler \u00fcber die Dieselproblematik und das Thema Feinstaubbelastung.<\/p><\/div>\n<p>Tats\u00e4chlich haben die Feinstaubemissionen der j\u00fcngeren Vergangenheit keinen einzigen Todesfall verursacht, legt sich Prof. K\u00f6hler fest. Die aktuellen Mengen in der Au\u00dfenluft seien nahezu ohne Bedeutung f\u00fcr die Gesundheit. \u201eZigarettenrauch hat millionenfach mehr Feinstaub als die Luft an Hauptverkehrsstra\u00dfen! Selbst passives Rauchen ist deutlich gef\u00e4hrlicher.\u201c Die Untersuchungsergebnisse, mit denen beispielsweise die Weltgesundheitsorganisation WHO den Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastung und gesundheitlicher Gef\u00e4hrdung herstellt, lie\u00dfen die gezogenen Schlussfolgerungen nicht zu. Vielmehr wiesen solche Studien gravierende Fehler auf: Typischerweise w\u00fcrden Bev\u00f6lkerungsgruppen, die an viel befahrenen Stra\u00dfen wohnen, mit solchen in l\u00e4ndlichen Bereichen oder mit ruhigeren Zonen verglichen. Die gemessenen Unterschiede seien zwar da, jedoch minimal und letztlich in einer Gr\u00f6\u00dfenordnung, die schon von kleinsten St\u00f6rfaktoren, also alternativen Ursachen, massiv beeinflusst werde. Mit hoher Wahrscheinlichkeit seien unterschiedliche Lebensgewohnheiten und Gesundheitszust\u00e4nde der Menschen gemessen worden \u2013 nicht mehr.<\/p>\n<p>Die grunds\u00e4tzliche Kritik von Prof. K\u00f6hler: Es w\u00fcrden h\u00e4ufig zwei Entwicklungen in eine kausale Beziehung gesetzt, die sich zwar im selben Ma\u00df ver\u00e4nderten, allerdings ohne dass der Zusammenhang tats\u00e4chlich bewiesen w\u00fcrde. So sei bekannt, dass die Zahl der St\u00f6rche abnehme, wo auch die Zahl der Neugeborenen abnimmt. Bringen deshalb St\u00f6rche die Kinder? Ein anderes Beispiel sei die Entwicklung der durchschnittlichen Lebenserwartung in Deutschland: \u201eSie entwickelt sich exakt wie die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge in Deutschland. Trotzdem w\u00fcrden wir niemals blind dem Schluss folgen, dass wir nur mehr Autos br\u00e4uchten, um \u00e4lter zu werden. Bei den Feinstaub- und Dieselstudien machen wir allerdings genau das!\u201c<\/p>\n<p>Geradezu abenteuerlich seien die Behauptungen des Umweltbundesamtes zur Stickoxidbelastung. Jedes Jahr soll es laut dieser Beh\u00f6rde zu 6000 \u201evorzeitigen Todesf\u00e4llen\u201c durch Stickoxide kommen. Auch diese Studie hinterfrage viele St\u00f6rfaktoren nicht bzw. sei gar nicht in der Lage, 1000-fach h\u00f6here St\u00f6rfaktoren wie Zigarettenrauchen zu eliminieren, da hier bereits kleinste Unterschiede zwischen den Gruppen die Messgr\u00f6\u00dfe (hier Stickoxide) \u00fcbersteigen, so Prof. K\u00f6hler. Wie abwegig die Erkenntnisse tats\u00e4chlich seien, zeige erneut ein Vergleich mit dem Rauchen. \u201eDie NO2-Menge liegt im Rauch einer Zigarette bei rund 300.000 Mikrogramm pro Kubikmeter. Nimmt man ein Atemvolumen beim Rauchen einer Zigarette von zehn Litern an, atmet der Raucher 30.000 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft ein. Nach wenigen Tagen h\u00e4tte er die gleiche Dosis erreicht wie ein Nichtraucher, der ein Leben lang die Grenzdosis von 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft einatmen w\u00fcrde. Bei einer Schachtel am Tag m\u00fcssten demnach nach einigen Monaten alle Raucher alleine durch das NO2 sterben!\u201c Dies geschehe jedoch nachweislich nicht.<\/p>\n<p>Die Darstellung rief unter den Mitgliedern der Vollversammlung Erstaunen hervor. \u201eAngesichts der Bedeutung dieses Themas und unz\u00e4hliger Arbeitspl\u00e4tze, um die es am Ende geht, ist es geradezu fatal, dass Politik und \u00d6ffentlichkeit auf Grundlage derartiger ,Fake-Studien\u2018 und damit falscher Tatsachen diskutieren\u201c, unterstrich etwa Dr. Theodor Gr\u00e4bener (Dr. Theodor Gr\u00e4bener GmbH).<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr solche verbreiteten Falschannahmen sieht Prof. K\u00f6hler in einer Eigendynamik in den Forschergruppen: Nach einer gewissen Zeit, in der eine kritische Diskussion ausbleibe, werde vieles als gegeben hingenommen. Zudem seien durch \u00fcber 100 Mio. Euro \u00f6ffentliche F\u00f6rdermittel (meist EU) Infrastrukturen geschaffen worden, sie sich irgendwann selbst erhielten.<\/p>\n<p>Hinzu komme, dass Medien die Diskussionen emotional aufheizten. \u201eWir erleben, wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen auch, eine Ideologisierung der Wissenschaft\u201c, zog Prof. K\u00f6hler ein nachdenkliches Fazit. IHK-Vizepr\u00e4sident Axel E. Barten sprach sich aus der Sicht des Ingenieurs daf\u00fcr aus, das Prozedere f\u00fcr die Festlegung der Grenzwerte kritisch zu hinterfragen, auch und gerade wenn es aus Br\u00fcssel kommt. Auch IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel zeigte kein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die scheinbare Willk\u00fcr, mit der manche Grenzwerte festgelegt worden seien: \u201eBis heute hat mir niemand schl\u00fcssig erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, weshalb der Stickoxidgrenzwert auf der Stra\u00dfe bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter, an manchen Arbeitspl\u00e4tzen aber bei 950 Mikrogramm liegt (in der Schweiz sogar noch bei 6000 Mikrogramm), obwohl man dort viel mehr Zeit verbringt! Worin zudem der \u00f6kologische Mehrwert liegt, wenn der Verkehr angesichts eines Dieselfahrverbotes wie in Hamburg kilometerlange Umwege fahren muss und dabei mehr Kraftstoff verbraucht, d\u00fcrfte sich nur einer sehr begrenzten Zahl an Fachleuten erschlie\u00dfen\u201c, so Felix G. Hensel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schlagzeilen zur \u00f6ffentlichen Diesel-Diskussion machen schwindelig: \u201e38.000 Tote durch steigende Diesel-Abgase\u201c oder \u201eWeltweit drei Millionen Todesf\u00e4lle durch Feinstaub in der Au\u00dfenluft\u201c hei\u00dft es da&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9431,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[1,32,11],"tags":[],"class_list":["post-9430","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-infos","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/auspuff.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9430","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9430"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9430\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9438,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9430\/revisions\/9438"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9431"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9430"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9430"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9430"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}