{"id":9344,"date":"2018-05-30T11:08:39","date_gmt":"2018-05-30T09:08:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=9344"},"modified":"2018-05-30T11:08:39","modified_gmt":"2018-05-30T09:08:39","slug":"vereinbarkeit-von-familie-und-beruf-ernst-nehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/vereinbarkeit-von-familie-und-beruf-ernst-nehmen\/","title":{"rendered":"\u201eVereinbarkeit von Familie und Beruf ernst nehmen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>In Siegen-Wittgenstein soll es in jeder Kommune mindestens eine Kita geben, die l\u00e4ngere und flexiblere \u00d6ffnungszeiten anbietet. Das ist das erkl\u00e4rte Ziel von Landrat Andreas M\u00fcller und deshalb schl\u00e4gt er vor, das bisherige Modellprojekt von vier \u201eKitaPlus\u201c-Einrichtungen auf zehn Kitas auszudehnen. Dar\u00fcber wird der Jugendhilfeausschuss des Kreises erstmals in seiner Sitzung am 12. Juni beraten.<\/p>\n<p>Die aktuell vier \u201eKitaPlus\u201c-Angebote im Zust\u00e4ndigkeitsbereich des Kreisjugendamtes befinden sich in Bad Berleburg, Bad Laasphe, Freudenberg und Kreuztal. \u201eDie Erfahrungen mit den verl\u00e4ngerten \u00d6ffnungszeiten sind in diesen vier Einrichtungen au\u00dferordentlich gut\u201c, betont der Landrat. Insbesondere am fr\u00fchen Morgen ab 6:00 Uhr werden die erweiterten \u00d6ffnungszeiten sehr gerne genutzt, aber auch f\u00fcr die Stunden bis 19:00 Uhr gibt es ganz offensichtlich einen Bedarf\u201c, so der Landrat.<\/p>\n<p>\u201eDie Arbeitswelt verlangt von Eltern immer gr\u00f6\u00dfere Flexibilit\u00e4t. Dem m\u00fcssen wir bei der Ausgestaltung unserer Betreuungsangebote Rechnung tragen\u201c, sagt Andreas M\u00fcller: \u201eInsbesondere Alleinerziehende, Berufst\u00e4tige im Schichtdienst, Berufsr\u00fcckkehrer und Selbst\u00e4ndige stehen vor besonderen Herausforderungen, wenn es darum geht, ihre Arbeitszeiten mit den \u00fcblichen Kita-\u00d6ffnungszeiten in Einklang zu bringen. Deshalb gilt: Wer die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wirklich ernst nimmt, kann auf l\u00e4ngere und damit flexiblere Betreuungszeiten in den Kitas nicht verzichten\u201c, ist der Landrat \u00fcberzeugt. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen verl\u00e4ngerte Kita-\u00d6ffnungszeiten auch helfen, den Fachkr\u00e4ftemangel in der Region zu lindern: \u201eDie Frauenerwerbsquote in Siegen-Wittgenstein liegt nach wie vor deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Wenn wir insbesondere M\u00fcttern von kleinen Kindern erm\u00f6glichen wollen, wieder ins Berufsleben einzusteigen, brauchen wir verl\u00e4ssliche Betreuungsangebote auch in den Randzeiten.\u201c<\/p>\n<p>Zurzeit werden im Rahmen des Bundesprogramms \u201eKitaPlus\u201c zukunftsf\u00e4hige Konzepte gef\u00f6rdert, die \u00d6ffnungszeiten vor und nach den \u00fcblichen \u00d6ffnungszeiten einer Kita anbieten, also deutlich vor 8:00 Uhr beziehungsweise nach 16:00 Uhr. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen auch Betreuungszeiten am Wochenende und an Feiertagen angeboten werden, wenn daf\u00fcr ein entsprechender Bedarf besteht. Derzeit ist noch nicht klar, ob die F\u00f6rderung des Bundes \u00fcber den 31. August 2018 hinaus fortgesetzt wird.<\/p>\n<p>Im Zust\u00e4ndigkeitsbereich des Kreisjugendamtes werden aktuell die AWO Kita \u201eLaubfrosch\u201c in Bad Berleburg, die AWO Kita \u201ePfingstweide\u201c in Bad Laasphe, die AWO Kita \u201eFriedenshort\u201c in Freudenberg und die Kita \u201eKasimir\u201c der\u00a0 Alternativen Lebensr\u00e4ume (ALF) in Kreuztal im Rahmen von \u201eKitaPlus\u201c gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Um die vier Modelle weiterf\u00fchren zu k\u00f6nnen und auch in den \u00fcbrigen sechs Kommunen jeweils eine Kita mit l\u00e4ngeren \u00d6ffnungszeiten einzurichten, schl\u00e4gt der Landrat vor, Mittel f\u00fcr die F\u00f6rderung von maximal zehn Einrichtungen durch den Kreis Siegen-Wittgenstein im kommenden Haushalt einzuplanen. Die Gelder sollen in dem Fall zur Verf\u00fcgung stehen, dass die Bundesf\u00f6rderung tats\u00e4chlich ausl\u00e4uft und auch das Land keine Mittel\u00a0 f\u00fcr verl\u00e4ngerte \u00d6ffnungszeiten in Kindertageseinrichtungen zur Verf\u00fcgung stellt.<\/p>\n<p>Nach jetzigem Erfahrungsstand reicht die Erweiterung der \u00d6ffnungszeiten pro Kita um bis zu 25 Stunden pro Woche aus. Deshalb rechnet das Kreisjugendamt mit einem j\u00e4hrlichen Budget von 70.000 Euro in Anlehnung an den F\u00f6rderbetrag aus dem Bundesprogramm \u201eKitaPlus\u201c. Dies entspricht bei zehn Einrichtungen, die erweiterte und flexiblere \u00d6ffnungszeiten ab dem 1. August 2019 anbieten sollen, einem Gesamtbudget f\u00fcr das Haushaltsjahr 2019 von maximal 291.666,67 Euro. Der Start der neuen Angebote ist realistisch nicht vor dem 1. August 2019 m\u00f6glich, da zun\u00e4chst entsprechende Vorbereitungen getroffen werden m\u00fcssen, wie z.B. die Auswahl der Kitas und ggf. \u00c4nderungen der Aufnahmekriterien.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich gilt, dass Kinder auch in Einrichtungen mit ausgeweiteten \u00d6ffnungszeiten nicht l\u00e4nger betreut werden sollen als bisher \u2013 nur eben flexibler und auch zu anderen Zeiten. Deshalb erhalten Eltern f\u00fcr die Betreuung ihrer Kinder nach dem Vorschlag des Kreisjugendamtes ein Betreuungskontingent von maximal 200 Stunden im Monat, 50 Stunden pro Woche und zehn Stunden am Tag.<\/p>\n<p>Dass Eltern solch flexible Betreuungszeiten tats\u00e4chlich ben\u00f6tigen, k\u00f6nnen sie ganz unb\u00fcrokratisch mit einem Arbeitszeitennachweis ihres Arbeitgebers gegen\u00fcber dem Kreisjugendamt darlegen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Landrat ist wichtig, dass das p\u00e4dagogische Konzept der Kitas unter den verl\u00e4ngerten \u00d6ffnungszeiten nicht leidet. Die erweiterten \u00d6ffnungszeiten sollen deshalb \u00fcber die Einstellung zus\u00e4tzlicher p\u00e4dagogischer Fachkr\u00e4fte und deren Einbindung in die Dienstpl\u00e4ne der Kita abgedeckt werden.<\/p>\n<p>Zudem erfolgt eine p\u00e4dagogische Begleitung durch eine Fachberatung z.B. in den Bereichen Dienstplangestaltung, Bedarfsermittlung, Elterngespr\u00e4che, \u00d6ffentlichkeitsarbeit oder Dokumentation.<\/p>\n<p>Eltern m\u00fcssen f\u00fcr die Betreuung ihrer Kinder in Einrichtungen mit verl\u00e4ngerten \u00d6ffnungszeiten keine zus\u00e4tzlichen Geb\u00fchren zahlen, da es sich aus Sicht des Kreisjugendamtes lediglich um eine Verschiebung von Betreuungszeiten handelt.<\/p>\n<p>\u201eIch werbe daf\u00fcr, dass der Jugendhilfeausschuss und der Kreistag meinem Vorschlag folgen und wir nach den positiven Erfahrungen in den vier Modellkommunen k\u00fcnftig Eltern in allen zehn Kommunen, f\u00fcr die wir mit unserem Kreisjugendamt zust\u00e4ndig sind, zumindest eine Kita mit verl\u00e4ngerten \u00d6ffnungszeiten anbieten k\u00f6nnen\u201c, sagt Landrat Andreas M\u00fcller. Und er betont: \u201eDamit zeigen wir, dass wir die Bed\u00fcrfnisse von Eltern wirklich ernst nehmen und nicht nur von Familienfreundlichkeit reden, sondern sie auch praktizieren. Und das auch dann, wenn wir daf\u00fcr selbst Geld in die Hand nehmen m\u00fcssen. F\u00fcr mich \u00fcbrigens extrem gut angelegtes Geld \u2013 f\u00fcr die Zukunft unserer Kinder, Familien und der ganzen Region!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Siegen-Wittgenstein soll es in jeder Kommune mindestens eine Kita geben, die l\u00e4ngere und flexiblere \u00d6ffnungszeiten anbietet. 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