{"id":9286,"date":"2018-05-22T10:22:09","date_gmt":"2018-05-22T08:22:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=9286"},"modified":"2018-05-22T10:22:09","modified_gmt":"2018-05-22T08:22:09","slug":"abkuehlung-auf-hohem-niveau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/abkuehlung-auf-hohem-niveau\/","title":{"rendered":"Abk\u00fchlung auf hohem Niveau"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWer hoch klettert, kann tief fallen: Wie schon seit einiger Zeit erwartet, k\u00fchlte sich das Konjunkturklima in der heimischen Wirtschaft zum Fr\u00fchsommer ab. Vor allem die steigenden Betriebskosten sowie die internationalen Unsicherheiten tr\u00fcben die Konjunkturaussichten. Der immer wahrnehmbarere Fachkr\u00e4ftemangel tut ein \u00dcbriges. Dennoch befindet sich die heimische Wirtschaft weiterhin in einer sehr guten Verfassung\u201c, bringt IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel die wesentlichen Ergebnisse der j\u00fcngsten IHK-Konjunkturumfrage in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe auf den Punkt. Rund 350 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen beteiligten sich hieran. Weniger als ein F\u00fcnftel von ihnen geht k\u00fcnftig von einer besseren Entwicklung aus. Zum Jahresbeginn sagte das noch deutlich mehr als ein Viertel der Betriebe. Der Blick nach vorne tr\u00fcbte sich in den vergangenen Wochen \u00fcber alle Wirtschaftszweige hinweg ein. Im Ergebnis ist der regionale Konjunkturklimaindex als Zusammenfassung von allen Lageeinsch\u00e4tzungen und Erwartungen gegen\u00fcber dem Jahresanfang um 10 Punkte auf nun 127 zur\u00fcckgegangen. Felix G. Hensel: \u201eDamit liegt der Index aber weiterhin erheblich \u00fcber dem langfristigen Mittel. Zudem erwarten knapp drei Viertel aller Betriebe eine stabile Entwicklung. Das ist die gute Botschaft.\u201c<\/p>\n<p>Die aktuelle Lage wird auch weiter relativ positiv eingesch\u00e4tzt: Mehr als die H\u00e4lfte der Firmen stuft sie als gut ein, nur 7 Prozent als schlecht. Diese gegen\u00fcber dem Jahresbeginn kaum schw\u00e4chere Lageeinsch\u00e4tzung gilt \u00fcber nahezu alle Branchen hinweg: Die Industrie meldet nach wie vor Spitzenauslastungen auf h\u00f6chstem Niveau. In der Bauindustrie boomt es trotz etwas nachlassender Impulse immer noch. Besonders hier suchen die Firmen dringend Fachkr\u00e4fte. Und auch bei den Einzelh\u00e4ndlern und Dienstleistern ist das Konjunkturklima kaum zur\u00fcckgegangen. Allenfalls im regionalen Gro\u00dfhandel f\u00e4llt die Stimmung schon deutlich ged\u00e4mpfter aus.<\/p>\n<p>Der regionale Industrieumsatz stieg im ersten Quartal 2018 um knapp 6 Prozent. Das Inlandsgesch\u00e4ft trug mit einem Plus von 7,4 Prozent dazu bei, der Export wuchs \u201enur\u201c um 4,4 Prozent. Im Kreis Siegen-Wittgenstein ging er sogar um 5,5 Prozent zur\u00fcck. IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener: \u201eMit mulmigem Gef\u00fchl begleiten die Firmen das, was in der Welt passiert. Fast jeder zehnte Betrieb sieht alleine schon bei einer Erh\u00f6hung der US-Importz\u00f6lle auf Aluminium und Stahl die Weltkonjunktur belastet. Mehr als 70 Prozent aller Betriebe sch\u00e4tzen zudem die Gefahr eines direkten Handelskrieges zwischen den USA und der EU als mittel bis hoch ein. Fast ein F\u00fcnftel w\u00fcrde dadurch deutlich bis sehr stark belastet. Von den Exportsanktionen bez\u00fcglich Iran und Russland ganz zu schweigen.\u201c<\/p>\n<p>In der Industrie beschreiben 55 Prozent der Betriebe ihre Situation als gut, im Kreis Olpe sagen das sogar 69 Prozent, in Siegen-Wittgenstein knapp die H\u00e4lfte. Insgesamt sind sechs von zehn Unternehmen bis zur Spitze ausgelastet, 87 Prozent melden Auslastungen von \u00fcber 70 Prozent. Die Einsch\u00e4tzungen der Auftragseing\u00e4nge liegen weiter auf hohem Niveau. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDas Auslandsgesch\u00e4ft l\u00e4uft nicht mehr so reibungslos wie im vergangenen Jahr. Dies l\u00e4sst besonders bei den Firmen aus dem Siegener Kernraum die Exporterwartungen sinken. Dennoch brummt unsere Wirtschaft nach wie vor, allerdings nicht mehr so laut wie bisher und nicht mehr \u00fcberall!\u201c<\/p>\n<p>Die gestiegenen Rohstoffpreise, vor allem beim \u00d6l, belasten rund die H\u00e4lfte der Unternehmen. IHK-Konjunkturexperte Stephan J\u00e4ger: \u201eDes einen Freud ist des anderen Leid. Die steigenden \u00d6lpreise bieten f\u00fcr die heimischen Zulieferer der \u00d6lindustrie mittelfristig einige Chancen. Die Verbraucher d\u00fcrften an den Zapfs\u00e4ulen der Tankstellen indessen wenig Freude versp\u00fcren.\u201c Durch die j\u00fcngsten US-Ma\u00dfnahmen m\u00fcssten viele regionale Unternehmen zudem schon h\u00f6here Einkaufspreise f\u00fcr Stahl- und Aluminiumwaren zahlen oder mit h\u00f6heren Preisen f\u00fcr die eigenen Produkte kalkulieren. Als hohe Risiken werden daneben die h\u00f6heren Arbeitskosten (45 Prozent) und die Wirtschaftspolitik (35 Prozent) genannt. Im Ergebnis schrauben die Betriebe in beiden Kreisen ihre Erwartungen deutlich zur\u00fcck: Insgesamt setzt \u201enur\u201c noch knapp ein F\u00fcnftel auf Steigerungen (Januar 2018: 34 Prozent). Infolgedessen f\u00e4llt auch die Investitionsneigung im Inland nicht mehr ganz so positiv aus wie zuvor: Fast ein F\u00fcnftel der Unternehmen plant daf\u00fcr geringere Ausgaben ein.<\/p>\n<p>Vergleichsweise hervorragend stellt sich die Lage der regionalen Bauunternehmen dar. Stephan J\u00e4ger: \u201e75 Prozent der Baubetriebe melden eine gute Lage. Der Gro\u00dfteil ist bis zur Spitze ausgelastet. Allerdings registrieren die Unternehmen etwas nachlassende Auftragseing\u00e4nge. Nur noch 11 Prozent der Bauunternehmen gehen so von k\u00fcnftigen Steigerungen aus. 79 Prozent bauen auf einen stabilen Verlauf.\u201c<\/p>\n<p>Mehr als ein Drittel der regionalen Einzelh\u00e4ndler sch\u00e4tzt die Lage als gut ein. Das Konsumklima wird besser eingestuft als zu Jahresbeginn: Knapp jeder F\u00fcnfte registriert kauffreudige Kunden. Die gestiegenen L\u00f6hne flie\u00dfen weiterhin rege in den Konsum. Die Erwartungen gehen im Einzelhandel nur etwas zur\u00fcck: 18 Prozent der Betriebe setzen auf k\u00fcnftig g\u00fcnstigere Gesch\u00e4fte, 4 Prozentpunkte weniger als zuvor.<\/p>\n<p>42 Prozent der Gro\u00dfh\u00e4ndler melden eine gute Lage, nur 3 Prozent eine schlechte. Die aktuellen Auftragseing\u00e4nge fallen im Saldo so positiv aus wie zum Jahresanfang. Gro\u00dfe Spr\u00fcnge erwarten die Gro\u00dfhandelsbetriebe in naher Zukunft nicht: Nur noch 16 Prozent erwarten Zuw\u00e4chse, zu Jahresbeginn meldete das noch jeder Zweite. Der Gro\u00dfteil von 72 Prozent geht aber weiterhin von gleichbleibend ausk\u00f6mmlichen Gesch\u00e4ften aus.<\/p>\n<p>Fast die H\u00e4lfte der regionalen Dienstleister gibt eine gute Lage an, nur 3 Prozent eine schlechte. F\u00fcr die kommenden Monate sehen 23 Prozent Steigerungen (Januar 2018: 30 Prozent). Die wenigsten Dienstleistungsbetriebe bef\u00fcrchten in naher Zukunft R\u00fcckg\u00e4nge. Drei Viertel gehen von einer stabilen Entwicklung aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWer hoch klettert, kann tief fallen: Wie schon seit einiger Zeit erwartet, k\u00fchlte sich das Konjunkturklima in der heimischen Wirtschaft zum Fr\u00fchsommer ab. 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