{"id":9251,"date":"2018-05-14T10:54:10","date_gmt":"2018-05-14T08:54:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=9251"},"modified":"2018-05-11T17:56:19","modified_gmt":"2018-05-11T15:56:19","slug":"angebot-muss-besser-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/angebot-muss-besser-werden\/","title":{"rendered":"Angebot muss besser werden"},"content":{"rendered":"<p>Vier von f\u00fcnf Unternehmen im IHK-Bezirk Siegen sehen Handlungsbedarf beim \u00d6PNV-Angebot f\u00fcr ihre Auszubildenden. Nur wenn sich das Angebot von Bus und Bahn f\u00fcr ihre Auszubildenden deutlich verbessert, macht ein \u201eAzubi-Ticket\u201c Sinn. Die Unternehmen nennen in diesem Zusammenhang eine Ausweitung des Geltungs- und Streckenangebotes, gefolgt von einer besseren Anbindung der Gewerbe- und Industriegebiete sowie einer Verdichtung der \u00d6PNV-Taktung. Dies auch deswegen, weil die regionalen Auszubildenden Busse und Bahnen nach eigenen Angaben deutlich weniger f\u00fcr Fahrten zum Betrieb oder f\u00fcr private Zwecke nutzen als in anderen Regionen des Landes. Das erkl\u00e4rt auch, warum deutlich weniger junge Menschen als im NRW-Durchschnitt \u00fcberhaupt \u00fcber ein \u00d6PNV-Ticket verf\u00fcgen, obwohl die diesbez\u00fcgliche finanzielle Unterst\u00fctzung durch die hiesigen Ausbildungsbetriebe relativ positiv ausf\u00e4llt. Dies sind die wesentlichen Ergebnisse einer neuerlichen IHK-Umfrage zum \u201eAzubi-Ticket\u201c, an der sich 173 Betriebe sowie 1.542 Auszubildende beteiligten. Die Befragung wurde auch in allen anderen Regionen des Landes zeitgleich durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u201eDie Erreichbarkeit der Betriebe durch den \u00f6ffentlichen Verkehr sch\u00e4tzen die Unternehmen wesentlich schlechter ein als in anderen Regionen. Dieser Umstand wird mittlerweile auch als deutliches Manko f\u00fcr die Gewinnung von Auszubildenden gesehen. Andererseits fragen sich viele Unternehmen, was ein Azubi-Ticket nutzen soll, wenn es im wahrsten Sinne des Wortes nicht zum Ziel f\u00fchrt. Hier schwingt nach wie vor Skepsis mit, ob man die Grundhaltung vieler junger Menschen, lieber mit dem eigenen PKW zu fahren, wirklich durch solche Tickets ver\u00e4ndern kann\u201c, kommentiert IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener die Ergebnisse. Um die Mobilit\u00e4t der Auszubildenden und die Attraktivit\u00e4t ihrer Ausbildungsbetriebe zu erh\u00f6hen, sei die regionale Wirtschaft durchaus zu einer finanziellen Unterst\u00fctzung f\u00fcr ein Azubi-Ticket bereit. Der Gro\u00dfteil zieht die Grenze aber bei maximal 30 Euro. Der Betrag werde wahrscheinlich h\u00f6her ausfallen, wenn das \u00f6ffentliche Verkehrsangebot besser w\u00e4re. Dies lasse sich aus der gr\u00f6\u00dferen Zustimmung in Regionen mit besserem \u00d6PNV-Netz schlie\u00dfen. Als konkrete Ma\u00dfnahme sehen hiesige Betriebe vor allem g\u00fcnstige Azubi-Tickets (77,3 Prozent) als zielf\u00fchrend an. Mehr als jeder Zweite h\u00e4lt eine Ausweitung des Geltungsbereiches f\u00fcr sinnvoll, gefolgt von einem Ausbau des Streckenangebotes (43 Prozent). Dicht dahinter werden eine bessere Busanbindung der Gewerbe- und Industriegebiete (40,1 Prozent) und eine Verdichtung des \u00d6PNV-Takts (38,4 Prozent) genannt. Den hiesigen Betrieben ist dabei der Ausbau des Streckenangebotes noch wichtiger als in NRW insgesamt (39,4 Prozent). Andererseits verwundert es, dass die bessere Busanbindung von Gewerbe-\/Industriegebieten durchschnittlich in NRW (45,4 Prozent) noch deutlicher gefordert wird als in unserer Region (40,1 Prozent). IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Fenster: \u201eIn anderen Regionen pochen zum Teil viel mehr Betriebe darauf. Eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr k\u00f6nnte sein, dass bei uns die Spreizung der Anbindungen h\u00f6her ausf\u00e4llt: Im Stadtgebiet sind etwa viele Gewerbegebiete relativ gut angebunden. Dieses kann man indessen f\u00fcr die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe wahrlich nicht behaupten.\u201c<\/p>\n<p>In der Konsequenz wirkt sich f\u00fcr mehr als jeden vierten regionalen Betrieb die ung\u00fcnstige Erreichbarkeit durch den \u00d6PNV negativ auf die Gewinnung von Auszubildenden aus. Rund ein F\u00fcnftel der befragten Unternehmen in der Region unterst\u00fctzt bereits finanziell seine Auszubildenden bei einem Ticket f\u00fcr \u00f6ffentliche Verkehrsmittel. Dieser Anteil ist h\u00f6her als in sechs anderen NRW-Regionen. Weitere 41 Prozent der hiesigen Betriebe k\u00f6nnen sich eine finanzielle Beteiligung vorstellen. In etlichen Bezirken f\u00e4llt die Unterst\u00fctzungsbereitschaft jedoch sp\u00fcrbar h\u00f6her aus. Klaus Fenster: \u201eMit 38,7 Prozent lehnen zudem ganz viele regionale Unternehmen eine finanzielle Beteiligung an \u00d6PNV-Tickets ab. Die Ablehnung ist mit die h\u00f6chste in ganz NRW. Vor allem hat das vermutlich mit den gegebenen Siedlungsstrukturen zu tun. In Beddelhausen beurteilt man diese Frage eben anders als in K\u00f6ln oder in Essen.\u201c Das l\u00e4sst aus Sicht der IHK folgende Schl\u00fcsse zu: Das \u00d6PNV-Angebot muss noch deutlich besser werden, bevor die heimischen Unternehmen eine (h\u00f6here) finanzielle Unterst\u00fctzung als sinnvoll erachten, oder aber der Preis f\u00fcr ein Azubi-Ticket muss sehr g\u00fcnstig ausfallen. Konkret nach der H\u00f6he der Zahlungsbereitschaft gefragt, nennen \u00fcber die H\u00e4lfte einen auf bis zu 30 Euro begrenzten Betrag. Etwas mehr als ein Drittel kann sich immerhin eine Beteiligung von 31 bis 60 Euro vorstellen. Weniger als jeder Zehnte w\u00fcrde auch mehr zahlen. Allerdings hat auch fast die H\u00e4lfte der Unternehmen gar nicht auf diese Frage geantwortet. Unter dem Strich ist die regionale Zahlungsbereitschaft zwar vorhanden, aber im Vergleich zu etlichen anderen Bezirken begrenzt.<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Grund d\u00fcrfte darin liegen, dass die regionalen Auszubildenden Busse und Bahnen nach eigenen Angaben deutlich weniger als im NRW-Durchschnitt f\u00fcr Fahrten zur Arbeit nutzen: Fast die H\u00e4lfte der Befragten greift \u00fcberhaupt nicht darauf zur\u00fcck. Nur etwas mehr als ein Viertel nutzt diese immer. Rund jeder Zehnte f\u00e4hrt \u00fcberwiegend mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln. Weitere 15 Prozent fahren gelegentlich damit zur Ausbildungsst\u00e4tte. Nur in vier NRW-Regionen f\u00e4llt die Nutzung noch ung\u00fcnstiger aus. F\u00fcr Fahrten zu den Berufsschulen kommen \u00f6ffentliche Verkehrsmittel schon h\u00e4ufiger in der Region zum Einsatz: Fast 40 Prozent nutzen diese immer daf\u00fcr, 12 Prozent \u00fcberwiegend und weitere 14 Prozent gelegentlich. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDeutlich mehr als ein Drittel der Auszubildenden nutzt gar keine \u00d6PNV-Angebote. Nur in drei anderen Regionen in Nordrhein-Westfalen sind Busse und Bahnen noch unbedeutender. Immerhin deutlich mehr als jeder dritte Auszubildende attestiert eine schlechte \u00d6PNV-Erreichbarkeit f\u00fcr seinen Betrieb. Das ist der viertschlechteste Wert im ganzen Land. Wer sich zuk\u00fcnftig in der Region f\u00fcr ein solches Ticket stark macht, sollte dies bedenken. Ansonsten schafft man wom\u00f6glich teure Angebote, die faktisch nicht wahrgenommen werden.\u201c<\/p>\n<p>Bei mehr als 6 Prozent der Jugendlichen \u00fcbernehmen die regionalen Ausbildungsbetriebe die volle Kosten\u00fcbernahme f\u00fcr das \u00d6PNV-Ticket. F\u00fcr \u00fcber ein Viertel geschieht das immerhin anteilig. Ein Drittel der Auszubildenden erhalten somit eine finanzielle Unterst\u00fctzung bei den Fahrtkosten f\u00fcr Busse und Bahnen. Das ist der vierth\u00f6chste Wert in NRW. Was den eigenen finanziellen Beitrag f\u00fcr ein \u00d6PNV-Ticket betrifft, ziehen fast drei Viertel der regionalen Auszubildenden bei maximal 30 Euro die Grenze. F\u00fcr weitere 21 Prozent k\u00f6nnten es auch zwischen 31 und 60 Euro sein. Dies bedeutet, dass auch bei den jungen Menschen die Zahlungsbereitschaft f\u00fcr ein derartiges Ticket begrenzt ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vier von f\u00fcnf Unternehmen im IHK-Bezirk Siegen sehen Handlungsbedarf beim \u00d6PNV-Angebot f\u00fcr ihre Auszubildenden. Nur wenn sich das Angebot von Bus und Bahn f\u00fcr ihre&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4018,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-9251","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/wronline-ihk.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9251","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9251"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9251\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9252,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9251\/revisions\/9252"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4018"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9251"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9251"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9251"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}