{"id":9245,"date":"2018-05-11T11:33:14","date_gmt":"2018-05-11T09:33:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=9245"},"modified":"2018-05-11T17:57:25","modified_gmt":"2018-05-11T15:57:25","slug":"von-getriebenen-zu-treibern-der-digitalisierung-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/von-getriebenen-zu-treibern-der-digitalisierung-werden\/","title":{"rendered":"Von Getriebenen zu Treibern der Digitalisierung werden"},"content":{"rendered":"<p>Wie gut sind NRW-Kommunen beim Thema Digitalisierung aufgestellt? Das hat das Forschungskolleg \u201eZukunft menschlich gestalten\u201c der Uni Siegen (FoKoS) in einer breit angelegten, landesweiten Umfrage untersucht. 144 Kommunen haben ihren Status Quo zur\u00fcckmeldet. Die Ergebnisse hat jetzt Professor Dr. Dr. Bj\u00f6rn Niehaves vom FoKoS dem NRW-Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart und VertreterInnen der Kommunen in D\u00fcsseldorf vorgestellt. Das Ministerium f\u00fcr Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie NRW hatte die Universit\u00e4t Siegen mit der Studie \u201eDigitalisierungsstrategien f\u00fcr Kommunen\u201c beauftragt.<\/p>\n<p>\u201eDie Resonanz auf die Umfrage war gut\u201c, erkl\u00e4rte Pinkwart. \u201eDies zeigt uns deutlich, wie gro\u00df das Interesse an Digitalisierung ist.\u201c Die wichtigste Erkenntnis der Studie: Zwar haben oder entwickeln 91 Prozent der Kommunen bereits Digitalisierungsprojekte, ein Drittel aber hat keine dahinterstehende, \u00fcbergreifende Strategie. Niehaves forderte die VertreterInnen der Kommunen auf, Digitalisierung ganzheitlich zu sehen. Strategien seien das wichtigste Instrument daf\u00fcr, das gro\u00dfe Ganze im Blick zu behalten. Nur so k\u00f6nnten Kommunen von Getriebenem zu Treibern der Digitalisierung werden. Daf\u00fcr br\u00e4uchten die Kommunen Expertise. Die meisten ziehen der Umfrage zufolge externe ExpertInnen zu Rate, etwa die H\u00e4lfte haben eigene ExpertInnen im Haus.<\/p>\n<p>Fast alle Kommunen setzen bei der Digitalisierung vor allem auf Dienstleistungen. Services aus dem B\u00fcrgerb\u00fcro werden online angeboten, damit B\u00fcrgerInnen ohne langes Warten unkompliziert beispielweise einen Bewohnerparkausweis beantragen und ausdrucken k\u00f6nnen. \u201eDieses sogenannte eGovernment ist ein wichtiger Punkt, aber die Kommunen sollten hier nicht stehenbleiben\u201c, betonte Niehaves. Eine vernetzte Stadt, Sensorik, digitale Start-Up-F\u00f6rderungen oder Bildung zu digitalen F\u00e4higkeiten \u2013 all das sei wichtig. Umgesetzt oder entwickelt wird es momentan allerdings nur von etwas mehr als der H\u00e4lfte der befragten Kommunen. Damit sich noch mehr Kommunen damit auseinandersetzen, forderte Pinkwart, voneinander zu lernen. \u201eWissen, das generiert wird, m\u00fcssen wir f\u00fcr alle Kommunen bereitstellen. Software und digitale Tools m\u00fcssen wir teilen, damit nicht jeder das Rad wieder und wieder neu erfinden muss.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir brauchen mehr als viele kleine Strohfeuer an verschiedenen Punkten. Es sollte uns darum gehen, alles zu einem gro\u00dfen Ganzen zu verbinden\u201c, sagte Niehaves. Vorschnelle Adhoc-Aktionen k\u00f6nnten zwar gut gemeint sein, langfristig aber Schaden verursachen. \u201eEinige Kommunen beauftragen externe Anbieter, um City-WLAN zu installieren und feiern das als Erfolg\u201c, nannte Niehaves ein Beispiel. \u201eDas Problem ist, dass die Kommunen dadurch freiwillig Konnektivit\u00e4tsdaten aus der Hand geben.\u201c Wenn Kommunen das WLAN hingegen selbst betreiben w\u00fcrden, k\u00f6nnten sie Daten erheben. Zum Beispiel, wie viele Personen sich wann in der Stadt befinden, abh\u00e4ngig vom Wochentag, von der Temperatur oder eines Fu\u00dfball-L\u00e4nderspiels. Durch die Daten k\u00f6nnten Einzelh\u00e4ndler den Personaleinsatz besser kalkulieren. \u201eErfahrungen zeigen, dass damit sechs bis acht Prozent der Gesamtkosten eingespart werden k\u00f6nnen. Kommunen k\u00f6nnen damit ihre Innenst\u00e4dte st\u00e4rken und wettbewerbsf\u00e4hig gegen\u00fcber Internet-Anbietern machen. Oder sie sch\u00e4digen ihre Innenst\u00e4dte, indem sie vorschnell die Daten auslagern und verlieren.\u201c<\/p>\n<p>Das NRW-Wirtschaftsministerium f\u00f6rdert f\u00fcnf digitale Modell-Regionen, die ihr erworbenes Know-How wiederum an alle NRW-Kommunen weitergeben. Das FoKoS unterst\u00fctzt die Akteure dabei, Ideen zu entwickeln und Visionen umzusetzen. In D\u00fcsseldorf stellten VertreterInnen der Regionen ihre Projekte vor. In Gelsenkirchen hat man zum Beispiel ein Festival f\u00fcr Virtuelle Realit\u00e4t veranstaltet, um Digitalisierung anschaulich zu machen. In Paderborn gibt es ein Angebot f\u00fcr junge Menschen zwischen drei und 23 Jahren. Sie k\u00f6nnen in den MINT-F\u00e4chern experimentieren und zwar au\u00dferhalb der Schule. Ziel ist es, damit dem Fachkr\u00e4ftemangel entgegenzuwirken. Weitere Modell-Regionen sind Aachen, Wuppertal und Soest. Sie alle teilen die Einsch\u00e4tzung, dass Digitalisierung eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Ohne Partizipation, Kooperation und Vernetzung sei der Weg zu einer digitalen Kommune nicht m\u00f6glich. Miteinander reden und voneinander lernen \u2013 auch daf\u00fcr war nach der Abschlusspr\u00e4sentation Zeit. Die Universit\u00e4t Siegen freut sich, daf\u00fcr einen Beitrag geliefert zu haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie gut sind NRW-Kommunen beim Thema Digitalisierung aufgestellt? Das hat das Forschungskolleg \u201eZukunft menschlich gestalten\u201c der Uni Siegen (FoKoS) in einer breit angelegten, landesweiten Umfrage&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9246,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[1,32,30],"tags":[],"class_list":["post-9245","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-infos","category-vermischtes"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/modell-regionen_web.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9245","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9245"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9245\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9248,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9245\/revisions\/9248"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9246"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9245"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9245"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9245"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}