{"id":9161,"date":"2018-04-24T16:27:57","date_gmt":"2018-04-24T14:27:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=9161"},"modified":"2018-04-24T16:27:57","modified_gmt":"2018-04-24T14:27:57","slug":"fehlerkultur-als-chance-in-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/fehlerkultur-als-chance-in-unternehmen\/","title":{"rendered":"\u201eFehlerkultur als Chance in Unternehmen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eMein gr\u00f6\u00dfter Fehler\u201c \u2013 dar\u00fcber berichteten jetzt offen und authentisch eine Unternehmerin und vier Unternehmer in Siegen bei einer Kooperationsveranstaltung von Wirtschaftsjunioren S\u00fcdwestfalen e. V. (WJSW), Startpunkt57 \u2013 Die Initiative f\u00fcr Gr\u00fcnder e. V. und Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK). Fast 70 G\u00e4ste lauschten gespannt, als im Bernhard-Weiss-Saal der IHK Siegen nicht die Erfolge der Gr\u00fcnder und Nachfolger im Mittelpunkt standen, sondern die Geschichten der Hindernisse, der Schlagl\u00f6cher und der falschen Entscheidungen. Bei Eva Christina Becker war es, \u201emich zu sehr auf externe Dienstleister in bestimmten Bereichen, z. B. bei der Steuerberatung, zu verlassen\u201c, konstatiert die Inhaberin der Hochzeits- und Eventagentur [Ein Engel f\u00fcr alle F\u00e4lle]. \u201eIch habe das Ruder zu sehr aus der Hand gegeben. Dadurch war ich auf die hohen Steuernach- und -vorauszahlungen anl\u00e4sslich meiner Heirat nicht fr\u00fchzeitig und gen\u00fcgend vorbereitet. Das war schon ein herber R\u00fcckschlag in meiner Selbstst\u00e4ndigkeit.\u201c<\/p>\n<p>In ihrer Begr\u00fc\u00dfung pl\u00e4dierte Christina B. Schmidt, letztj\u00e4hrige Vorsitzende der WJSW und Markenberaterin bei der PSV Marketing GmbH, Siegen, f\u00fcr eine offene Fehlerkultur in Unternehmen: \u201eDie Dynamik bei Entscheidungsprozessen in Unternehmen beschleunigt sich immer mehr. Wenn wir Chancen nutzen wollen, m\u00fcssen wir schnell sein. Fehler sind dabei vorprogrammiert. Im Idealfall sprechen wir offen \u00fcber unsere Fehler und lernen daraus f\u00fcr die Zukunft.\u201c<\/p>\n<p>Thomas Paar, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der PAAR IT GmbH in Siegen, und Jan Lingelbach, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der KranDirekt GmbH &amp; Co KG in Siegen, waren sich einig dar\u00fcber, dass eine sinnvolle Arbeitsteilung n\u00f6tig ist. \u201eAb einem bestimmten Zeitpunkt sollte man als Unternehmer nicht mehr alles selbst machen wollen und sich die richtigen Partner suchen, um Dinge in professionelle H\u00e4nde abzugeben\u201c, beschrieb Jan Lingelbach seine Lernerfahrung.<\/p>\n<p>In der von Christina B. Schmidt und Sabine Bechheim (IHK Siegen, Referatsleiterin Gr\u00fcndung, Sicherung, Nachfolge und Vorstandsmitglied bei Startpunkt57) moderierten Gespr\u00e4chsrunde erfuhren die bunt gemischten G\u00e4ste, dass eine \u201espontane\u201c Gr\u00fcndung auch Schwierigkeiten mit sich bringt. Thomas Paar (PAAR IT GmbH, Siegen) war nicht sehr gut vorbereitet: \u201eIch habe fast genau vor zehn Jahren um 11 Uhr morgens bei einem Streit mit meinem Chef beschlossen: Jetzt reicht\u2019s und ich arbeite ab sofort f\u00fcr mich selbst\u201c, schilderte Paar seinen Moment der Entscheidung. Gestartet ist er vom heimischen Wohnzimmer mit einem gebrauchten Laptop, jung und enthusiastisch und so stellte sich bald Erfolg ein.<\/p>\n<p>Probleme gab es durch das Wachstum: \u201eIch hatte keine Ahnung von Personalf\u00fchrung und das f\u00fchrte zu erheblichen Schwierigkeiten, die nur durch einen klaren Schnitt geheilt werden konnten\u201c, so Paar. Als Unternehmer m\u00fcsse man eben auch unangenehme Entscheidungen treffen, das habe er lernen m\u00fcssen. Sabine Bechheim bedankte sich augenzwinkernd f\u00fcr die Empfehlung zur gr\u00fcndlichen Vorbereitung: \u201eAuch deshalb bieten wir Beratung im Vorfeld einer Gr\u00fcndung an, aber auch Begleitung f\u00fcr die Unternehmensf\u00fchrung, beispielsweise durch ehrenamtliche Mentoren.\u201c<\/p>\n<p>Bei Christian Rump (the private office \u2013 Verm\u00f6gensmanagement f\u00fcr Unternehmer, Siegen) war es keine Frage, ob er ein Unternehmen gr\u00fcnden wollte: \u201eIch habe bereits zwei Unternehmen gegr\u00fcndet, ich will gerne auf eigenen F\u00fc\u00dfen stehen.\u201c Er riet dazu, die Zahlen im Blick zu behalten, um vor b\u00f6sen \u00dcberraschungen gefeit zu sein. \u201eDas Finanzamt kommt irgendwann auf einen zu, und dann hilft wegducken nicht mehr. Deshalb ist es enorm wichtig, R\u00fccklagen f\u00fcr f\u00e4llige Steuern und Abgaben zu bilden.\u201c<\/p>\n<p>Aus einer etwas anderen Perspektive betrachtete Markus Stricker (msp Druck und Medien GmbH, Mudersbach) das Thema Fehlerkultur. Stricker ist ehemaliger Gr\u00fcnder und zwischenzeitlich Nachfolger im Familienunternehmen. \u201eEs ist komfortabel, auf vorhandene Organisationsstrukturen zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen. Diese Strukturen alle selbst aufzubauen, ist eine ganz andere Herausforderung.\u201c Deshalb habe er das von ihm gegr\u00fcndete IT-Unternehmen nach drei Jahren geschlossen und sei in das Familienunternehmen eingetreten, auch wenn der Nachfolgeprozess mitunter recht schwierig gewesen sei. \u201eMan muss auch wissen, wann es nicht mehr geht. Und dann die Konsequenzen ziehen\u201c, so sein Fazit aus seinen Erfahrungen.<\/p>\n<p>Die Unternehmer waren sich einig: Um erfolgreich zu sein, bedarf es gro\u00dfen Durchhalteverm\u00f6gens. Nur wer wie ein Stehaufm\u00e4nnchen immer wieder neu anfange, ohne den Mut zu verlieren, der k\u00f6nne auf Dauer im Markt bestehen. Wenn man dann noch mit Leidenschaft hinter seiner T\u00e4tigkeit stehe, umso besser. Aber das eine bedinge wohl das andere, denn nur wer diese Leidenschaft mitbringe, k\u00f6nne auf Dauer mit den immer wieder neuen R\u00fcckschl\u00e4gen umgehen. \u201eWir wollten Gr\u00fcndern und jungen Unternehmen einen realistischen Blick auf das Unternehmerdasein bieten. Durch die gro\u00dfe Offenheit unserer G\u00e4ste ist dies heute wirklich gelungen\u201c, bedankte sich Sabine Bechheim bei den Interviewpartnern. Und Christina B. Schmidt erg\u00e4nzte: \u201eDie Erfahrung zeigt, dass der Austausch mit Gleichgesinnten ein wertvoller Faktor f\u00fcr die pers\u00f6nliche Weiterentwicklung ist. Aus den Fehlern und Erfahrungen anderer zu lernen, funktioniert bei den WJSW im Netzwerk sehr gut.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eMein gr\u00f6\u00dfter Fehler\u201c \u2013 dar\u00fcber berichteten jetzt offen und authentisch eine Unternehmerin und vier Unternehmer in Siegen bei einer Kooperationsveranstaltung von Wirtschaftsjunioren S\u00fcdwestfalen e. 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