{"id":8861,"date":"2018-03-14T08:14:19","date_gmt":"2018-03-14T07:14:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=8861"},"modified":"2018-03-14T08:14:19","modified_gmt":"2018-03-14T07:14:19","slug":"hightech-hybrid-op-bietet-viele-moeglichkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/hightech-hybrid-op-bietet-viele-moeglichkeiten\/","title":{"rendered":"Hightech-Hybrid-OP bietet viele M\u00f6glichkeiten"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem Hybrid-OP am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen h\u00e4lt die Klinik einen der modernsten Hightech-Operationss\u00e4le in Europa vor. Grund genug f\u00fcr rund 100 Experten aus der deutschen Kliniklandschaft, sich den Super-OP aus n\u00e4chster N\u00e4he anzuschauen. Bei einem Symposium haben sich Mediziner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Entscheider \u00fcber das medizinische Spektrum des Hybrid-OPs informiert, das moderne Technik- und Raumkonzept kennengelernt und sich mit Chirurgen, Medizintechnikern und Bauexperten ausgetauscht.\u00a0Seit September ist der Hybrid-OP in Betrieb und erm\u00f6glicht Operationen auf universit\u00e4rem Niveau. Insgesamt 6,7 Millionen Euro investierte das Klinikum in den Anbau, davon 1,9 Millionen Euro in den Hybrid-OP.<\/p>\n<p>Schwerpunkt des Symposiums unter dem Titel \u201eForum Hybrid-OP \u2013 Minimalinvasive Therapiem\u00f6glichkeiten mit robotischer Bildgebung\u201c, zu dem das Medizintechnikunternehmen Siemens Healthineers aus Erlangen geladen hatte, waren neue Therapiem\u00f6glichkeiten in der interventionellen Radiologie, Kardiologie und Chirurgie. In medizinischen Fachvortr\u00e4gen stellten \u00c4rzte der Gef\u00e4\u00df-, Neuro-, Herz- und Unfallchirurgie sowie aus den Bereichen Kardiologie und Radiologie anhand von Fallbeispielen die operativen M\u00f6glichkeiten im Hybrid-OP vor. Planungsexperten informierten \u00fcber das Zusammenspiel von Technik und Hygiene und gaben einen Ausblick auf die Zukunft robotergest\u00fctzter Verfahren. Die Firma ALHO Systembau aus Friesenhagen\/Morsbach, die die Raummodule f\u00fcr den Hybrid-OP bereitstellte, gab Einblicke in die Bauphase.<\/p>\n<p>Mehr Sicherheit f\u00fcr Patienten, kurze und schonende Operationszeiten, pr\u00e4zise und hochaufl\u00f6sende 3D-Bilder, millimetergenaues Arbeiten, wenig Kontrastmittel und R\u00f6ntgenstrahlung \u2013\u00a0 der 80 Quadratmeter gro\u00dfe Hybrid-Saal, der in der obersten Etage eines dreigeschossigen Anbaus mit dar\u00fcber liegender Technikzentrale untergebracht ist, vereint Chirurgie und Bildgebung. Ein robotergesteuertes R\u00f6ntgenger\u00e4t, das per Joystick gelenkt wird, fertigt pr\u00e4zise Aufnahmen von Blutgef\u00e4\u00dfen und Knochen, die den Chirurgen helfen, die zu operierenden Stellen millimetergenau anzusteuern. \u201eWir tragen die Verantwortung f\u00fcr unsere Patienten. Unser Anspruch ist es, ihnen aktuellste Diagnostik und Behandlungsverfahren anzubieten, um ihre Sicherheit zu verbessern\u201c, begr\u00fcndete Dr. Josef Rosenbauer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Diakonie in S\u00fcdwestfalen, die Investition in die im Umkreis von 100 Kilometern einzigartige Medizintechnik.<\/p>\n<p>Die Neurochirurgie unter Leitung von Chefarzt Dr. Veit Braun und die Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, geleitet von Prof. Dr. Antonio Kr\u00fcger, profitieren von der pr\u00e4zisen Bildqualit\u00e4t des R\u00f6ntgenroboters bei Knochen und Gef\u00e4\u00dfen. Die Chef\u00e4rzte zeigten die M\u00f6glichkeiten anhand von Fallbeispielen auf. \u201eAnatomische Strukturen im Bereich der Wirbels\u00e4ule werden auf den Millimeter genau dargestellt. So k\u00f6nnen Schrauben zum Stabilisieren der Wirbels\u00e4ulenverletzung eingebracht werden, ohne Nerven oder das R\u00fcckenmark zu verletzen\u201c, erkl\u00e4rte Braun. \u201eDie Bilder des R\u00f6ntgenroboters dienen als Navigation f\u00fcr den Operateur\u201c, so Dirk Sunderbrink von der Herstellerfirma Siemens Healthcare. \u201eMit der 3-D-Bildgebung k\u00f6nnen \u00c4rzte noch besser und bereits im OP ihr Ergebnis kontrollieren.\u201c<\/p>\n<p>Auch Aorten-Aneurysmen m\u00fcssen nicht mehr zwangsl\u00e4ufig mit einem offenen gro\u00dfen Bauchschnitt operiert werden, erl\u00e4uterte Dr. Ahmed Koshty, Chefarzt der Gef\u00e4\u00dfchirurgie. \u201eIm Hybrid-OP k\u00f6nnen wir Gef\u00e4\u00dfaussackungen durch eine Punktion in der Leiste und einen Stent behandeln. Die hierf\u00fcr ben\u00f6tigten R\u00f6ntgenstrahlen und Kontrastmittel k\u00f6nnen minimal gehalten werden, weil die Anlage viel weniger Zeit f\u00fcr einen K\u00f6rperscan ben\u00f6tigt.\u201c<\/p>\n<p>Prof. Dr. Dursun G\u00fcnd\u00fcz, Leiter der Sektion Kardiologie am Diakonie Klinikum Jung-Stilling, stellte in seinem Vortrag minimalinvasive Eingriffe an den Herzklappen vor. \u201eMit interventionellen Herzklappenverfahren k\u00f6nnen wir das Operationsrisiko soweit minimieren, dass auch \u00e4ltere oder kranke Patienten, f\u00fcr die eine herk\u00f6mmliche offene Operation zu gef\u00e4hrlich w\u00e4re, geholfen werden kann.\u201c Oberarzt Dr. Johannes Rixe zeigte, wie undichte Herzklappen (Mitralklappeninsuffizienz) mit dem sogenannten Mitra-Clip-System behandelt werden. Hierf\u00fcr sind nur kleine Schnitte n\u00f6tig, da die Kardiologen \u00fcber eine Leistenvene einen Katheter in den linken Herzvorhof schieben und dort den Clip platzieren, der die undichte Stelle in der Herzklappe verschlie\u00dft. Im Hybrid-OP k\u00f6nnen die \u00c4rzte per R\u00f6ntgenkontrolle den Vorgang dreidimensional an Bildschirmen verfolgen und sofort kontrollieren. \u201eDie pr\u00e4zise R\u00f6ntgentechnik des Hybrid-OPs macht die individuellen Eigenschaften der Blutgef\u00e4\u00dfe sichtbar, auf die sich der Operateur dann einstellen kann\u201c, sagte Dr. Wolfgang Schiller, Herzchirurg im Universit\u00e4tsklinikum Bonn. Zudem biete der Hybrid-OP f\u00fcr die gro\u00dfen Operationsteams viel mehr Platz und erleichtere die Zusammenarbeit von Chirurgen, An\u00e4sthesisten und OP-Assistenten.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Clemens Bulitta, Leiter des Instituts f\u00fcr Medizintechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden, stellte die Abh\u00e4ngigkeiten von klinischen Abl\u00e4ufen, Hygiene sowie Haus- und Geb\u00e4udetechnik in einem Hybrid-OP dar. \u201eEin gut nutzbarer Hybrid-OP ben\u00f6tigt ausreichend Fl\u00e4che. Durch komplexe Arbeitsabl\u00e4ufe und die umfassende medizintechnische Ausstattung sind 70 Quadratmeter und mehr w\u00fcnschenswert.\u201c Der Bau eines Hybrid-OPs sei ein komplexer Prozess \u2013 vom Patiententisch \u00fcber spezielle L\u00fcftungssysteme und Oberfl\u00e4chen f\u00fcr optimale Hygienebedingungen bis hin zu den Laufwegen und Licht m\u00fcssten zahlreiche Aspekte ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Hybrid-OP am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen h\u00e4lt die Klinik einen der modernsten Hightech-Operationss\u00e4le in Europa vor. 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