{"id":8816,"date":"2018-03-06T16:14:57","date_gmt":"2018-03-06T15:14:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=8816"},"modified":"2018-03-07T09:05:27","modified_gmt":"2018-03-07T08:05:27","slug":"theorie-muss-nicht-grau-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/theorie-muss-nicht-grau-sein\/","title":{"rendered":"Theorie muss nicht grau sein"},"content":{"rendered":"<p>Theorie muss nicht grau sein \u2013 dieses Motto zog sich durch die gesamte Verleihung des 31. Studienpreises des Kreises Siegen-Wittgenstein. Verliehen wurde er im Kulturhaus L\u00ffz an Lilija Geringer (Wirtschaftswissenschaften) und Philipp Spitzer (Didaktik der Chemie) f\u00fcr ihre hervorragenden Abschlussarbeiten. Beide Preistr\u00e4ger forschten f\u00fcr ihre Arbeiten in sogenannten MINT-F\u00e4chern. Damit sind Unterrichts- und Studienf\u00e4cher aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik gemeint. \u201eWir m\u00fcssen junge Menschen so fr\u00fch wie m\u00f6glich f\u00fcr den MINT-Bereich begeistern und sensibilisieren\u201c, sagte Landrat Andreas M\u00fcller. \u201eDie Uni Siegen sucht immer wieder die Kooperation mit Institutionen des Kreises, auch \u00fcber den Studienpreis hinaus\u201c, sagte Dr. Daniel M\u00fcller, Leiter des Graduiertenzentrums der Uni Siegen.<\/p>\n<p>Lilija Geringer erforschte in ihrer ausgezeichneten Masterarbeit, wie VerbraucherInnen mit ihren Daten im Internet umgehen. In seiner Laudatio sagte Wirtschaftswissenschaftler Dr. Michael Schuhen von der Uni Siegen: \u201eDie \u201eWelt vernetzter Daten braucht ein gewisses Ma\u00df an Verbraucherkompetenz\u201c. Genau diesem Thema ging Lilija Geringer nach. Sind sich VerbraucherInnen bewusst, dass sie gl\u00e4sern sind? Nehmen sie es sogar billigend in Kauf, um den Komfort der digitalen Welt nutzen zu k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Dazu f\u00fchrte die Master-Absolventin eine Studie mit 52 Teilnehmern im Alter von 16 bis 62 Jahren durch. Sie nahmen an einer Simulation teil, in der sie sich unter anderem in ein Netzwerk einloggen und eine App mit vorgegebenen Einstellungen installieren sollten. Lilija Geringer fand dabei heraus, dass sich die TeilnehmerInnen zwar der Gefahr von Datentransfers bewusst sind, aber ihr Verhalten nicht unbedingt \u00e4ndern. Ein Fazit lautet, dass es immer mehr \u201eFallen\u201c f\u00fcr VerbraucherInnen gibt, je st\u00e4rker Ger\u00e4te vernetzt sind. Sie w\u00fcnscht sich deshalb mehr Transparenz, Standards f\u00fcr Einwilligungserkl\u00e4rungen und G\u00fctesiegel, sowie Standards f\u00fcr Datensicherheit bei Ger\u00e4ten. Mittlerweile arbeitet Geringer als Referendarin an einer Schule im Kreis Olpe und versucht die Ergebnisse ihrer Masterarbeit auf den Schulunterricht zu \u00fcbertragen. \u201eDigitale Kompetenz ist auch eine Schl\u00fcsselkompetenz f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler\u201c, sagte sie.<\/p>\n<p>\u201eWas k\u00f6nnen Lehrerinnen und Lehrer daf\u00fcr tun, dass sich Sch\u00fcler f\u00fcr Chemie begeistern?\u201c Damit besch\u00e4ftigte sich der zweite Preistr\u00e4ger des Abends, Dr. Philipp Spitzer. Er befragte f\u00fcr seine Studie rund 1.100 Sch\u00fclerInnen der Jahrgangsstufen 8 und 11. Parallel entwickelte er, zusammen mit Prof. Dr. Martin Gr\u00f6ger vom Lehrstuhl Didaktik der Chemie, der auch die Laudatio hielt, das Unterrichtsprojekt \u201eChem-Trucking\u201c. Mit diesem mobilen Umweltlabor k\u00f6nnen Schulen im Rahmen von Projektwochen eigenst\u00e4ndig umweltanalytische Messungen durchf\u00fchren. \u201eWir haben das Labor eingepackt und es auf der gr\u00fcnen Wiese wieder ausgepackt\u201c, erz\u00e4hlte Spitzer. Er besuchte zusammen mit Teilnehmern der Studie und dem Chem-Truck drei Gew\u00e4sser, um sie zusammen zu untersuchen. Das Projekt wird derzeit fortgef\u00fchrt. \u201eJe relevanter, lebensn\u00e4her der Unterricht, desto besser\u201c, sagte Spitzer. Derzeit f\u00fchrt er eine Langzeitstudie zu diesem Thema an der Uni Wien durch, um seine Ergebnisse zu \u00fcberpr\u00fcfen, und um sie auch auf andere F\u00e4cher \u00fcbertragen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Kreis Siegen-Wittgenstein stiftet und vergibt j\u00e4hrlich den Studienpreis. Der Preis zeichnet StudentInnen f\u00fcr herausragende praxisorientierte wissenschaftliche Arbeiten im kulturellen, gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bereich aus. Dr. Philipp Spitzer erhielt 750 Euro und Lilja Geringer 500 Euro Preisgeld.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Theorie muss nicht grau sein \u2013 dieses Motto zog sich durch die gesamte Verleihung des 31. Studienpreises des Kreises Siegen-Wittgenstein. 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