{"id":8677,"date":"2018-02-14T18:40:59","date_gmt":"2018-02-14T17:40:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=8677"},"modified":"2018-02-14T18:40:59","modified_gmt":"2018-02-14T17:40:59","slug":"tarifabschluss-fuer-die-me-industrie-in-nordrhein-westfalen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/tarifabschluss-fuer-die-me-industrie-in-nordrhein-westfalen\/","title":{"rendered":"Tarifabschluss f\u00fcr die M+E-Industrie in Nordrhein-Westfalen"},"content":{"rendered":"<p>Die Tarifparteien der nordrhein-westf\u00e4lischen Metall- und Elektroindustrie haben den in der Vorwoche in Baden-W\u00fcrttemberg vereinbarten Pilot-Abschluss im Wesentlichen \u00fcbernommen. Der Pr\u00e4sident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Arndt G. Kirchhoff, sagte am Mittwoch nach der 4. Tarifverhandlung f\u00fcr die rund 700.000 Besch\u00e4ftigten dieses Industriezweigs an Rhein und Ruhr in D\u00fcsseldorf, der Kompromiss sei \u201eteuer und komplex, biete aber zugleich zahlreiche flexible Elemente eines modernen Tarifvertrages\u201c. Den Unternehmen st\u00fcnde jetzt mehr bedarfsgerecht einsetzbares Arbeitszeitvolumen zur Verf\u00fcgung, bei den zus\u00e4tzlichen Teilzeitanspr\u00fcchen der Besch\u00e4ftigten seien betriebliche Erfordernisse hinreichend ber\u00fccksichtigt. Die Arbeitgeber h\u00e4tten damit wesentliche Verhandlungsziele erreicht und einen gro\u00dfen Schritt auf dem Weg zu einer innovativen Arbeitswelt geschaffen.<\/p>\n<p>Die Tabellenerh\u00f6hungen der kommenden beiden Jahre bezeichnete der NRW-Metallarbeitgeberpr\u00e4sident<wbr \/> f\u00fcr die Unternehmen als \u201eschmerzhaft und teuer\u201c. \u201eGemessen an der langen Laufzeit und im Vergleich der Tarifabschl\u00fcsse der vergangenen Jahre liegt die Belastung der Unternehmen aber im Rahmen des Vertretbaren\u201c, betonte Kirchhoff. Um so wichtiger sei es, dass es gelungen sei, eine dauerhafte Differenzierungsm\u00f6glichkeit f\u00fcr schw\u00e4chere Betriebe zu vereinbaren. Gerade die NRW-Metallarbeitgeber h\u00e4tten das Element der Differenzierung immer wieder eingefordert.<\/p>\n<div>\n<p>Das Verhandlungsergebnis im Einzelnen:<\/p>\n<ul>\n<li class=\"PRESSEMITTEILUNGFlietext\">Mindestlaufzeit\u00a0des Tarifvertrags:\u00a027 Monate\u00a0(1. Januar 2018 \u2013 31. M\u00e4rz 2020)<\/li>\n<li class=\"PRESSEMITTEILUNGFlietext\">Zwei Nullmonate Januar und Februar 2018<\/li>\n<li class=\"PRESSEMITTEILUNGFlietext\">Einmalzahlung\u00a0f\u00fcr den M\u00e4rz 2018 in H\u00f6he von\u00a0100 \u20ac<br \/>\n(Auszubildende 70 \u20ac)<\/li>\n<li>Erh\u00f6hung der\u00a0Monatsgrundentgelte und Ausbildungsverg\u00fctungen um\u00a04,3 Prozent\u00a0ab 1. April 2018<\/li>\n<li>2019 Einf\u00fchrung einer neuen j\u00e4hrlichen Einmalzahlung\u00a0Tarifliches Zusatzgeld (\u201eT-ZUG\u201c)\u00a0in zwei Komponenten f\u00fcr alle Besch\u00e4ftigten und Auszubildenden, auszahlbar im Juli:<br \/>\nT-ZUG (A) in H\u00f6he von 27,5 Prozent eines Monatsentgelts (f\u00fcr berechtigte Besch\u00e4ftigte umwandelbar in Freistellungstage), T-ZUG (B) f\u00fcr alle gleich hoch (400 Euro bei Vollzeit f\u00fcr 2019 bzw. 200 Euro f\u00fcr Auszubildende, danach 12,3 % des Entgelts der Entgeltgruppe 8 bzw. der jeweiligen Ausbildungsverg\u00fctung), T-ZUG (B) kann 2019 und in den Folgejahren betrieblich verschoben, reduziert oder ganz gestrichen werden (dauerhafte Differenzierungsm\u00f6glichkeit)<\/li>\n<li>Besch\u00e4ftigte\u00a0mit erh\u00f6hten privaten und beruflichen Belastungen (Kinder bis 8 Jahre, h\u00e4usliche Pflege von Angeh\u00f6rigen mit mindestens Pflegegrad 1, Schichtarbeiter ab bestimmter Dauer in Schichtarbeit 6 sowie bestimmter Betriebszugeh\u00f6rigkeit) k\u00f6nnen\u00a0statt der Auszahlung des T-ZUG (A)\u00a0acht freie Tage\u00a0\/ Jahr w\u00e4hlen\u00a0(f\u00fcr Eltern und Pflegende maximal zweimal pro Kind und Pflegefall)<\/li>\n<li>Anspruch\u00a0f\u00fcr alle Besch\u00e4ftigten in Vollzeit auf\u00a0\u201eVerk\u00fcrzte Vollzeit\u201c mit R\u00fcckkehrrecht: Begrenzt auf 6 bis 24 Monate und Absenkung auf bis zu 28 Wochenstunden; Ablehnung aus betrieblichen Gr\u00fcnden m\u00f6glich (wenn kein Ersatz f\u00fcr das ausfallende Volumen gefunden wird oder bereits zehn Prozent aller Besch\u00e4ftigten in \u201everk\u00fcrzter Vollzeit\u201c sind)<\/li>\n<li>Grunds\u00e4tzliche Beibehaltung der Quote\u00a0von max.\u00a018 Prozent\u00a0der Besch\u00e4ftigten, mit denen\u00a040-Stunden-Vertr\u00e4ge\u00a0vereinbart werden d\u00fcrfen<\/li>\n<li>Aber erweiterte M\u00f6glichkeit einer\u00a0Quotenanhebung auf 30 Prozent\u00a0per Betriebsvereinbarung, wenn ein\u00a0Fachkr\u00e4ftemangel nachgewiesen werden kann oder eine Zeitarbeitsbetriebsvereinbarung geschlossen wird<\/li>\n<li>Erweiterte M\u00f6glichkeit der Anhebung auf 50 Prozent (\u201eStrukturquote\u201c)\u00a0insbesondere f\u00fcr Betriebe\u00a0mit vielen Fachkr\u00e4ften per Betriebsvereinbarung, wenn im Betrieb mindestens\u00a050 Prozent der Besch\u00e4ftigten in der EG 11\u00a0(bisher: EG 13) oder h\u00f6her eingestuft sind<\/li>\n<li>Neues Widerspruchsrecht\u00a0des Betriebsrates bei \u00dcberschreitung der vorgenannten Quoten (bei 18-Prozent-Quote allerdings erst, wenn diese um vier Prozentpunkte = 22 Prozent \u00fcberschritten ist)<\/li>\n<li>M\u00f6glichkeit f\u00fcr die Betriebe, statt einer der vorgenannten Quotenregelungen auf ein\u00a0\u201eVolumenmodell\u201c\u00a0zu wechseln; Festlegung dieses kollektiv zul\u00e4ssigen Arbeitszeitvolumens auf durchschnittlich\u00a035,9 Stunden pro Woche\u00a0(ergibt sich aus 18 Prozent 40-St\u00fcndler und 82 Prozent 35-St\u00fcndler); Effekt: Jeder Teilzeitbesch\u00e4ftigte er\u00f6ffnet die M\u00f6glichkeit f\u00fcr zus\u00e4tzliche 40-Stunden-Vertr\u00e4ge (Bsp.: Ein Teilzeiter 20 Stunden (15 Stunden weniger) erm\u00f6glicht 3 zus\u00e4tzliche 40-St\u00fcndler (3 x 5 Stunden)); Kombimodell mit erweiterten Quoten 30 bzw. 50 Prozent m\u00f6glich (kollektives Volumen dann 36,5 bzw. 37,5 Stunden); Widerspruchsrecht des Betriebsrats bei \u00dcberschreitung des jeweiligen kollektiven Volumens<\/li>\n<li>Betriebe, die mit der heutigen Quotenwelt gut leben k\u00f6nnen, k\u00f6nnen den Verbleib in der \u201ealten Tarifwelt\u201c erkl\u00e4ren<\/li>\n<li>M\u00f6glichkeit f\u00fcr alle Betriebe, im Einvernehmen mit dem Betriebsrat\u00a0aus Zeitkonten\u00a0zus\u00e4tzlich zu den vorgenannten Arbeitszeitverl\u00e4ngerungen bis zu 50 Stunden pro Jahr per Auszahlung auszubuchen\u00a0\/ ohne Zuschl\u00e4ge auszuzahlen (dies entspricht rechnerisch pro Woche gut eine Stunde mehr Volumen)<\/li>\n<li>Tarifliche Rahmenregelung\u00a0f\u00fcr eine freiwillige Betriebsvereinbarung\u00a0zu \u201eMobilem Arbeiten\u201c (keine Zeitzuschl\u00e4ge und auf 9 Stunden verk\u00fcrzte Ruhezeiten)<\/li>\n<li>Ein zus\u00e4tzlicher Freistellungstag f\u00fcr Auszubildende\u00a0vor Abschlusspr\u00fcfungen<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tarifparteien der nordrhein-westf\u00e4lischen Metall- und Elektroindustrie haben den in der Vorwoche in Baden-W\u00fcrttemberg vereinbarten Pilot-Abschluss im Wesentlichen \u00fcbernommen. 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