{"id":8648,"date":"2018-02-09T12:20:36","date_gmt":"2018-02-09T11:20:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=8648"},"modified":"2018-02-13T16:20:37","modified_gmt":"2018-02-13T15:20:37","slug":"allzeithoch-beim-konjunkturklima","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/allzeithoch-beim-konjunkturklima\/","title":{"rendered":"Allzeithoch beim Konjunkturklima"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDie Unternehmen in Siegen-Wittgenstein und Olpe sind sehr optimistisch ins neue Jahr gestartet und sch\u00e4tzen die wirtschaftliche Entwicklung noch einmal besser ein als im vergangenen Herbst: 56 Prozent aller Betriebe melden eine gute Lage. Fast ein Drittel erwartet in den kommenden Monaten Steigerungen und 62 Prozent einen weiterhin stabilen Verlauf. Der Konjunkturklimaindex steigt gegen\u00fcber dem Herbst 2017 um sieben Z\u00e4hler und erreicht mit 137 Punkten einen neuen H\u00f6chststand. Das ist alles in allem sehr zufriedenstellend.\u201c Mit diesen Worten fasste IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel die Ergebnisse der j\u00fcngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) zusammen.<\/p>\n<p>Die regionale Wirtschaft sei damit weiter auf einem beachtenswert guten Kurs. Dies gelte indessen nicht f\u00fcr alle Unternehmen gleicherma\u00dfen. Teile des Maschinenbaus bef\u00e4nden sich nach wie vor in schwerem Fahrwasser. Felix G. Hensel: \u201eDie Industriebetriebe sind immerhin bis auf den Maschinenbau deutlich positiver gestimmt als zuvor. Vor allem der Export sorgt hier f\u00fcr Impulse, etwa in andere europ\u00e4ische Staaten, China und die USA. Allerdings haben sich die Investitionsneigungen der Industrie nicht mehr verbessert. Und aus den heimischen Gie\u00dfereien und von den Rohrherstellern h\u00f6ren wir nach wie vor nur sehr verhaltene Stimmen.\u201c \u00dcber alle Wirtschaftszweige hinweg falle die Stimmung indessen noch einmal besser aus als bei der letzten gro\u00dfen Konjunkturumfrage. Die Ausnahme bildeten hier die regionalen Einzelh\u00e4ndler. Aber auch sie stufen ihre Gesch\u00e4fte weiter relativ rege ein, selbst wenn sich die Kauflaune der Verbraucher nach dem Weihnachtsgesch\u00e4ft zu Jahresbeginn etwas beruhigte. Das Dienstleistungsgewerbe verzeichnet nach einem kleinen D\u00e4mpfer im vergangenen Herbst nun wieder einen sp\u00fcrbaren Anstieg. Beim Bau brummt es nach wie vor: \u00dcber 70 Prozent der Unternehmen in dieser Branche sind bis zur Spitze ausgelastet. Im Gro\u00dfhandel legte das Konjunkturklima auf hohem Niveau leicht zu.<\/p>\n<p>Ein weiteres interessantes Detail brachte die Umfrage hervor, an der sich 470 Unternehmen beteiligten. Die heimische Industrie vermeldet die h\u00f6chsten Produktionsauslastungen seit \u00fcber zehn Jahren. Man erlebe einen Aufschwung, der ins achte Jahr gehe. Daher werde leicht vergessen, dass sich erst bei schlechterer Wirtschaftslage zeige, wie stark die Unternehmen wirklich aufgestellt seien, betont IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener: \u201eEs ist in Teilen ein geliehener Aufschwung. Vergleichsweise niedrige \u00d6lpreise, ein in den letzten Jahren relativ geringer Au\u00dfenwert des Euros, Niedrigzinsen und eine expansive Geldpolitik befeuern ihn. Das wird nicht ewig so weitergehen.\u201c Der lange Zeitraum wirtschaftlichen Wachstums bef\u00f6rdere zugleich auch den Leichtsinn in der Politik. Das werde in dem von Union und SPD erarbeiteten Koalitionsvertrag deutlich. Dort lese man mehr davon, dass man Wohltaten verteilen als dass man Strukturreformen in Angriff nehmen wolle, kritisiert Klaus Gr\u00e4bener: \u201eBei derart sprudelnden Steuermehreinnahmen h\u00e4tte man sich vornehmen m\u00fcssen, Betriebe und Arbeitnehmer wirklich dauerhaft zu entlasten oder aber mit einem ernsthaften Schuldenabbau zu beginnen. Doch beides hat in Berlin keine starke Lobby. Stattdessen werden Unternehmen und Besch\u00e4ftigte kr\u00e4ftig weiter gemolken. Wahrscheinlich meint man mehrheitlich in der Politik, es gehe mit steigenden Steuereinnahmen ewig so weiter.\u201c<\/p>\n<p>Hervorragend stellt sich aus Sicht der IHK weiterhin auch die Besch\u00e4ftigungslage in beiden Kreisen dar. Trotz des \u00fcblichen saisonalen Anstiegs zu Jahresbeginn liegt die regionale Arbeitslosenquote mit 4,6 Prozent einen halben Prozentpunkt unter der des Vorjahres. Die Zahl der Arbeitslosen ging um mehr als 1.300 zur\u00fcck. \u00dcber 171.000 Besch\u00e4ftigte arbeiteten sozialversicherungspflichtig in der Region, so viele wie noch nie zuvor. Felix G. Hensel: \u201eKnapp ein Drittel aller befragten Unternehmen will seine Belegschaft weiter aufstocken. Die Einstellungsneigung ist in allen Wirtschaftszweigen gestiegen. Allerdings gibt es immer \u00f6fter Fachkr\u00e4fteengp\u00e4sse: 64 Prozent sehen diese bereits als Risiko f\u00fcr die weitere Entwicklung. Schlie\u00dflich nutzen volle Auftragsb\u00fccher nichts, wenn kein Personal mehr da ist, das die Auftr\u00e4ge abarbeitet.\u201c<\/p>\n<p>Die Ergebnisse im Einzelnen:<\/p>\n<p>61 Prozent der Industriebetriebe melden eine gute Lage, nur 7 Prozent eine schlechte. Deutlich \u00fcber die H\u00e4lfte ist bis zur Spitze ausgelastet, fast jeder Zweite verzeichnet hohe Auftragsbest\u00e4nde. Vor allen Dingen durch die insgesamt positiven Exportaussichten erwartet mehr als jedes dritte Industrieunternehmen k\u00fcnftig bessere Gesch\u00e4fte, nur 6 Prozent schlechtere. Trotzdem will nicht mehr ganz ein Drittel seine Inlandsinvestitionen ausweiten, der Gro\u00dfteil von 55 Prozent m\u00f6chte diese immerhin stabil halten.<\/p>\n<p>\u00dcber 70 Prozent der Baubetriebe sch\u00e4tzen ihre Lage als gut ein, keiner als schlecht. Bis-her war der Winter relativ mild und schr\u00e4nkte die Bauaktivit\u00e4ten wenig ein. Die Branche registriert weiterhin rege Auftragseing\u00e4nge, knapp die H\u00e4lfte der Betriebe stuft den Auftragsbestand als hoch ein. Rund jedes dritte Bauunternehmen geht so von Zuw\u00e4chsen in naher Zukunft aus, die restlichen erwarten einen stabilen Verlauf auf erreichtem Niveau.<\/p>\n<p>Mehr als ein Drittel der Einzelh\u00e4ndler gibt eine gute Lage an, 17 Prozent eine schlechte. Nach dem Weihnachtsgesch\u00e4ft meldet nur noch fast jeder F\u00fcnfte kauffreudige Kunden, ein Drittel registriert Zur\u00fcckhaltung. Am zufriedensten \u00e4u\u00dfern sich die Kfz-H\u00e4ndler, weniger zufrieden der Textil- und Lebensmittelhandel. Die Rahmenbedingungen f\u00fcr den Konsum sind allen voran durch hohe Besch\u00e4ftigung sowie steigende Einkommen weiterhin gut. Die Verbraucherpreise sind trotz der erh\u00f6hten Energiekosten insgesamt moderat angestiegen. Mehr als ein F\u00fcnftel der Einzelh\u00e4ndler geht k\u00fcnftig von besseren Gesch\u00e4ften aus, nur 10 Prozent von schlechteren.<\/p>\n<p>Fast die H\u00e4lfte der Gro\u00dfh\u00e4ndler stuft ihre Lage als gut ein, nur 8 Prozent als schlecht. Sowohl der konsum- als auch produktionsnahe Gro\u00dfhandel urteilt auf hohem Niveau nicht mehr ganz so g\u00fcnstig wie im Herbst 2017. Gleichwohl berichtet insgesamt mehr als jeder zweite Betrieb von zuletzt gestiegenen Ums\u00e4tzen. Die Branche blickt optimistischer nach vorne: 43 Prozent der Firmen erwarten Zuw\u00e4chse, nur 3 Prozent sind skeptisch. Besonders der produktionsnahe Bereich setzt auf k\u00fcnftig positive Impulse. Deutlich mehr als jeder zweite Dienstleister meldet eine gute Lage, nur 3 Prozent eine schlechte. Rund ein Drittel berichtet \u00fcber zuletzt gestiegene Ums\u00e4tze und Ertr\u00e4ge. In allen Dienstleistungsbranchen ist die Stimmung gut. Auch die Auftragseing\u00e4nge werden durchweg positiver beurteilt als zuvor. Im Ergebnis erwartet fast jeder dritte Dienstleister bessere Gesch\u00e4fte in den kommenden Monaten, nur 6 Prozent schlechtere. Knapp zwei Drittel setzen auf einen ausk\u00f6mmlich stabilen Verlauf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Unternehmen in Siegen-Wittgenstein und Olpe sind sehr optimistisch ins neue Jahr gestartet und sch\u00e4tzen die wirtschaftliche Entwicklung noch einmal besser ein als im vergangenen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8649,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1,11],"tags":[],"class_list":["post-8648","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/konjunkturklima-positiv.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8648","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8648"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8648\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8651,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8648\/revisions\/8651"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8649"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8648"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8648"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8648"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}