{"id":8590,"date":"2018-02-05T14:25:12","date_gmt":"2018-02-05T13:25:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=8590"},"modified":"2018-02-05T14:32:45","modified_gmt":"2018-02-05T13:32:45","slug":"aufbruch-zu-neuen-gewerbeflaechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/aufbruch-zu-neuen-gewerbeflaechen\/","title":{"rendered":"Aufbruch zu neuen Gewerbefl\u00e4chen"},"content":{"rendered":"<p>Ohne ein angemessenes Fl\u00e4chenangebot nutzt Wirtschaftsf\u00f6rderung den heimischen Betrieben wenig. Hierin waren sich die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung der IHK Siegen f\u00fcr ein regionales Gewerbefl\u00e4chenkonzept einig. Zu ihnen geh\u00f6rten die B\u00fcrgermeister und Planer der 18 Kommunen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe sowie Vertreter der beiden Kreisverwaltungen und der Bezirksregierung Arnsberg. Anlass f\u00fcr die Initiative der Kammer: die aktuelle Fortschreibung des Regionalplans. Er gibt wichtige Eckpfeiler und Orientierungen f\u00fcr kommunale Planungen vor. \u201eDer Zeitplan f\u00fcr den neuen Regionalplan ist ambitioniert. Der Handlungsdruck ist gro\u00df. Unser Ziel ist, dass die St\u00e4dte und Gemeinden der heimischen Wirtschaft f\u00fcr die n\u00e4chsten zehn bis 20 Jahre ein ausk\u00f6mmliches Fl\u00e4chenangebot machen k\u00f6nnen, das den tats\u00e4chlichen \u00f6rtlichen Gegebenheiten und Bedarfen entspricht. Zudem brauchen die Kommunen gen\u00fcgend Auswahlm\u00f6glichkeiten, um auf unternehmerische Anfragen angemessen reagieren zu k\u00f6nnen\u201c, unterstrich Hermann-Josef Droege, stellvertretender Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der IHK Siegen.<\/p>\n<p>Mit ihrem Vorsto\u00df f\u00fcr ein regionales, interkommunal abgestimmtes Gewerbefl\u00e4chenkonzept, das sich als Fachbeitrag f\u00fcr den neuen Regionalplan versteht, will die IHK das bestm\u00f6gliche Ergebnis bei der Suche nach k\u00fcnftigen Industrie- und Gewerbefl\u00e4chen erzielen. Gleichzeitig werden die Kommunen in ihren Entwicklungszielen und die Bezirksregierung in ihrer Arbeit unterst\u00fctzt. F\u00fcr diesen neuen regionalen Weg hat die IHK auf eigene Kosten das K\u00f6lner Planungsb\u00fcro Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen mit der erforderlichen konzeptionellen Arbeit beauftragt. Das B\u00fcro hatte bereits im Vorfeld mit entsprechenden Arbeiten im M\u00e4rkischen Kreis und im Oberbergischen Kreis \u00fcberzeugt. \u201eDies sichert einen unverstellten und unvoreingenommenen Blick von au\u00dfen. Das B\u00fcro bietet Unterst\u00fctzung in allen konkreten Einzelfragen zur Fl\u00e4chenpolitik in den Kommunen und unterst\u00fctzt die notwendigen innergemeindlichen Diskussions- und Entscheidungsprozesse\u201c, so Hermann-Josef Droege.<\/p>\n<p>Neue m\u00f6gliche Industrie- und Gewerbefl\u00e4chen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe zu finden, sei eine \u201eHerkulesaufgabe\u201c, meint Dominik Geyer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Dr.\u00a0Jansen GmbH. \u201eZu den H\u00fcrden z\u00e4hlen die hier verbreiteten Tallagen, die schwierige Topographie, aber auch die vielen umwelt- und naturschutzrechtlichen Einschr\u00e4nkungen. Au\u00dferdem befinden sich viele Fl\u00e4chen in privater Hand, was h\u00e4ufig zu schwierigen Verhandlungen f\u00fchrt. Und schlie\u00dflich summieren sich viele kleine Reservefl\u00e4chen in der Bilanz, obwohl sie in der Praxis aufgrund ihrer geringen Gr\u00f6\u00dfe auf keinerlei Nachfrage sto\u00dfen. Diese unbrauchbaren Restfl\u00e4chen kommen auf den Pr\u00fcfstand!\u201c<\/p>\n<p>Hinzu kommt: Die IHK Siegen hatte bereits vor Jahren in einer Studie nachgewiesen, dass durchschnittlich nur rund 56 Prozent der im Regionalplan als Gewerbe- und Industrieansiedlungsbereiche (GIB) dargestellten Fl\u00e4chen am Ende tats\u00e4chlich durch die St\u00e4dte und Gemeinden vermarktet werden k\u00f6nnen. Deshalb sollen mit dem Gewerbefl\u00e4chenkonzept neue Auswahlm\u00f6glichkeiten und Entscheidungsspielr\u00e4ume f\u00fcr die Kommunen entstehen. Hermann-Josef Droege: \u201eBei 80 bis 90 Prozent der Ansiedlungen auf den neuen Fl\u00e4chen handelt es sich nachweisbar um heimische Betriebe, die an ihren gewachsenen Standorten keine Erweiterungsperspektiven h\u00e4tten. K\u00f6nnen diesen Unternehmen keine Alternativen geboten werden, werden \u00fcber kurz oder lang Produktions- und Standortverlagerungen die Folge sein. Die Betriebe gingen unserem Wirtschaftsraum unwiderruflich verloren!\u201c<\/p>\n<p>Am Anfang der Arbeit steht f\u00fcr das Planungsb\u00fcro eine wirtschaftsstrukturelle und sozio\u00f6konomische Analyse. Dabei soll unter anderem aufgearbeitet werden, welche Bedarfe die verschiedenen Branchen haben und welche Fl\u00e4chengr\u00f6\u00dfen und -zuschnitte zur Verf\u00fcgung stehen. In einem zweiten Schritt wird eine Fl\u00e4chenbedarfsanalyse f\u00fcr jede Kommune erstellt. Dabei wird unter anderem untersucht, welche Reservefl\u00e4chen bestehen und welche Fl\u00e4chen tats\u00e4chlich vor Ort verf\u00fcgbar sind. Mittels differenzierter Berechnungsmethoden wird schlie\u00dflich ein Bedarf ermittelt. Erst danach schlie\u00dft sich in einem dritten Schritt die eigentliche Standortsuche und -bewertung an, bei der beispielsweise alle naturschutzrechtlichen und planerischen Einschr\u00e4nkungen ber\u00fccksichtigt werden. Interkommunale Ans\u00e4tze sollen verst\u00e4rkt ins Auge gefasst werden. Die Grundz\u00fcge des neuen regionalen Gewerbefl\u00e4chenkonzeptes sollen bis Ende 2018 erarbeitet sein.<\/p>\n<p>Die Arbeit findet in enger Abstimmung mit den St\u00e4dten und Gemeinden statt. Hierzu dienen unter anderem individuelle Kommunalgespr\u00e4che. Ein projektbegleitender Beirat unterst\u00fctzt die Arbeit des Planungsb\u00fcros, damit fr\u00fchzeitig regionale Besonderheiten eingebunden werden k\u00f6nnen. Ihm geh\u00f6ren neben den Vorsitzenden der B\u00fcrgermeisterkonferenzen in den beiden Kreisen, B\u00fcrgermeister Walter Ki\u00df (Kreuztal) und B\u00fcrgermeister Dietmar He\u00df (Finnentrop), die Planungsdezernenten der Stadt Olpe und der Gemeinde Burbach, Judith Feldner und Christian Feigs, sowie der Vorsitzende der Planungskommission beim Regionalrat Arnsberg, B\u00fcrgermeister Stefan Hundt (Lennestadt), an.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend verdeutlichte Hermann-Josef Droege die besondere Situation im IHK-Bezirk: \u201eAnders als viele andere Regionen in Deutschland verf\u00fcgen wir \u00fcber einen \u00fcppigen und intakten Naturraum. Gerade einmal 1,5 Prozent der Gesamtfl\u00e4che werden bei uns durch Industrie- und Gewerbe beansprucht, weit weniger als im Landesdurchschnitt. Gleichzeitig haben wir einen hohen Anteil an Industriebetrieben, die in besonderem Ma\u00dfe auf ausreichend Erweiterungsfl\u00e4chen angewiesen sind. Deshalb ist es richtig, dass sich die Region als Wirtschaftsraum aufstellt und mit einem gemeinsamen Gewerbefl\u00e4chenkonzept Position bezieht!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ohne ein angemessenes Fl\u00e4chenangebot nutzt Wirtschaftsf\u00f6rderung den heimischen Betrieben wenig. 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