{"id":8345,"date":"2018-01-05T11:33:52","date_gmt":"2018-01-05T10:33:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=8345"},"modified":"2018-01-05T11:33:52","modified_gmt":"2018-01-05T10:33:52","slug":"haubergswirtschaft-soll-immaterielles-kulturerbe-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/haubergswirtschaft-soll-immaterielles-kulturerbe-werden\/","title":{"rendered":"Haubergswirtschaft soll immaterielles Kulturerbe werden"},"content":{"rendered":"<p>Die Siegerl\u00e4nder Haubergswirtschaft soll immaterielles Kulturerbe werden. In den letzten Monaten hat ein Arbeitskreis die entsprechende Bewerbung erstellt. Diese wurde jetzt beim Ministerium f\u00fcr Kultur und Wissenschaft des Landes NRW eingereicht. In einem vierstufigen Verfahren wird nun gepr\u00fcft, ob die Haubergswirtschaft die Voraussetzungen erf\u00fcllt, um in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen zu werden. In einem sp\u00e4teren Schritt ist auch eine Aufnahme in eine der drei internationalen Listen des immateriellen Kulturerbes denkbar.<\/p>\n<p>Im Dezember 2015 hatte der Kreistag Siegen-Wittgenstein auf Vorschlag des Landrates die Einleitung des Bewerbungsverfahrens beschlossen und entsprechende Mittel zur Verf\u00fcgung gestellt. Im Vorfeld hatte es zahlreiche Gespr\u00e4che u.a. mit dem F\u00f6rderverein Historischer Hauberg Fellinghausen und den B\u00fcrgermeistern gegeben, die dieses Projekt unterst\u00fctzen. Auch im Ma\u00dfnahmenkatalog des Regionalen Entwicklungskonzeptes ist das Ziel der Anerkennung des Haubergs als Immaterielles Kulturerbe verankert.<\/p>\n<p>In 2016 wurde ein Arbeitskreis unter Leitung des Kreis-Umweltdezernenten Arno Wied einberufen, der die Bewerbung erarbeitet hat. Projekttr\u00e4ger ist der Waldbauernverband NRW. Er hat die Bewerbung jetzt auch beim Ministerium eingereicht. Dem Arbeitskreis geh\u00f6rten dar\u00fcber hinaus auch interessierte und engagierte Einzelpersonen sowie Vertreter zahlreicher Akteure in der Region an: der BioStation Siegen-Wittgenstein, des Heimatbundes, des Siegerl\u00e4nder Heimat- und Geschichtsvereins, des Touristikverbandes, des Landesbetriebes Wald und Holz NRW, der Waldgenossenschaften, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Grundschule Fellinghausen und nat\u00fcrlich des F\u00f6rdervereins Historischer Hauberg Fellinghausen. Aber auch Mitarbeiter der Kreisverwaltung, der Bezirksregierung, des zust\u00e4ndige Ministerium des Landes NRW sowie die St\u00e4dte und Gemeinden waren in dem Arbeitskreis vertreten.<\/p>\n<p>Landrat Andreas M\u00fcller bedankt sich ganz herzlich bei allen, die sich engagiert in die Erarbeitung der Bewerbung eingebracht haben und dr\u00fcckt nun gemeinsam mit ihnen die Daumen, dass es mit der Aufnahme der Haubergswirtschaft in die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes klappt.<\/p>\n<p>Der Weg bis dahin ist allerdings weit und besteht aus vier Etappen: F\u00fcr das Inventar des immateriellen Kulturerbes von NRW kann eine unabh\u00e4ngige Landesjury Bewerbungen solcher Traditionen vorschlagen, die einen besonderen Bezug zu Nordrhein-Westfalen besitzen. F\u00fcr das bundesweite Auswahlverfahren kann jedes Bundesland bis zu vier Bewerbungen ausw\u00e4hlen, die es der Kultusministerkonferenz (KMK) empfiehlt. Die KMK leitet die Bewerbungen an das unabh\u00e4ngige nationale Expertenkomitee bei der Deutschen UNESCO-Kommission weiter. Dieses pr\u00fcft und bewertet die Bewerbungen. Schlie\u00dflich best\u00e4tigen die Kultusministerkonferenz und die Beauftragte der Bundesregierung f\u00fcr Kultur und Medien die Empfehlungen des nationalen Expertenkomitees. Anschlie\u00dfend wird das immaterielle Kulturerbe in das nationale Verzeichnis aufgenommen. Ein Ergebnis kann ab Anfang 2019 erwartet werden.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der Bewerbung steht die ressourcenschonende, nachhaltige Bewirtschaftung von Waldfl\u00e4chen durch genossenschaftliche Nutzung. Dabei findet die Nutzung heute teilweise immer noch in Form der historische Bewirtschaftung von Niederwaldfl\u00e4chen statt, hinzu kommt aber auch die ressourcenschonende Bewirtschaftung von Hochwaldfl\u00e4chen geht. Diese Formen der Haubergswirtschaft werden auch in an das Siegerland angrenzenden Regionen in den Kreisen Altenkirchen und Olpe, im Lahn-Dill-Kreis und im Westerwaldkreis praktiziert.<\/p>\n<p>\u201eNeben dieser genossenschaftlichen Selbstverwaltung des Gemeinschaftswaldes wirken auch noch heute viele Anteilseigener und ihre Familien bei den Arbeiten im Hauberg aktiv mit. In erster Linie erfolgt dies \u00fcber die traditionelle Brennholznutzung der Niederw\u00e4lder, wobei B\u00e4ume in den einzelnen Schl\u00e4gen alternierend auf den Stock gesetzt werden\u201c, hei\u00dft es in der Bewerbungsschrift. Und weiter: \u201eAuch Arbeiten au\u00dferhalb der Holzernte werden teilweise durch die Anteilseigener durchgef\u00fchrt.\u201c Zudem wird auf die Jahreshauptversammlungen verwiesen, in denen ein Wirtschaftsplan beschlossen und wichtige Entscheidungen f\u00fcr die Genossenschaft getroffen werden. Schlie\u00dflich erl\u00e4utert die Bewerbung, dass die Haubergswirtschaft es erm\u00f6glicht, Wissen an die n\u00e4chste Generation zu vermitteln und damit das gewachsene Brauchtum und den Nachhaltigkeitsgedanken der Haubergsgenossenschaften an die n\u00e4chsten Generationen weiterzugeben.<\/p>\n<p>\u201eDie Konzentration der Bewerbung auf die f\u00fcr die Haubergswirtschaft typische, nachhaltige Nutzung von W\u00e4ldern, die in genossenschaftlichem Eigentum stehen, Haubergsgenossenschaften ist der Tatsache geschuldet, dass als immaterielles Kulturerbe nur solche Dinge gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnen, die heute noch lebendig sind und vor Ort im Alltag praktiziert werden\u201c, macht der Vorsitzende des Arbeitskreises, Arno Wied, deutlich. Trotzdem enth\u00e4lt die Bewerbung auch einen ausf\u00fchrlichen Abschnitt, der die Entstehung und den Wandel der Haubergswirtschaft im Laufe der Jahrhunderte darlegt.<\/p>\n<p>Die Projektgruppe hat sich im Rahmen der Erarbeitung der Bewerbung auch Gedanken dazu gemacht, welche Ma\u00dfnahmen zur Erhaltung und Weitergabe der Haubergswirtschaft bereits bestehen und welche weiteren kreativen Ans\u00e4tze denkbar sind. An diesen Fragenstellungen soll auch jetzt nach Abgabe der Bewerbung weitergearbeitet werden. Deshalb wird sich die Projektgruppe im Januar 2018 ein n\u00e4chstes Mal treffen, um weitere Vorschl\u00e4ge zu sammeln und zu diskutieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Siegerl\u00e4nder Haubergswirtschaft soll immaterielles Kulturerbe werden. In den letzten Monaten hat ein Arbeitskreis die entsprechende Bewerbung erstellt. 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