{"id":8291,"date":"2017-12-22T09:45:03","date_gmt":"2017-12-22T08:45:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=8291"},"modified":"2017-12-22T09:45:29","modified_gmt":"2017-12-22T08:45:29","slug":"thyssenkrupp-und-ig-metall-erzielen-gemeinsames-verhandlungsergebnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/thyssenkrupp-und-ig-metall-erzielen-gemeinsames-verhandlungsergebnis\/","title":{"rendered":"thyssenkrupp und IG Metall erzielen gemeinsames Verhandlungsergebnis"},"content":{"rendered":"<p>thyssenkrupp und die IG Metall haben in der vom thyssenkrupp-Aufsichtsrat eingesetzten gemeinsamen Arbeitsgruppe ein Verhandlungsergebnis zum Abschluss eines Tarifvertrags erzielt. Dieser regelt tarifliche Rahmenbedingungen f\u00fcr den geplanten Zusammenschluss der europ\u00e4ischen Stahlaktivit\u00e4ten von thyssenkrupp und Tata Steel Europe in einem 50\/50-Joint Venture. Die Einigung gilt f\u00fcr alle deutschen Stahlstandorte von thyssenkrupp. Der Tarifvertrag soll mit Start des Gemeinschaftsunternehmens in Kraft treten und rund 8 Jahre bis zum 30.09.2026 gelten. thyssenkrupp hatte im September die Gr\u00fcndung eines Joint Ventures seiner europ\u00e4ischen Stahlaktivit\u00e4ten mit Tata Steel Europe angek\u00fcndigt. Ziel des Joint Ventures ist es, einen f\u00fchrenden europ\u00e4ischen Flachstahlanbieter zu schaffen und diesen als Qualit\u00e4ts- und Technologief\u00fchrer zu positionieren. Das neue Unternehmen w\u00fcrde einen Pro-forma-Umsatz von etwa 15 Mrd \u20ac erzielen und etwa 48.000 Mitarbeiter besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Dr. Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp AG: \u201eMit dem heute erzielten Ergebnis haben wir eine wesentliche Voraussetzung daf\u00fcr geschaffen, unsere strategische Zielsetzung zu erreichen und gleichzeitig den Interessen unserer Besch\u00e4ftigten gerecht zu werden. Die Einigung entspricht damit unserem Verst\u00e4ndnis von unternehmerischer Verantwortung. Sie gibt uns zum einen die M\u00f6glichkeit, die f\u00fcr das Joint Venture angek\u00fcndigten wirtschaftlichen Vorteile und Synergien zu erzielen und damit wie geplant Mehrwert f\u00fcr thyssenkrupp und seine Aktion\u00e4re zu schaffen. Gleichzeitig geben wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gemeinschaftsunternehmens eine gute Zukunftsperspektive und sichern Arbeitspl\u00e4tze.\u201c<\/p>\n<p>Wesentliche Inhalte der Einigung sind:<\/p>\n<p>Mit dieser Einigung wird eine Besch\u00e4ftigungssicherung bis zum 30.09.2026 vereinbart. Das bedeutet, dass der bereits angek\u00fcndigte erforderliche Abbau von bis zu 2.000 Stellen sozialvertr\u00e4glich so wie auch in der Vergangenheit umgesetzt wird.<\/p>\n<p>Auch zur Standortsicherung wurde eine weitreichende L\u00f6sung erzielt. F\u00fcr die Mehrheit der Standorte ist eine Sicherung bis zum 30.09.2026 vorgesehen. Innerhalb dieser Standortsicherung ist die Anpassung einzelner Anlagen und Aggregate weiterhin m\u00f6glich. F\u00fcr einzelne Betriebsteile in Bochum, Eichen und H\u00fcttenheim ist eine Wirtschaftlichkeitspr\u00fcfung Ende 2020 zur Frage der Fortf\u00fchrung vereinbart; unabh\u00e4ngig davon gilt f\u00fcr diese Betriebsteile eine Standortsicherung bis Ende 2021.<\/p>\n<p>In die deutschen Standorte soll auch in Zukunft auf dem heutigen Niveau investiert werden. Zielsetzung sind mindestens 400 Mio \u20ac j\u00e4hrlich, die unter anderem zur Weiterentwicklung der Produktionsanlagen verwendet werden.<\/p>\n<p>Die bestehenden Aus- und Weiterbildungskapazit\u00e4ten bleiben erhalten und sind somit ein Eckpfeiler f\u00fcr den Erfolg des Joint Ventures. Gegenw\u00e4rtig werden circa 1.500 junge Menschen im Stahlbereich ausgebildet.<\/p>\n<p>thyssenkrupp wird f\u00fcr mindestens sechs Jahre am Joint Venture beteiligt sein. Gleichzeitig ist w\u00e4hrenddessen eine Ver\u00e4nderung der Anteilseignerstruktur, gegebenenfalls durch einen B\u00f6rsengang, nicht ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Neben dem Erhalt der Montanmitbestimmung in Deutschland ist im Tarifvertrag vorgesehen, dass ein Employee Executive Committee (EEC) gegr\u00fcndet wird, in dem Vorstand und Vertreter der Arbeitnehmer des Joint Ventures dreimal j\u00e4hrlich \u00fcber strategische Themen beraten.<\/p>\n<p>Die Arbeitnehmervertreter beim Stahl werden weiterhin dem Konzernbetriebsrat der thyssenkrupp AG angeh\u00f6ren. Die Arbeitnehmer beim Stahl behalten das aktive und passive Wahlrecht f\u00fcr den Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG.<\/p>\n<p>Oliver Burkhard, Personalvorstand der thyssenkrupp AG: \u201eWir haben uns auf den Abschluss eines Tarifvertrags geeinigt, der all das ber\u00fccksichtigt, was uns bei thyssenkrupp wichtig ist: eine gemeinsame L\u00f6sung mit der Arbeitnehmerseite, die unserer Unternehmenskultur entspricht. Mit diesem Ergebnis werden wir dem Unternehmensinteresse und den Interessen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerecht. Damit geben wir unseren Besch\u00e4ftigten Sicherheit und schaffen f\u00fcr das Joint Venture eine gute Zukunftsperspektive.\u201c<\/p>\n<p>Die IG Metall will im Januar das Ergebnis an den Stahlstandorten von thyssenkrupp zur Abstimmung stellen. Die Tarifkommission der Gewerkschaft hat empfohlen, das Verhandlungsergebnis anzunehmen.<\/p>\n<p>Im Rahmen der derzeit stattfindenden Due Diligence werden unabh\u00e4ngige Gutachten zur wirtschaftlichen Tragf\u00e4higkeit des Joint Ventures sowie den Pensionsverpflichtungen von Tata Steel Europe in Gro\u00dfbritannien erstellt. Nach Abschluss der Due Diligence wird die Unterzeichnung eines Vertrages f\u00fcr das Joint Venture Anfang 2018 angestrebt. Das Closing, also der tats\u00e4chliche Vollzug des Zusammenschlusses, k\u00f6nnte dann nach Freigabe durch die Kartellbeh\u00f6rden Ende 2018 erfolgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>thyssenkrupp und die IG Metall haben in der vom thyssenkrupp-Aufsichtsrat eingesetzten gemeinsamen Arbeitsgruppe ein Verhandlungsergebnis zum Abschluss eines Tarifvertrags erzielt. 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