{"id":8266,"date":"2017-12-19T16:12:22","date_gmt":"2017-12-19T15:12:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=8266"},"modified":"2017-12-19T18:41:38","modified_gmt":"2017-12-19T17:41:38","slug":"fuehren-im-teilzeit-geht-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/fuehren-im-teilzeit-geht-das\/","title":{"rendered":"F\u00fchren in Teilzeit &#8211; Geht das?"},"content":{"rendered":"<div class=\"teaser-text\">\n<p>Immer mehr Unternehmen legen Wert darauf, Frauen nach dem Mutterschutz die Wiedereingliederung in den Beruf zu erm\u00f6glichen. Trotzdem ist es f\u00fcr viele Frauen schwierig, einen Job zu bekommen, der mit dem Privatleben vereinbar ist. Daf\u00fcr ist in der Regel eine Teilzeitstelle notwendig. Von einer F\u00fchrungsposition k\u00f6nnen die meisten Frauen beim Wiedereinstieg nur tr\u00e4umen. Denn schlie\u00dflich kann man ja nicht viel Verantwortung in einem Unternehmen tragen und gleichzeitig Haushalt und Kinder versorgen. Oder doch?<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"news-text-wrap\">\n<p>Elisabeth Steuber hat zwei Kinder (3 und 6 Jahre) und arbeitet in Teilzeit als Marketing Director bei der <a href=\"https:\/\/www.baeumer.com\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Albrecht B\u00e4umer GmbH &amp; Co. KG<\/a> in Freudenberg. Dass sie diese F\u00fchrungsposition in Teilzeit aus\u00fcben kann, ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Ihr privates Umfeld und ihre pers\u00f6nliche Einstellung spielen auf ihrem Weg eine wichtige Rolle. Vor allem aber hat ihr Arbeitgeber B\u00e4umer diese individuelle Vereinbarung von Familie und Beruf erm\u00f6glicht. \u201eIch muss keine Auszeit von der Karriere nehmen, sondern darf mich auch als Mutter zweier kleiner Kinder weiterentwickeln. Gleichzeitig darf ich aber auch Mutter sein und habe Zeit ihre Entwicklung zu begleiten. Daf\u00fcr bin ich wahnsinnig dankbar.\u201c<\/p>\n<p>Schon vor den Kindern hat die Diplom-Medienwirtin im Marketing bei dem Familienunternehmen gearbeitet \u2013 sie hat die Abteilung vom ersten Tag an aufgebaut und gestaltet. \u201eEs war so etwas wie mein erstes eigenes Baby\u201c, erinnert sie sich. Ihr Ziel nach dem Mutterschutz war es auch weiterhin, B\u00e4umer durch gute Marketingarbeit nach vorne zu bringen. Daf\u00fcr wollte sie zur\u00fcck in die F\u00fchrungsposition.<\/p>\n<p>Gleichzeitig musste B\u00e4umer auf den allgemeinen Fachkr\u00e4ftemangel reagieren und hat individuelle L\u00f6sungen f\u00fcr Mitarbeiter entwickelt. Im Laufe der Zeit hat mit der Umsetzung neuer Ideen eine Art Kulturrevolution stattgefunden. Der jungen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung von B\u00e4umer liegt die Work-Life-Balance als Familienfreundliches Unternehmen sehr am Herzen. So auch Elisabeth Steuber. Damit solch eine L\u00f6sung aber f\u00fcr Arbeitnehmer und Arbeitgeber zufriedenstellend ist und in der Praxis funktioniert, m\u00fcssen viele Aspekte ber\u00fccksichtigt und angepasst werden.<\/p>\n<p>Essentiell daf\u00fcr ist, dass der Job f\u00fcr die Marketingleiterin pers\u00f6nlich mehr Berufung als Beruf ist. \u201eDas Herz h\u00e4ngt am Unternehmen und man f\u00fchlt sich dem Unternehmen verpflichtet.\u201c Aber auch das private Umfeld muss mitspielen. Ihr Arbeitsplatz und die Betreuung der Kinder liegen nicht weit voneinander entfernt. Der Alltag ist von morgens bis abends durchstrukturiert und \u201esogar der Hund hat eine eigene Spalte im Familien-Terminkalender\u201c, erkl\u00e4rt die 37-J\u00e4hrige. F\u00fcr Spontaneit\u00e4t bleibt in der Woche wenig Zeit. \u201eOhne meinen tollen Ehemann, der auch sehr viel Zeit in die Familie investiert, w\u00e4re das gar nicht m\u00f6glich\u201c, sagt sie. Mit ihm bilden Familie, Freunde und Kinderbetreuung ein gro\u00dfes, flexibles Netzwerk, das dieses individuelle Arbeitsmodell erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Denn als F\u00fchrungskraft ist ihre Anwesenheit \u2013 trotz aller R\u00fccksicht des Arbeitgebers \u2013 immer wieder auch mal au\u00dferhalb der regul\u00e4ren Arbeitszeiten und \u00d6ffnungszeiten der Schule erforderlich. Beispielsweise m\u00fcssen wichtige Entscheidungen getroffen oder an Konferenzen teilgenommen werden. Gar nicht so leicht, wenn sie \u201enur\u201c drei Tage die Woche im B\u00fcro ist; einen weiteren Tag arbeitet sie von zu Hause im Home Office. \u201eEine gewisse Flexibilit\u00e4t muss man schon leisten, wenn man Verantwortung tragen m\u00f6chte, auch als Mama. Dann hei\u00dft es improvisieren oder die Kinder auch mal mit ins Meeting nehmen.\u201c<\/p>\n<p>Neben Kommunikation ist aber auch viel Vertrauen in ihr Team erforderlich. Vor der Elternzeit hat sie noch mehr operativ an Projekten mitgewirkt. Als Marketing Director in Teilzeit delegiert sie nun deutlich mehr Aufgaben an ihre Mitarbeiter \u2013 auch das stellt eine neue Herausforderung f\u00fcr die zweifache Mutter dar. Da sie nicht immer anwesend ist, muss sie darauf vertrauen, dass das Team beispielsweise die zugewiesenen Aufgaben erledigt und setzt dabei besonders auf die Selbstst\u00e4ndigkeit ihrer Kollegen. Aber auch umgekehrt. Beispielsweise kann sie ihre Arbeitszeiten flexibel gestalten und die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung vertraut darauf, dass sie ihre Planung und Projekte durchf\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u00dcberraschend f\u00fcr sie waren auch Reaktionen aus ihrem privaten Umfeld. \u201eAllen macht man es sowieso nicht Recht. Entweder gilt man als tr\u00e4ges Hausm\u00fctterchen oder \u00fcberehrgeizige Rabenmutter.\u201c Von diesen \u00e4u\u00dferen Erwartungshaltungen m\u00fcsse man sich freimachen und stattdessen sein individuelles Verh\u00e4ltnis von Familie und Beruf finden. Au\u00dferdem muss man lernen, sich vom Druck zu l\u00f6sen, alles perfekt zu machen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Elisabeth Steuber und die Firma B\u00e4umer ist diese L\u00f6sung eine Win-Win Situation. Sie hat es geschafft, ihren Traumjob und ihr Privatleben weitestgehend zu vereinbaren; auch wenn es immer wieder mal mit Stress und erh\u00f6hter Eigendisziplin verbunden ist. Sie w\u00fcnscht sich, \u201edass F\u00fchren in Teilzeit in ein paar Jahren Normalit\u00e4t ist und ein Interview wie dieses nicht mehr n\u00f6tig ist\u201c. Nicht nur sie ist mit diesem Modell m\u00f6glicherweise ein Vorbild f\u00fcr die n\u00e4chste Generation. Auch B\u00e4umer ist so manch Unternehmen einen Schritt voraus und erm\u00f6glicht einen Blick in die Zukunft. Unternehmen m\u00fcssen neu denken, sich der heutigen Gesellschaft anpassen und individuelle L\u00f6sungen mit den Mitarbeitern entwickeln, um so auch langfristig ein attraktiver Arbeitgeber zu sein.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer mehr Unternehmen legen Wert darauf, Frauen nach dem Mutterschutz die Wiedereingliederung in den Beruf zu erm\u00f6glichen. 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