{"id":8202,"date":"2017-12-14T09:11:23","date_gmt":"2017-12-14T08:11:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=8202"},"modified":"2017-12-14T09:11:23","modified_gmt":"2017-12-14T08:11:23","slug":"region-fordert-wirtschaftlich-tragfaehiges-konzept","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/region-fordert-wirtschaftlich-tragfaehiges-konzept\/","title":{"rendered":"Region fordert wirtschaftlich tragf\u00e4higes Konzept"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDie Region S\u00fcdwestfalen erwartet vom Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG, dass er einer Fusion der eigenen Stahlsparte mit der des indischen Tata-Konzerns nur zustimmt, wenn die wirtschaftliche Tragf\u00e4higkeit des neuen Unternehmens sichergestellt ist!\u201c Diese zentrale Forderung des s\u00fcdwestf\u00e4lischen Stahlgipfels hat Landrat Andreas M\u00fcller jetzt dem Aufsichtsratsvorsitzenden der ThyssenKrupp AG, Prof. Dr. Ulrich Lehner, in einem Schreiben \u00fcbermittelt. Zudem hat der Landrat in einem weiteren Schreiben Dr. Heinrich Hiesinger, den Vorstandsvorsitzenden der ThyssenKrupp AG, \u00fcber die Ergebnisse des s\u00fcdwestf\u00e4lischen Stahlgipfels informiert.<\/p>\n<p>Den Stahlgipfel hatte der Kreis Siegen-Wittgenstein Ende November in Kreuztal-Eichen ausgerichtet. Anlass war die geplante Fusion der Stahlsparten von ThyssenKrupp und des indischen Mitbewerbers Tata. F\u00fcr ThyssenKrupp nahm Thomas Schlenz, Arbeitsdirektor thyssenkrupp Steel Europe AG, an dem Gipfel teil. Zudem waren u.a. heimische Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter, B\u00fcrgermeister, Kreistags-, Landtags- und Bundestagsabgeordnete sowie weitere Akteure aus S\u00fcdwestfalen dazu eingeladen.<\/p>\n<p>In seinen Schreiben an Prof. Dr. Lehner und Dr. Hiesienger machte der Landrat deutlich, dass zentrale Informationen auf dem Stahlgipfel Besorgnisse bei den Teilnehmern ausgel\u00f6st haben. \u201eIm Laufe der Gespr\u00e4che entstand bei vielen der Eindruck, dass das neue Unternehmen die Funktion einer \u201aBad Bank\u2018 f\u00fcr die ThyssenKrupp AG \u00fcbernehmen soll: Milliardenschulden und -risiken werden in das neue Unternehmen ausgelagert. Zugleich solle dieses Unternehmen eigene Gewinne abf\u00fchren. Eine Nachschusspflicht f\u00fcr die Mutterkonzerne sei dagegen nicht vorgesehen\u201c, so Andreas M\u00fcller: \u00dcber liquides Eigenkapital werde das neue Unternehmen ebenfalls nicht verf\u00fcgen: \u201e\u2018Es hat nicht einmal Geld, um eine Briefmarke zu kaufen\u2018, brachte es ein Gipfelteilnehmer auf den Punkt\u201c, schildert der Landrat.<\/p>\n<p>Deshalb seien Fragen nach der Montan-Mitbestimmung im neuen Unternehmen, den Standorten oder geplanten Investitionsprogrammen zwar wichtig, viel entscheidender sei zum jetzigen Zeitpunkt aber eine andere Frage, n\u00e4mlich: Wird das neue Joint Venture-Unternehmen so aufgestellt sein, dass es wirtschaftlich tragf\u00e4hig und somit \u00fcberlebensf\u00e4hig ist?<\/p>\n<p>Insbesondere Gewerkschaftsvertreter warfen ThyssenKurpp auf dem Stahlgipfel vor, mit dem Joint Venture nicht das Ziel zu verfolgen, auf Herausforderungen des Stahlmarktes zu reagieren, sondern lediglich den Marktwert und die Kreditw\u00fcrdigkeit der ThyssenKrupp AG erh\u00f6hen zu wollen.<\/p>\n<p>\u201eSolch ein Konstrukt mag vielleicht in guten Zeiten funktionieren, w\u00e4re aber schon bei den geringsten Verwerfungen am Markt zur Insolvenz verdammt\u201c, fasst Andreas M\u00fcller die Sorgen der Gipfelteilnehmer zusammen: \u201eDeshalb waren sich die Gipfelteilnehmer einig, dass die Verhandlungsf\u00fchrer zun\u00e4chst die grundlegende Konstruktion des neuen Gemeinschaftsunternehmens so gestalten m\u00fcssen, dass diese wirtschaftlich tragf\u00e4hig ist. Nur unter dieser Voraussetzung k\u00f6nnen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber auch die Akteure in S\u00fcdwestfalen eine solche Fusion unterst\u00fctzen\u201c, so der Landrat.<\/p>\n<p>Der Stahlgipfel habe auch deutlich gemacht, dass die Akteure in der Region fest an der Seite der Belegschaften an den Standorten in Kreuztal-Eichen, -Ferndorf und Finnentrop stehen. \u201eGemeinsam mit ihnen ist die Region bereit, f\u00fcr den Erhalt und die zukunftsf\u00e4hige Entwicklung der Stahlwerke in S\u00fcdwestfalen zu k\u00e4mpfen \u2013 wie wir es in den 90er Jahren bereits einmal getan haben\u201c, stellt M\u00fcller fest.<\/p>\n<p>\u201eDass die Stahlwerke in S\u00fcdwestfalen profitabel, hoch modern, innovativ und zukunftsf\u00e4hig sind, war beim Stahlgipfel unbestritten. Wir appellieren an Sie: Setzen Sie die Zukunft dieser bedeutenden regionalen Industrieunternehmen mit wichtigen gesamtwirtschaftlichen Funktionen nicht aufs Spiel! Stimmen Sie keiner Fusion unter Bedingungen zu, die die Zukunft der Stahlproduktion in S\u00fcdwestfalen und in ganz NRW in Frage stellen w\u00fcrde\u201c, fordert der Landrat in seinen Schreiben.<\/p>\n<p>Die Briefe des Landrates an die Vorstands- und den Aufsichtsratsvorsitzenden der ThyssenKrupp AG enden mit dem Angebot der Region, in einem weiteren Schritt, nachdem die wirtschaftliche Tragf\u00e4higkeit des neuen Unternehmens sichergestellt ist, mit den zust\u00e4ndigen Unternehmensvertretern \u00fcber die Frage ins Gespr\u00e4ch kommen, wie die Werke in S\u00fcdwestfalen zukunftssicher aufgestellt und weiterentwickelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Region S\u00fcdwestfalen erwartet vom Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG, dass er einer Fusion der eigenen Stahlsparte mit der des indischen Tata-Konzerns nur zustimmt, wenn die&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8203,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[30,11],"tags":[],"class_list":["post-8202","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-vermischtes","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/steel-mill-616526_1280.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8202","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8202"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8202\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8204,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8202\/revisions\/8204"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8203"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8202"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8202"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8202"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}