{"id":8150,"date":"2017-12-06T10:44:48","date_gmt":"2017-12-06T09:44:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=8150"},"modified":"2017-12-06T10:44:48","modified_gmt":"2017-12-06T09:44:48","slug":"eine-fabrik-als-lebendiges-labor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/eine-fabrik-als-lebendiges-labor\/","title":{"rendered":"Eine Fabrik als lebendiges Labor"},"content":{"rendered":"<p>Wie sehen die Fabriken der Zukunft aus? Ist die Produktion von G\u00fctern \u00fcberhaupt noch zukunftsf\u00e4hig? Diese Fragen besch\u00e4ftigen nicht nur viele Unternehmen mit Blick auf die Digitalisierung und Industrie 4.0, sondern auch den Lehrstuhl \u201eInternational Production Engineering and Management\u201c der Universit\u00e4t Siegen. Er ist zum Sommersemester 2017 gegr\u00fcndet worden und wird seitdem von Prof. Dr.-Ing. Peter Burggr\u00e4f aufgebaut. Vor allem die Industrieunternehmen in der Region hat das Team um Prof. Burggr\u00e4f im Blick. Denn in den kommenden Monaten soll bereits eine Smarte Demonstrationsfabrik im Siegerland aufgebaut werden.<\/p>\n<p>\u201eDiese Fabrik wird ein lebendiges Labor\u201c, erkl\u00e4rt der Ingenieur, \u201eIndustrie und Hochschulinstitute sollen dort praxisnah zusammenarbeiten.\u201c Eine Firma soll in der Fabrik m\u00f6glichst in Eigenregie produzieren, die Wissenschaftler begleiten die Produktion, untersuchen deren Organisation und k\u00f6nnen in Absprache mit dem Unternehmen gegebenenfalls Einfluss darauf nehmen. \u00c4hnliche Demonstrationsfabriken gibt es weltweit, h\u00e4ufig werden sie auch zur Aus- und Weiterbildung genutzt. \u201eAls ersten Schritt werden wir diese Fabrik auch mit anderen Fabriken vernetzen\u201c, sagt Prof. Burggr\u00e4f.<\/p>\n<p>Die Kontakte zwischen der Industrie und der Hochschule sch\u00e4tzt Prof. Burggr\u00e4f, die starke Wirtschaft in S\u00fcdwestfalen war f\u00fcr ihn einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr den Wechsel an die Uni Siegen. Auch die Kooperation mit der Wissenschaft und insbesondere mit seiner bisherigen Wirkungsst\u00e4tte, der RWTH Aachen, liegt ihm am Herzen. \u201eWir haben eine Kooperationsvereinbarung mit Aachen auf den Weg gebracht\u201c, so Burggr\u00e4f, der dort auch weiterhin eine Forschungsgruppe betreut, \u201eso k\u00f6nnen wir uns in Zukunft im Themenfeld \u201aProduktionsmanagement\u2018 austauschen und gemeinsame Forschungsantr\u00e4ge stellen.\u201c<\/p>\n<p>Ein Thema, das Burggr\u00e4f in seiner Forschungsarbeit besonders interessiert, ist das \u201eCyber Production Management\u201c: \u201eK\u00fcnstliche Intelligenz wird immer g\u00fcnstiger und besser\u201c, so der Wissenschaftler, \u201eund sie wird immer mehr Management-Aufgaben \u00fcbernehmen. Sie kommt also aus der Produktion auch in die B\u00fcros.\u201c Produktionsvorbereitungen k\u00f6nnten so zum Beispiel demn\u00e4chst automatisiert ablaufen, Computer Management-Entscheidungen abnehmen. Eine Herausforderung, aber f\u00fcr Prof. Dr. Peter Burggr\u00e4f auch eine Chance: \u201eNat\u00fcrlich m\u00fcssen wir uns Kontrollmechanismen \u00fcberlegen und uns fragen: Vertrauen wir dieser K\u00fcnstlichen Intelligenz? Aber K\u00fcnstliche Intelligenz beruht ja auf Erfahrungswissen und kann deshalb qualifizierte Entscheidungen treffen.\u201c Arbeitspl\u00e4tze m\u00fcssten deshalb nicht unbedingt in Gefahr sein, meint er: \u201eWenn Manager nicht st\u00e4ndig Zahlen auswerten und Excel-Tabellen ausf\u00fcllen m\u00fcssten, g\u00e4be es wieder neue R\u00e4ume f\u00fcr Kreativit\u00e4t \u2013 oder f\u00fcr Aufgaben, die wir jetzt vielleicht noch gar nicht kennen.\u201c Auch der Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten und einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf k\u00f6nnte so einfacher erf\u00fcllt werden.<\/p>\n<p>Mit einigen Unternehmen in der Region hat er bereits gesprochen, gemeinsam mit seinen Kollegen aus dem Institut f\u00fcr Produktionstechnik bereitet er au\u00dferdem die \u201eSiegener Produktionstage\u201c vor: \u201eWir m\u00f6chten n\u00e4chstes Jahr einen eint\u00e4gigen Kongress abhalten, der Einblicke in die Siegener Produktionstechnik geben soll. Thematisch wird sich der Kongress damit besch\u00e4ftigen, wie man dem Strukturwandel erfolgreich begegnen kann.\u201c In zwei Jahren sollen sich au\u00dferdem die ersten Studierenden f\u00fcr einen neuen Studiengang am Lehrstuhl \u201eInternational Production Engineering and Management\u201c einschreiben k\u00f6nnen. Der Aufbau ist bereits erfolgreich angelaufen. \u201eZwei Mitarbeiter haben wir schon eingestellt\u201c, erz\u00e4hlt Burggr\u00e4f, \u201ezwei kommen bis Ende Januar noch dazu.\u201c Im kommenden Jahr soll sein Team auf zehn Mitarbeiter aus den Bereichen Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen anwachsen. Auf das Team wartet noch viel Arbeit \u2013 worauf er sich freut: \u201eDas ist genau das Richtige f\u00fcr mich. Ich baue lieber etwas Neues auf als etwas Vorhandenes zu verwalten.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie sehen die Fabriken der Zukunft aus? Ist die Produktion von G\u00fctern \u00fcberhaupt noch zukunftsf\u00e4hig? 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