{"id":7880,"date":"2017-11-06T15:06:10","date_gmt":"2017-11-06T14:06:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=7880"},"modified":"2017-11-06T15:06:10","modified_gmt":"2017-11-06T14:06:10","slug":"was-erwarten-studierende-von-ihren-zukuenftigen-arbeitgebern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/was-erwarten-studierende-von-ihren-zukuenftigen-arbeitgebern\/","title":{"rendered":"Was erwarten Studierende von ihren zuk\u00fcnftigen Arbeitgebern?"},"content":{"rendered":"<p>\u201eStudierende der Universit\u00e4t Siegen nehmen bei der Fachkr\u00e4ftesicherung in der Region eine Schl\u00fcsselrolle ein. Unternehmen sind gut beraten, sich bei ihnen als attraktiver Arbeitgeber anzubieten und ihre Erwartungen an den ersten Arbeitsplatz ernst zu nehmen\u201c, bringt IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Fenster die Zielsetzung der Studie auf den Punkt. Sie ist das Ergebnis einer Befragung, die von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen in Kooperation mit dem Forschungskolleg \u201eZukunft menschlich gestalten\u201c (FoKoS) der Universit\u00e4t Siegen unter der Leitung von PD Dr. Uwe Hunger und Dr. Stefan Metzger durchgef\u00fchrt wurde. Mehr als 1700 Siegener Studierende nahmen an der Umfrage teil.<\/p>\n<p>Diese wurden danach befragt, welche W\u00fcnsche sie hinsichtlich des zuk\u00fcnftigen Arbeitsplatzes haben, nach welchen Kriterien sie ihn ausw\u00e4hlen und worauf sie dabei besonderen Wert legen.<\/p>\n<p>\u201eDie Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe geh\u00f6ren zwar zu den wirtschaftlich st\u00e4rksten Regionen Deutschlands, sie sind aber auch deutlich von den Konsequenzen des demografischen Wandels und der Abwanderung junger Menschen betroffen. Das macht die Suche nach hochqualifizierten Fachkr\u00e4ften nicht einfacher. Mit der nun vorgelegten Studie geben wir den regionalen Unternehmen Handlungsempfehlungen an die Hand, mit denen sie sich insbesondere f\u00fcr die Rekrutierung von jungen Akademikern \u2013 aber sicherlich auch im Hinblick auf dual ausgebildete Nachwuchskr\u00e4fte \u2013 noch attraktiver aufstellen k\u00f6nnen\u201c, stellt Fenster fest.<\/p>\n<p>Jedes Unternehmen sollte Alleinstellungsmerkmale und ein positives Profil f\u00fcr die Personalarbeit entwickeln und vermarkten. \u201eDas gilt gerade auch f\u00fcr die Rekrutierung und die Bindung von jungen akademischen Nachwuchskr\u00e4ften\u201c, betont Dr. Stefan Metzger vom FoKoS. \u201eBesonderen Wert legen die befragten Studierenden auf einen sicheren Arbeitsplatz mit Entwicklungsperspektive, eine erf\u00fcllende T\u00e4tigkeit sowie eine gute Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben, vor allem durch zeitliche Flexibilit\u00e4t. Weiterhin ist ihnen ein positives Betriebsklima, ein wertsch\u00e4tzender Umgang mit den Mitarbeitern und eine faire Entlohnung wichtig\u201c, fasst Metzger die wesentlichen Ergebnisse der Studie zusammen.<\/p>\n<p>Die Nachwuchskr\u00e4fte m\u00f6chten als Neueinsteiger ernst genommen werden, ihre Ideen einbringen k\u00f6nnen und ein regelm\u00e4\u00dfiges Feedback erhalten. Dies gelte auch f\u00fcr ausl\u00e4ndische Studierende und Fachkr\u00e4fte mit Migrationshintergrund. \u201eDen Studierenden geht es weniger um Freizeit- oder Sportm\u00f6glichkeiten am Arbeitsplatz oder im direkten Arbeitsumfeld. Vielmehr m\u00f6chten sie den Arbeitsalltag mit den Anforderungen ihres Privat- und Familienlebens vereinbaren k\u00f6nnen\u201c, so Metzger. Gerade weil die Grenzen zwischen Privat- und Arbeitsleben l\u00e4ngst ineinandergreifen, w\u00e4re es hilfreich, wenn die Arbeitgeber bereits f\u00fcr sich (neu) definieren, was f\u00fcr sie \u201eWork-Life-Balance\u201c bedeutet und wie sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei unterst\u00fctzen k\u00f6nnen, gerade auch bei Elternzeit und Kinderbetreuung.<\/p>\n<p>Daran ankn\u00fcpfend erwarteten die Studierenden von ihren zuk\u00fcnftigen Arbeitgebern eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit. Ein ganz wichtiger Aspekt sind dabei Gleit- und Teilzeitt\u00e4tigkeiten. Aber auch Homeoffice-Modelle geh\u00f6ren dazu. Ganz entscheidend sei ihnen die zeitliche Souver\u00e4nit\u00e4t, ob und wann sie au\u00dferhalb der Arbeitszeit dienstlich erreichbar sind. Nat\u00fcrlich spiele ebenso das Geld f\u00fcr die jungen Menschen eine wichtige Rolle. Sie w\u00fcnschen sich eine faire, angemessene Bezahlung und orientieren sich dabei am Tariflohn. Im direkten Vergleich spielten die Faktoren \u201eArt der T\u00e4tigkeit\u201c und \u201eBetriebsklima\u201c aber die gr\u00f6\u00dferen Rollen als die finanzielle Verg\u00fctung.<\/p>\n<p>\u201eInsgesamt sollten Unternehmen die Arbeitgeberattraktivit\u00e4t authentisch leben und diese breit kommunizieren\u201c erg\u00e4nzt Stephan J\u00e4ger, IHK-Leiter des Referates Arbeitsmarkt, Konjunktur und Statistik. \u201eAlso \u201aTue Gutes und rede dar\u00fcber!\u2018. Der Unternehmenshomepage kommt dabei eine herausragende Rolle zu\u201c, so J\u00e4ger weiter.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Betriebe sei es \u00fcberhaupt erst einmal wichtig, sich bei den regionalen Studierenden als attraktiver Arbeitgeber und \u201eAnbieter\u201c von guten Besch\u00e4ftigungsperspektiven f\u00fcr Akademiker einen Namen zu machen. Aus fr\u00fcheren IHK-Studien sei bekannt, dass ein Gro\u00dfteil der Studierenden die vielen erfolgreichen Unternehmen mit Karrierechancen auch f\u00fcr Akademiker kaum kennen. \u201eDie Betriebe m\u00fcssen direkt und aktiv auf die Studierenden zugehen, um ihnen attraktive Arbeitspl\u00e4tze aufzuzeigen und ihre Erwartungen daf\u00fcr ernst zu nehmen. Etwa beim Besuch von Studierendenvereinen und Jobmessen, wie zum Beispiel dem Wirtschafts- und Ingenieurtag an der Universit\u00e4t, Semesterauftaktveranstaltungen u. v. m. \u201eDie pers\u00f6nliche Ansprache ist wichtiger als die sozialen Medien\u201c, betont J\u00e4ger. Nicht zuletzt seien dabei das Angebot von Praktikumspl\u00e4tzen und Werksstudierendenstellen gute M\u00f6glichkeiten, die jungen Menschen kennenzulernen und als Nachwuchskr\u00e4fte zu rekrutieren.<\/p>\n<p>Insgesamt deckten sich die Ergebnisse der Siegen-Studie in weiten Teilen mit Erkenntnissen aus unterschiedlichen Vorg\u00e4ngerstudien \u2013 etwa mit der IHK-Sch\u00fclerstudie aus dem Jahr 2013 \u2013 und anderen wissenschaftlichen Forschungsarbeiten zu Arbeitseinstellungen von Jugendlichen. Die IHK Siegen sieht sich damit bei ihren bisherigen Aktivit\u00e4ten zur Fachkr\u00e4ftesicherung best\u00e4tigt und m\u00f6chte die Angebote entsprechend ausbauen.<\/p>\n<p>Die Studie kann unter <a href=\"http:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.ihk-siegen.de<\/a> abgerufen werden und ist auf Anfrage auch in gebundener Form erh\u00e4ltlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eStudierende der Universit\u00e4t Siegen nehmen bei der Fachkr\u00e4ftesicherung in der Region eine Schl\u00fcsselrolle ein. 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