{"id":7768,"date":"2017-10-26T14:38:15","date_gmt":"2017-10-26T12:38:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=7768"},"modified":"2017-10-26T14:38:15","modified_gmt":"2017-10-26T12:38:15","slug":"gezeitenwechsel-auf-dem-ausbildungsmarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/gezeitenwechsel-auf-dem-ausbildungsmarkt\/","title":{"rendered":"Gezeitenwechsel auf dem Ausbildungsmarkt"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWir befinden uns in einem Gezeitenwechsel. Der Markt dreht sich um. Mittlerweile haben wir gravierende Schwierigkeiten, Auszubildende f\u00fcr die gewerblichen Berufe zu finden.\u201c Die Botschaft von Michael Mockenhaupt, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der EMW Stahl Service GmbH, war deutlich: Fr\u00fcher gab es immer mal wieder zu wenig Auftr\u00e4ge, aber ausreichend Personal. Heute habe man viele Auftr\u00e4ge, finde jedoch immer weniger geeignetes Personal. Eine Einsch\u00e4tzung, die bei den mehr als 50 Teilnehmern des IHK-Wirtschaftsgespr\u00e4ches bei der SSI Sch\u00e4fer Fritz Sch\u00e4fer GmbH in Neunkirchen auf Zustimmung stie\u00df. SSI-Personalleiter Ralf Althaus best\u00e4tigte dies auch f\u00fcr sein Unternehmen. Es sei eine wachsende Herausforderung, geeignete Mitarbeiter f\u00fcr die unterschiedlichen Aufgaben zu finden. \u201eEine Ursache f\u00fcr diese Entwicklung d\u00fcrfte sein, dass junge Menschen heute seltener bereit sind, im Mehrschichtbetrieb zu arbeiten\u201c, erkl\u00e4rte Christian Baumgarten von der Baumgarten handle systems KG. Deutliche Kritik \u00fcbte Rainer Sa\u00dfmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der GKS Industriemanagement GmbH und der H. Kleinknecht &amp; Co. GmbH, an den gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen: \u201eWir machen in unseren Schulen viel zu wenig und sind auf dem v\u00f6llig falschen Weg. Die jungen Leute m\u00fcssen viel schneller in den Beruf kommen.\u201c Der zunehmende Trend zur Akademisierung wirke sich negativ auf die Betriebe aus.<\/p>\n<p>Es sei eine wesentliche Aufgabe der k\u00fcnftigen Bildungspolitik, die St\u00e4rken der betrieblichen Ausbildung Sch\u00fclern, Lehrern und Eltern wieder viel deutlicher zu machen, unterstrich IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener. Vielfach herrsche die \u00dcberzeugung, der \u201enormale Mensch\u201c fange erst bei Abitur und abgeschlossenem Studium an. \u201eZugleich haben wir gerade in Nordrhein-Westfalen in den letzten Jahren zu sehr \u00fcber Schulformen diskutiert und zu wenig \u00fcber die Rolle, die Strahlkraft und die Leistungsf\u00e4higkeit von P\u00e4dagogen. Lehrer ben\u00f6tigen allerdings die Freir\u00e4ume, anspruchsvollen Unterricht auch durchsetzen zu k\u00f6nnen. Hierzu ist zudem eine erstklassige Ausbildung und im Beruf auch permanente Fortbildung erforderlich. H\u00e4tte man sich st\u00e4rker darauf konzentriert, auf diesem Wege die innerschulische Rolle der Lehrer zu st\u00e4rken, w\u00fcrden heute die Leistungstests auch besser ausfallen!\u201c<\/p>\n<p>Klare Worte fielen auch zur Breitbandanbindung von Unternehmensstandorten. Gemessen am Versorgungsgrad anderer Kommunen ist die Gemeinde Neunkirchen durchaus gut an schnelles Internet angebunden. \u201eHier kommt uns zugute, dass Neunkirchen fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig eine kleine Kommune mit \u00fcberschaubaren Kabelstrecken ist\u201c, so B\u00fcrgermeister Bernhard Baumann. Aber: \u201eDie Anforderungen und Erwartungen an die Breitbandinfrastruktur werden bereits in den kommenden Jahren rasant wachsen\u201c, ist sich IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Hans-Peter Langer sicher. Der derzeit betriebene, von Bund und Land gef\u00f6rderte Ausbau mit einer \u201efl\u00e4chendeckenden\u201c Mindestversorgung von 50 Mbit\/s sei vor diesem Hintergrund v\u00f6llig unzureichend. Zudem verz\u00f6gere sich die Umsetzung durch \u00fcberzogene b\u00fcrokratische Vorgaben, die den Planern in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe das Leben schwer machten. Der Weg zum Gigabitnetz sei in Deutschland noch lang, die unzureichende Anbindung schon heute ein deutlicher Standortnachteil f\u00fcr Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen. Einen Vorschlag aus der Diskussion nahm die IHK auf und will hierzu gemeinsam mit der Kreisverwaltung auf die neue Landesregierung zugehen: Schulen und Bildungseinrichtungen sollen so schnell wie m\u00f6glich Glasfaseranbindungen (FFTB\/H) erhalten.<\/p>\n<p>Klaus Tersteegen, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der SSI Sch\u00e4fer Fritz Sch\u00e4fer GmbH, best\u00e4tigte aus eigener Erfahrung, wie existentiell wichtig der Anschluss an die Datenautobahn im digitalen Zeitalter ist. Die Breitbandanbindung entscheide mit \u00fcber die Zukunftsf\u00e4higkeit eines Unternehmens: \u201eWer die Daten hat, hat die Macht.\u201c In der Personalstruktur von SSI Sch\u00e4fer spiegele sich dies bereits heute deutlich wider. Etwa 1.200 der insgesamt 9.500 Mitarbeiter seien IT-Spezialisten, die \u00fcberwiegend im Software-Bereich arbeiteten. 1937 von Fritz Sch\u00e4fer als kleiner Familienbetrieb in einer Garage gegr\u00fcndet, hat sich das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten zu einem \u201eGlobal Player\u201c mit mittlerweile zehn Produktionsst\u00e4tten und \u00fcber 70 Niederlassungen in aller Welt entwickelt. Wichtigste M\u00e4rkte nach Deutschland seien die USA und Asien. Bernhard Baumann zeigte ebenso wie Klaus Gr\u00e4bener gro\u00dfe Anerkennung f\u00fcr diese Leistung. \u201eDass so etwas m\u00f6glich ist, spricht auch f\u00fcr das unternehmerfreundliche Milieu und den guten Dialog zwischen Politik und Wirtschaft. Das zeichnet unsere Gemeinde aus\u201c, betonte Bernhard Baumann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWir befinden uns in einem Gezeitenwechsel. Der Markt dreht sich um. 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