{"id":7759,"date":"2017-10-25T19:56:30","date_gmt":"2017-10-25T17:56:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=7759"},"modified":"2017-10-25T19:56:30","modified_gmt":"2017-10-25T17:56:30","slug":"betriebliche-erstausbildung-staerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/betriebliche-erstausbildung-staerken\/","title":{"rendered":"\u201eBetriebliche Erstausbildung st\u00e4rken\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eImmer mehr junge Menschen machen ihr Abitur. F\u00fcr viele von ihnen ist der Gang an die Universit\u00e4t die einzig angestrebte Option und eine betriebliche Ausbildung keine wirkliche Alternative. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sehen im Studium die bestm\u00f6gliche Chance, sich hochwertig zu qualifizieren und sp\u00e4ter im Beruf erfolgreich zu sein. Dieser Trend muss umgekehrt werden. Den Jugendlichen in unserem Land muss klarer werden, dass ein Karriereeinstieg \u00fcber eine betriebliche Lehre im Vergleich zur universit\u00e4ren Ausbildung zwar andersartig, jedoch gleichwertig ist.\u201c Dies war die Kernbotschaft, die Prof. Dr. Michael Heister vom Bundesinstitut f\u00fcr Berufsbildung in Bonn an die \u00fcber 250 Besucher des 4. Ausbildungsforums der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) in der Siegerlandhalle richtete.<\/p>\n<p>Je mehr Sch\u00fcler das Gymnasium besuchten, desto mehr Raum m\u00fcsse gerade an dieser Schulform die Berufsorientierung finden. Bei der Rekrutierung von Auszubildenden seien die Firmen aufgefordert, kreativere Wege zu beschreiten und die eigenen Zielgruppen auszuweiten. \u201eWird die Zielgruppe kleiner, muss man das Spielfeld kreativ ausdehnen\u201c, betonte Heister. So lohne es sich, Studienabbrecher sowie junge Menschen aus dem \u00dcbergangssystem einzubeziehen \u2013 und auch Fl\u00fcchtlinge. Diese Gruppe k\u00f6nnte demnach zum Beispiel einen geeigneten Einstieg \u00fcber ausbildungsbegleitende Deutschkurse, zus\u00e4tzlichen Berufsschulunterricht und mehrw\u00f6chige Betriebspraktika finden.<\/p>\n<p>IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Fenster appellierte an die Ausbildungsverantwortlichen, die betriebliche Ausbildung durch Zusatzqualifikationen und die Integration von Weiterbildungsinhalten f\u00fcr Abiturienten interessant zu machen. Man m\u00fcsse die betriebliche Lehre nicht unbedingt k\u00fcrzen, um sie gegen\u00fcber Studieng\u00e4ngen attraktiver zu gestalten. Demselben Ziel k\u00f6nne auch eine inhaltliche Anreicherung der Ausbildung dienen. Die abermals hohe Teilnehmerzahl des Forums dokumentiere das ungebrochene Interesse der heimischen Unternehmen an der beruflichen Bildung. Die wiederum befinde sich derzeit in einem grundlegenden Wandel, betonte Fenster. Noch seien die Zahlen auf dem Lehrstellenmarkt im IHK-Bezirk Siegen zwar insgesamt stabil, doch die demographischen Ver\u00e4nderungen w\u00fcrden die Betriebe schon binnen kurzer Zeit vor erhebliche Herausforderungen stellen. Fehlendes Personal entwickle sich zum Flaschenhals des unternehmerischen Handelns. Das Gebot der Stunde sei daher eine kreative Personalf\u00f6rderung. Zahlreiche Unternehmen h\u00e4tten in letzter Zeit ihr Engagement in diesem Feld deutlich verst\u00e4rkt. Dies sei aus Sicht der IHK uneingeschr\u00e4nkt zu begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Im Anschluss an die Vortr\u00e4ge fanden sich die Teilnehmer der Veranstaltung in f\u00fcnf Workshops zusammen. Sie diskutierten darin \u00fcber Themen wie die betriebliche Integration von Fl\u00fcchtlingen, die Qualit\u00e4tsoffensive \u201eG\u00fctesiegel Ausbildung S\u00fcdwestfalen\u201c sowie die Bedeutung von Social Media und Jobb\u00f6rsen im digitalen Zeitalter. Zudem erfolgte im Rahmen des Ausbildungsforums eine Preisverleihung. Willi Brase, ehemaliger Bundestagsabgeordneter und langj\u00e4hriger Vorsitzender des IHK-Berufsbildungsausschusses,<wbr \/> stellte den zum zweiten Mal verliehenen \u201eAusbildungs-Frieder\u201c der IHK samt Preistr\u00e4ger vor. Diese Auszeichnung ehrt kleine und mittelgro\u00dfe Unternehmen, die das Internet besonders gut f\u00fcr die Gewinnung von Azubis einsetzen. Jugendliche aus f\u00fcnf heimischen Schulen hatten die Internetauftritte der teilnehmenden Unternehmen analysiert und anschlie\u00dfend die Sieger ermittelt. Die beste Bewertung erhielt dabei die Wilhelm Schauerte GmbH &amp; Co. KG aus Lennestadt. Den zweiten Rang belegte die Demler Spezialtiefbau GmbH &amp; Co. KG aus Netphen. Die Firmen Dango &amp; Dienenthal Maschinenbau GmbH und Hees B\u00fcrowelt GmbH (jeweils aus Siegen) erzielten gemeinsam den dritten Platz. Willi Brase hob bei der Preisverleihung hervor, die jugendlich besetzte Jury habe bei der Begutachtung viele Kriterien im Blick gehabt \u2013 so etwa die Frage, wie die Unternehmen im Internet das Thema \u201eKarrierechancen nach der Ausbildung\u201c darstellen. Junge Menschen wollten zudem \u00fcber konkrete Bewerbungstipps sowie authentische Bilder und Videos den Betrieb kennenlernen, um sich so einen eigenen Eindruck zu verschaffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eImmer mehr junge Menschen machen ihr Abitur. 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