{"id":7664,"date":"2017-10-09T13:57:51","date_gmt":"2017-10-09T11:57:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=7664"},"modified":"2017-10-09T13:57:51","modified_gmt":"2017-10-09T11:57:51","slug":"die-stimmung-ist-gut-trotz-vieler-risiken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/die-stimmung-ist-gut-trotz-vieler-risiken\/","title":{"rendered":"Die Stimmung ist gut trotz vieler Risiken"},"content":{"rendered":"<p>Beste Konjunkturstimmung im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK). Und das nahezu \u00fcberall. Etwa jedes zweite Unternehmen in der Region meldet eine gute Lage. Deutlich mehr als ein Viertel der Firmen erwartet zudem eine bessere Entwicklung in den kommenden Monaten. Der Konjunkturklimaindex als Zusammenfassung von Lageeinsch\u00e4tzungen und Erwartungen klettert gegen\u00fcber dem Jahresbeginn auf 130 Punkte. Dies entspricht einer weiteren Steigerung von 10 Punkten auf einen Wert, der seit \u00fcber zehn Jahren nicht mehr erreicht wurde. Das sind die wesentlichen Ergebnisse der j\u00fcngsten IHK-Konjunkturumfrage in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe, an der sich rund 450 Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen beteiligt haben.<\/p>\n<p>In fast allen Wirtschaftszweigen zeigen die Stimmungsbarometer nach oben, au\u00dfer im Dienstleistungsgewerbe und im Stahlbereich. Bei den Dienstleistern bleibt das Konjunkturklima jedoch trotz eines kleinen D\u00e4mpfers auf hohem Niveau. Das Konsumklima f\u00e4llt weiterhin relativ positiv aus. Eine gute Besch\u00e4ftigungslage und h\u00f6here Einkommen sorgen f\u00fcr f\u00f6rdernde Rahmenbedingungen. Die Bauaktivit\u00e4ten bleiben rege. Die heimischen Unternehmen profitieren von insgesamt wachsenden Konjunkturimpulsen in Europa und auf den Weltm\u00e4rkten.<\/p>\n<p>\u201eDie regionale Wirtschaft ist insgesamt auf bemerkenswert gutem Kurs und trotzt den nicht geringer gewordenen Unsicherheiten. Anhaltende geopolitische Krisen, Dieselaff\u00e4re und der j\u00fcngste Vertrauensverlust der Autoindustrie, steigender Protektionismus, Unstimmigkeiten in der EU, der Brexit, steigende Kosten, ein Wust an B\u00fcrokratie und, und, und! An Risiken f\u00fcr die heimische Wirtschaft mangelt es wahrlich nicht! Umso erstaunlicher ist die ausgepr\u00e4gte Zuversicht\u201c, fasst IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel die Konjunkturergebnisse zusammen.<\/p>\n<p>Die heimische Industrie profitiert sowohl von einer steigenden Nachfrage im Inland als auch von Exportimpulsen. Der Industrieumsatz im IHK-Bezirk ist bis Juli im Inland um 7 Prozent gestiegen und im Ausland um 12 Prozent. Insgesamt wurde gegen\u00fcber dem Vorjahr ein Plus von 9 Prozent erzielt. \u201eDie Aussagen zu den Produktionsauslastungen und den Auftragseing\u00e4ngen fallen noch einmal positiver aus als zu Jahresbeginn. Fast noch wichtiger erscheint indessen, dass die Investitionsneigung der Betriebe im Inland wieder sp\u00fcrbar steigt. Zu geringe Investitionen waren der Wermutstropfen vergangener Umfragen. Auf eine solche Belebung hatten wir gehofft\u201c, erg\u00e4nzt IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener. Gut l\u00e4uft es nach wie vor bei den Automobilzulieferern und den Herstellern von Bauvorprodukten. Diese \u00fcberwiegen im Kreis Olpe. Dort f\u00e4llt auch die Stimmung besser aus als in Siegen-Wittgenstein, wo die Hauptgewichte mehr im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Metallerzeugung und -bearbeitung liegen.<\/p>\n<p>\u201eDie Bereiche nahe am Stahl zeigen sich zwar etwas entspannter als im vergangenen Jahr. Das ist erfreulich. Von einer guten Lage ist man hier aber oft meilenweit entfernt. Die \u00dcberkapazit\u00e4ten, die vor allem aus Asien auf die M\u00e4rkte geworfen werden, belasten nach wie vor auch regionale Unternehmen und gef\u00e4hrden dort Arbeitspl\u00e4tze\u201c, betont Klaus Gr\u00e4bener. Zudem gebe es international trotz der unter dem Strich gut laufenden Weltwirtschaft immer mehr unsichere Ziell\u00e4nder. Hierzu geh\u00f6rten nicht nur Russland, die Ukraine, die T\u00fcrkei und Iran. Auch in S\u00fcdamerika brodele es in einigen Staaten. Ganz von den Unsicherheiten abgesehen, wie sich der US-Markt unter der Politik von Pr\u00e4sident Trump weiter entwickele.<\/p>\n<p>Die Konjunkturumfrage fand vor der Bundestagswahl statt. Felix G. Hensel: \u201eWir m\u00fcssen abwarten, ob und wie schnell sich eine neue Regierung bilden l\u00e4sst. Unsere Unternehmen erwarten besondere Initiativen im B\u00fcrokratieabbau und zus\u00e4tzliche Anstrengungen bei der Fachkr\u00e4ftesicherung. Das sind aus Sicht der Firmen neben verst\u00e4rkten Investitionen in Breitband, Stra\u00dfen, Br\u00fccken und Schienen die wichtigsten Themen, bei denen wir Substanzielles von der Politik der neuen Bundesregierung erwarten.\u201c Ob die Dieselaff\u00e4re oder der Vertrauensverlust der deutschen Automobilhersteller negative Auswirkungen f\u00fcr die regionale Wirtschaft haben, bleibe abzuwarten, so der IHK-Pr\u00e4sident weiter: \u201eJedenfalls sind die Unternehmen mehrheitlich gegen innerst\u00e4dtische Fahrverbote, f\u00fcr eine Rehabilitation des Diesels und gegen eine Verteufelung des Verbrennungsmotors. Sie hoffen, dass das \u201eMade in Germany\u201c durch die Dieselaff\u00e4re insgesamt keinen Schaden genommen hat.\u201c<\/p>\n<p>Die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten bleiben ein Risiko f\u00fcr die Weltwirtschaft. \u201eDazu geh\u00f6rt auch der wieder steigende \u00d6lpreis, der Betriebe und Verbraucher k\u00fcnftig st\u00e4rker belasten k\u00f6nnte\u201c, f\u00fchrt IHK-Konjunkturexperte Stephan J\u00e4ger dazu aus. F\u00fcr deutlich mehr als ein Drittel der Unternehmen stellten Energie- und Rohstoffpreise insgesamt ein Risiko f\u00fcr die weitere Entwicklung dar. Das Gleiche gelte f\u00fcr die Arbeitskosten.<\/p>\n<p>Zu den Konjunkturergebnissen im Einzelnen:<\/p>\n<p>In der Industrie meldet nahezu jeder Zweite eine gute Lage, nur 10 Prozent eine schlechte. \u00dcber die H\u00e4lfte der Betriebe verzeichnet Spitzenauslastungen. Mehr als ein Drittel registriert steigende Auftragseing\u00e4nge aus In- und Ausland. Gerade vom Export erhoffen sich die Firmen k\u00fcnftig mehr Impulse. Fast jedes dritte Industrieunternehmen blickt als Folge zuversichtlich nach vorne, nur 9 Prozent skeptisch. Das Vertrauen in die weitere Entwicklung spiegelt sich in besseren Investitionsabsichten wider: Mehr als ein Drittel der Betriebe m\u00f6chte daf\u00fcr die Ausgaben im Land ausweiten, nur 12 Prozent verringern.<\/p>\n<p>Im Baugewerbe l\u00e4uft es weiter rund: 71 Prozent der Betriebe beurteilen ihre Lage als gut, kein Unternehmen als schlecht. Der Gro\u00dfteil ist hoch ausgelastet. Im ersten Halbjahr dieses Jahres sind in der Region gegen\u00fcber 2016 die Bauums\u00e4tze um 18 Prozent gestiegen und die Auftragseing\u00e4nge sogar um 58 Prozent. Saisonal bedingt schrauben die Bauunternehmen ihre Erwartungen etwas zur\u00fcck. Trotzdem setzt mehr als ein F\u00fcnftel auch k\u00fcnftig auf Steigerungen und zwei Drittel auf einen stabilen Verlauf.<\/p>\n<p>Deutlich mehr als ein Drittel der Einzelh\u00e4ndler stuft die Lage als gut ein, nur 7 Prozent als schlecht. Die Kunden werden kauffreudiger eingesch\u00e4tzt als zu Jahresbeginn. Ob etwa die Dieseldiskussion und die gestiegenen Spritpreise die Verbraucherstimmung belasten, bleibt abzuwarten. Grunds\u00e4tzlich sind die Rahmenbedingungen f\u00fcr den Konsum gut. Zudem steht das Weihnachtsgesch\u00e4ft an. Infolgedessen erwarten 29 Prozent der Einzelhandelsbetriebe k\u00fcnftig bessere Gesch\u00e4fte, nur 14 Prozent schlechtere.<\/p>\n<p>Mehr als jeder zweite Gro\u00dfh\u00e4ndler sieht sich in einer guten Lage, nur 3 Prozent in einer schlechten. Sowohl produktions- als auch konsumnahe Betriebe berichten \u00fcber im Saldo bessere Gesch\u00e4fte als im Januar und blicken zuversichtlich nach vorne. Insgesamt rechnet so ein Drittel der Gro\u00dfhandelsbetriebe mit Zuw\u00e4chsen in n\u00e4chster Zeit und nur 5 Prozent mit Einbu\u00dfen.<\/p>\n<p>Das Konjunkturklima im Dienstleistungsgewerbe hat auf hohem Niveau einen kleinen D\u00e4mpfer bekommen. Ann\u00e4hernd jeder zweite Betrieb meldet aber weiterhin eine gute Lage, nur 5 Prozent urteilen negativ. Die Erwartungen sind nicht mehr so optimistisch wie zuvor, besonders bei den sonstigen Dienstleistern. Insgesamt gehen aber 72 Prozent aller Dienstleistungsunternehmen k\u00fcnftig von gleichbleibend ausk\u00f6mmlichen Gesch\u00e4ften auf. Weniger als ein Viertel erwartet Steigerungen, 9 Prozent sind pessimistisch eingestellt.<\/p>\n<p>Der regionale Arbeitsmarkt ist nach wie vor in einer sehr guten Verfassung. Im September 2017 ging die Arbeitslosenquote auf 4,6 Prozent zur\u00fcck. Vor einem Jahr lag sie noch bei 5,1 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen im IHK-Bezirk verringerte sich um 800. Die Einstellungsneigung bleibt ausgepr\u00e4gt: Mehr als ein F\u00fcnftel aller Unternehmen m\u00f6chte die Besch\u00e4ftigung aufstocken, nur 9 Prozent verringern. \u00dcber die H\u00e4lfte sieht im Fachkr\u00e4ftemangel ein Risiko f\u00fcr die weitere Entwicklung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beste Konjunkturstimmung im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK). Und das nahezu \u00fcberall. 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