{"id":7580,"date":"2017-09-26T14:04:09","date_gmt":"2017-09-26T12:04:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=7580"},"modified":"2017-09-26T14:11:20","modified_gmt":"2017-09-26T12:11:20","slug":"nur-mit-einer-starken-wirtschaft-bleiben-wir-ein-starkes-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/nur-mit-einer-starken-wirtschaft-bleiben-wir-ein-starkes-land\/","title":{"rendered":"&#8222;Nur mit einer starken Wirtschaft bleiben wir ein starkes Land&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Arndt G. Kirchhoff, Pr\u00e4sident von unternehmer nrw und CEO der Kirchhoff Holding GmbH und Co. KG, zum Ergebnis der Bundestagswahl in &#8222;Klartext im Westen&#8220; &#8211; der NRW-Wirtschaftsblog:<\/p>\n<p>F\u00fcr die Parteien der Gro\u00dfen Koalition war es ein schmerzhafter Wahlabend. Die herben Verluste haben in dieser Deutlichkeit \u00fcberrascht. Meiner Meinung nach ist dies auch Ausdruck einer l\u00e4hmenden M\u00fcdigkeit gegen\u00fcber der Gro\u00dfen Koalition und einer gef\u00fchlten Wahlkampf-Rhetorik des \u201eWeiter so\u201c. Damit wollten sich viele Menschen in unserem Land offensichtlich nicht mehr zufrieden geben. Dennoch ist klar: Die Union hat als mit Abstand st\u00e4rkste Partei vom W\u00e4hler den eindeutigen Auftrag erhalten, die n\u00e4chste Bundesregierung anzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Wichtig ist es, dass jetzt z\u00fcgig konstruktive Sondierungsgespr\u00e4che aufgenommen werden und unser Land schnell eine handlungsf\u00e4hige Regierung bekommt. Das w\u00e4re auch ein wichtiges Signal f\u00fcr unsere europ\u00e4ischen und internationalen Partner. Denn nat\u00fcrlich blickt die Welt derzeit auf Deutschland. In einem unruhigen Umfeld m\u00fcssen wir weiterhin ein Hort politischer Stabilit\u00e4t und Verl\u00e4sslichkeit bleiben. Eine wichtige Grundlage f\u00fcr unser au\u00dfenpolitisches Gewicht ist dabei unser wirtschaftlicher Erfolg.<\/p>\n<p>Auch deshalb brauchen wir in den anstehenden Koalitionsverhandlungen ein neues Grundempfinden daf\u00fcr, dass Deutschland nur mit einer starken Wirtschaft ein starkes Land bleiben wird. Viel zu wenig ist im Wahlkampf eine Debatte \u00fcber die Zukunftsf\u00e4higkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland gef\u00fchrt worden. Deshalb m\u00fcssen wir uns jetzt umso mehr um die zentralen Herausforderungen unseres Landes k\u00fcmmern: Wie bleiben wir auch in Zukunft als Wirtschaftsstandort in einer immer unruhigeren globalen Welt erfolgreich? Wie begegnen wir den Anforderungen der Digitalisierung? Wie machen wir unsere Sozialsysteme wetterfest? Und was tun wir, damit unsere Kinder besser als bisher auf die Herausforderungen der sich dramatisch ver\u00e4ndernden Arbeitswelt vorbereitet sind?<\/p>\n<p>Den Parteien, die in den n\u00e4chsten vier Jahren politische Verantwortung f\u00fcr unser Land \u00fcbernehmen, muss klar sein, dass unsere Wirtschaft nicht unverwundbar ist. Immer mehr leben wir von unserer Substanz, weil Unternehmen zunehmend Erweiterungsinvestitionen eher im Ausland t\u00e4tigen als hierzulande. Anders ausgedr\u00fcckt: Auch wenn wir gegenw\u00e4rtig das achte Jahr eines insgesamt stabilen Aufschwungs erleben, der unserem Land eine Rekord-Besch\u00e4ftigung erm\u00f6glicht, warne ich davor zu denken, dass dies auch k\u00fcnftig so bleibt. Im Gegenteil: Im Erfolg machen wir h\u00e4ufig die gr\u00f6\u00dften Fehler! Und deshalb bin ich \u2013 gerade jetzt \u2013 f\u00fcr einen Paradigmenwechsel: Nach der Gro\u00dfen Koalition der Verteilungspolitik muss jetzt der Fokus auf Investitionen und Innovationen gelegt werden.<\/p>\n<p>Klar: Die Koalitionsverhandlungen werden nicht einfach, die Positionen der Parteien sind teilweise sehr unterschiedlich. Manches aus den Wahlprogrammen macht uns Unternehmern Sorgen. Umso mehr appelliere ich an die Parteien, das Wahlergebnis als Auftrag zu verstehen, nicht nur nach einer Koalition des kleinsten gemeinsamen Nenners zu suchen. Denn am Ende des Tages braucht unser Land einen Koalitionsvertrag, der unter dem Motto \u201eInvestieren und Modernisieren\u201c steht. Vielleicht k\u00f6nnte dies sogar die verbindende Grundphilosophie f\u00fcr ein m\u00f6gliches schwarz-gelb-gr\u00fcnes B\u00fcndnis sein.<\/p>\n<p>Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Denn als s\u00fcdwestf\u00e4lischer Unternehmer sage ich auch: Nordrhein-Westfalen muss in der Bundesregierung wieder deutlich mehr Gewicht erhalten. Deutschland kann auf Dauer nur stark sein, wenn auch das Industrieland Nordrhein-Westfalen wieder st\u00e4rker wird. Wir sind das zentrale Bundesland der Republik mit industriellen Wertsch\u00f6pfungsketten, die Ihresgleichen suchen. Sie m\u00fcssen unbedingt gesichert werden. Gleiches gilt f\u00fcr eine leistungsf\u00e4hige Infrastruktur in den Bereichen Verkehr und Breitband. Die neue Landesregierung hat mit dem ersten Entfesselungspaket einen guten Start hingelegt. Doch sie braucht bei aller Eigenverantwortung auch viel mehr Unterst\u00fctzung aus Berlin, das bei Investitionen nicht nur in den S\u00fcden und in den Osten blicken darf. Denn Deutschland kann es sich nicht leisten, wenn der Wirtschaftsstandort NRW bei Wachstum und Besch\u00e4ftigung weiter zur\u00fcckf\u00e4llt. Nordrhein-Westfalen ist \u201edeutschlandrelevant\u201c.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend ein Wort zur AfD: Dass sie nun in den Bundestag einziehen wird, bereitet vielen Menschen, auch mir, echte Sorgen. Wir d\u00fcrfen uns nicht damit abfinden, dass eine Partei, die f\u00fcr Ausgrenzung, Abschottung und Protektionismus steht, so viele Anh\u00e4nger gefunden hat. Deutschland muss ein starkes und offenes Land bleiben.<\/p>\n<p><em>Arndt G. Kirchhoff ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter der KIRCHHOFF Gruppe und CEO der KIRCHHOFF Holding GmbH &amp; Co. KG. Zudem ist er Pr\u00e4sident der Landesvereinigung der Unternehmensverb\u00e4nde NRW (unternehmer nrw) und des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie NRW (METALL NRW).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arndt G. Kirchhoff, Pr\u00e4sident von unternehmer nrw und CEO der Kirchhoff Holding GmbH und Co. 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