{"id":7338,"date":"2017-08-24T08:31:30","date_gmt":"2017-08-24T06:31:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=7338"},"modified":"2017-08-24T08:31:30","modified_gmt":"2017-08-24T06:31:30","slug":"mittelstand-nimmt-die-digitalisierung-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/mittelstand-nimmt-die-digitalisierung-an\/","title":{"rendered":"Mittelstand nimmt die Digitalisierung an"},"content":{"rendered":"<p>86 Prozent der heimischen Unternehmen sehen in der digitalen Transformation eine erhebliche Chance f\u00fcr den unternehmerischen Erfolg. Mehr als die H\u00e4lfte der Firmen verf\u00fcgt \u00fcber Mitarbeiter, die sich speziell mit damit verbundenen Prozessen und Projekten besch\u00e4ftigen. Fast 40 Prozent der Firmen sehen sich bei der Digitalisierung in einer mindestens fortgeschrittenen Phase. Knapp 30 Prozent der befragten Firmen f\u00fchlen sich indessen bei der Entwicklung digitaler Gesch\u00e4ftsmodelle schlecht aufgestellt. Dies sind die wesentlichen Ergebnisse einer aktuellen IHK-Umfrage, an der sich rund 120 Betriebe aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe beteiligten.<\/p>\n<p>Gefragt wurde danach, welche Rolle die Digitalisierung f\u00fcr die Unternehmensausrichtung spielt, wie &#8222;fit\u201c sich die Firmen in diesem Feld f\u00fchlen und welche H\u00fcrden aus ihrer Sicht noch bestehen. \u201eUnser Mittelstand nimmt die Digitalisierung an. Dabei ist er auf einem guten Weg. Trotzdem offenbaren die Ergebnisse bei etlichen Unternehmen noch Handlungsbedarf\u201c, betont IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener. Mehr als 60 Prozent der Betriebe s\u00e4hen sich allenfalls in einem Fr\u00fchstadium unterwegs. Allein 12 Prozent haben sich noch gar nicht mit dem Thema besch\u00e4ftigt. Ung\u00fcnstig f\u00e4llt die unternehmerische Selbsteinsch\u00e4tzung zudem hinsichtlich der Suche und Pflege von Partnern zur Innovationsf\u00f6rderung aus. \u201eGenau das wird aber in Zukunft immer wichtiger. Denn die Digitalisierung geht immer mehr mit dem Teilen von Informationen einher. Eine isolierte Herangehensweise wird daher immer schwieriger, Kooperationen und Netzwerke erlangen dagegen immer entscheidendere Bedeutung\u201c, betont IHK-Referatsleiter Stephan J\u00e4ger, der die Umfrage mit Unterst\u00fctzung des Wirtschaftsjuniors Christian Friedrich durchf\u00fchrte. Letzterer hat sich auf das Thema digitale Transformation spezialisiert. Die IHK hofft hier auch auf zus\u00e4tzliche Impulse vom \u201eKompetenzzentrum Mittelstand 4.0\u201c, das derzeit an der Universit\u00e4t Siegen eingerichtet wird. Das Zentrum soll vor allem durch themenspezifische Workshops, Showrooms und individuelle Umsetzungsprojekte den Unternehmen dabei helfen, die mit dem digitalen Wandel verbundenen soziotechnischen Herausforderungen besser zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p>Ordentlich stufen sich die Betriebe selbst ein, wenn nach der Entwicklung eigener Digitalisierungsstrategien und digitalen Innovationen gefragt wird: Jeweils rund ein Drittel gibt sich hierbei die Note \u201egut\u201c. Aber auch bei diesen Punkten bestehen offenbar bei einem nennenswerten Anteil der Firmen gewisse Selbstzweifel. Immerhin stufen sich hier mehr als ein Viertel als \u201eschlecht\u201c ein. Hinsichtlich digitaler Innovationen sind es sogar knapp 29 Prozent. Bemerkenswert zudem, dass knapp die H\u00e4lfte der befragten Unternehmen in der Qualifikation der Mitarbeiter ein Risiko sieht und 43 Prozent Risiken f\u00fcr die Unternehmenskultur bef\u00fcrchten. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eHier wird ein Paradoxon offenkundig. Die Betriebe wissen, dass sie die anstehenden Herausforderungen nur mit motivierten und hochqualifiziertem Personal bestehen. Sie ahnen derzeit jedoch nur bruchst\u00fcckhaft, welche fachlichen und \u00fcberfachlichen Qualifikationen die Arbeitspl\u00e4tze der Zukunft tats\u00e4chlich erfordern. Sie stehen gewisserma\u00dfen vor dem Problem, das Ziel zwar nicht exakt zu kennen, jedoch als erste da sein zu m\u00fcssen.\u201c Dabei gehe es sowohl um die duale Erstausbildung als auch die innerbetriebliche Weiterbildung. \u201e\u00c4ndert sich die Arbeitswelt derart radikal wie es derzeit scheint, m\u00fcssen sich auch die Ausbildungsinhalte und die Vermittlungsmethoden \u00e4ndern. Und zwar schnell. Es geht also im Kern auch darum, wie Lehrkr\u00e4fte und Ausbilder zuk\u00fcnftig welches Wissen und welche Kompetenzen vermitteln. Hier stehen wir noch am Anfang einer sehr wichtigen Debatte\u201c, verdeutlicht Klaus Gr\u00e4bener.<\/p>\n<p>Mehr als zwei Drittel der Firmen geht im Rahmen der digitalen Transformation von starken Ver\u00e4nderungen bei den Gesch\u00e4ftsprozessen bzw. \u2013modellen aus. Andererseits erwartet ebenso fast ein Drittel nur geringe \u00c4nderungen. In \u201etraditionellen\u201c Branchen liegt dieser Anteil sogar noch h\u00f6her. Stephan J\u00e4ger: \u201eIn der Fl\u00e4che muss sicher noch mehr Bewusstsein f\u00fcr die Ver\u00e4nderungsdynamik geschaffen werden. Was digitalisiert werden kann, wird sicher in Zukunft auch digitalisiert. Alles andere w\u00e4re verwunderlich.\u201c Sich erst anpassen zu wollen, wenn der digitale Wandel sich durchgesetzt habe, sei jedenfalls eine riskante Unternehmensstrategie. Je schneller die digitale Transformation in der Wirtschaft als strategisch bedeutsame F\u00fchrungsaufgabe wahrgenommen werde, desto besser. Wie man es machen k\u00f6nne, dokumentierten etliche heimische Unternehmen, die seit Jahren erfolgreich mit Nischenprodukten auf den Weltm\u00e4rkten unterwegs seien. Gerade weil sie unter dem Zwang des internationalen Wettbewerbs immer wieder v\u00f6llig neue Prozesse und Produkte eingef\u00fchrt h\u00e4tten, wirkten die \u201edigitalen Kr\u00e4fte\u201c auf solche Unternehmen voraussichtlich weniger wettbewerbskritisch ein. Die IHK nehme die Ergebnisse zum Anlass, zuk\u00fcnftig noch intensiver Gespr\u00e4chsplattformen f\u00fcr den zwischenbetrieblichen Erfahrungsaustausch zu schaffen und dies in enger Zusammenarbeit mit dem \u201eKompetenzzentrum Mittelstand 4.0\u201c der Universit\u00e4t Siegen in Angriff zu nehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>86 Prozent der heimischen Unternehmen sehen in der digitalen Transformation eine erhebliche Chance f\u00fcr den unternehmerischen Erfolg. 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