{"id":6966,"date":"2017-07-05T09:01:19","date_gmt":"2017-07-05T07:01:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=6966"},"modified":"2017-07-05T09:01:19","modified_gmt":"2017-07-05T07:01:19","slug":"ameisen-unter-der-lupe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/ameisen-unter-der-lupe\/","title":{"rendered":"Ameisen unter der Lupe"},"content":{"rendered":"<p>Konzentriert beugen sich die Jungen und M\u00e4dchen \u00fcber die Mikroskope. Unter der Linse bewegen sich nur wenige Millimeter gro\u00dfe Tierchen: Die einheimische Schmalbrustameise \u201eTemnothorax nylanderi\u201c. Normalerweise lebt sie in Kolonien in ausgeh\u00f6lten Eicheln oder d\u00fcnnen St\u00f6ckchen. F\u00fcr die Experimente im Ameisenlabor haben die Sch\u00fclerInnen die Ameisen in kleine Plastik-Apartments umgesiedelt. A.N.T.S. (Ameisenforschung als neues Thema an Schulen) nennt sich das Projekt. An der Uni Siegen wird es im Rahmen des Seminars \u201eBiologie eusozialer Insekten\u201c von Prof. Dr. Klaudia Witte und den Lehramtsstudierenden organisiert und durchgef\u00fchrt. 24 Siebtkl\u00e4sslerInnen der Gemeinschaftsschule Burbach haben jetzt daran teilgenommen.<\/p>\n<p>Nach einer kurzen Einf\u00fchrung zur Lebensweise der Ameisen ging es f\u00fcr die Sch\u00fclerInnen gleich daran, das \u201eWer-ist-wer\u201c innerhalb der Kolonie zu bestimmen. Wie unterscheiden sich die Arbeiterinnen von der K\u00f6nigin, den gefl\u00fcgelten Jungk\u00f6niginnen und den M\u00e4nnchen? An einer separaten Station konnten die NachwuchswissenschaftlerInnen au\u00dferdem beobachten, wie die Ameisen sich gegenseitig beziehungsweise ihre Larven f\u00fcttern. Dazu war den Ameisen bereits ein Tag zuvor mit blauer Lebensmittelfarbe gef\u00e4rbtes Wasser zum Trinken angeboten worden. In den hellen Larven und im Hinterleib der Ameisen war die blaue Farbe gut zu erkennen.<\/p>\n<p>Unter Anleitung der Lehramtsstudierenden f\u00fchrten die Sch\u00fclerInnen auch einfache Experimente mit den Ameisen durch \u2013 beispielsweise einen Test zur Nahrungswahl. In einer Wahlarena aus Plastik wurden den Tieren Zucker, Salbeibl\u00e4tter und Liebst\u00f6ckel angeboten. Die Jungen und M\u00e4dchen konnten beobachten, welche Speisen die Ameisen bevorzugen. Die Beobachtungen wurden abschlie\u00dfend sorgf\u00e4ltig notiert.<\/p>\n<p>Die Idee zu A.N.T.S. stammt urspr\u00fcnglich von der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz. Biologen haben dort zusammen mit dem P\u00e4dagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz einen so genannten \u201eAmeisenkoffer\u201c entwickelt. Darin finden sich alle Utensilien f\u00fcr die Haltung der Ameisen, die Experimente und entsprechendes Begleitmaterial. \u201eDer Experimentier-Koffer erm\u00f6glicht Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern aller Altersstufen Einblicke in die naturwissenschaftliche Forschung\u201c, sagt Prof. Witte, der es auch darum geht, Lehrern das Konzept vorzustellen. \u201eDas vorhandene Grundinteresse an lebenden Tieren wird genutzt, um ein effektives und lebensnahes Lernen zu erm\u00f6glichen.\u201c<\/p>\n<p>Jede Ameisenkolonie konnte nach der etwa zweist\u00fcndigen Veranstaltung in eine Eichel umziehen und wurde unversehrt wieder in die Natur entlassen. Die Sch\u00fclerInnen absolvierten zum Abschluss noch ein Ameisenquiz \u2013 und wurden anschlie\u00dfend mit einer Urkunde als \u201eAmeisenforscher\u201c ausgezeichnet. Die erfolgreiche Veranstaltung soll an der Uni Siegen auch in Zukunft wiederholt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konzentriert beugen sich die Jungen und M\u00e4dchen \u00fcber die Mikroskope. 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