{"id":6621,"date":"2017-05-25T10:30:51","date_gmt":"2017-05-25T08:30:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=6621"},"modified":"2017-05-25T10:30:51","modified_gmt":"2017-05-25T08:30:51","slug":"anstieg-des-meeresspiegels-hat-sich-deutlich-beschleunigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/anstieg-des-meeresspiegels-hat-sich-deutlich-beschleunigt\/","title":{"rendered":"Anstieg des Meeresspiegels hat sich deutlich beschleunigt"},"content":{"rendered":"<p class=\"newsitem_lead\">Der Anstieg des globalen Meeresspiegels hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren deutlich beschleunigt. Das zeigt eine Studie des Forschungsinstituts \u201eWasser und Umwelt\u201c (fwu) der Universit\u00e4t Siegen.<\/p>\n<p>Durch den vom Menschen verursachten Klimawandel wird es auf der Erde immer w\u00e4rmer. In der Folge steigt der Meeresspiegel, was vor allem K\u00fcstenregionen bedroht. Ein internationales Team von Wissenschaftlern um Dr. S\u00f6nke Dangendorf vom <a class=\" cd_intlink\" href=\"http:\/\/www.uni-siegen.de\/fb10\/fwu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Forschungsinstitut \u201eWasser und Umwelt\u201c (fwu)<\/a> der Universit\u00e4t Siegen hat vorliegende Daten zum Meeresspiegel-Anstieg neu berechnet. Die Studie zeigt, dass der weltweite mittlere Meeresspiegel zwischen 1902 und 1990 langsamer angestiegen ist, als bisher angenommen. Gleichzeitig identifizieren die Forscher unver\u00e4ndert hohe Raten f\u00fcr die letzten rund 30 Jahre. Zusammengenommen lassen die Erkenntnisse darauf schlie\u00dfen, dass sich der Meeresspiegel-Anstieg zuletzt deutlich beschleunigt hat. Die Ergebnisse der Studie sind jetzt in der amerikanischen Fachzeitschrift \u201eProceedings of the National Academy of Science\u201c (PNAS) ver\u00f6ffentlicht worden.<\/p>\n<p>\u201eDie Kurve sieht tats\u00e4chlich anders aus, als auf der Basis vorheriger Studien berechnet\u201c, sagt S\u00f6nke Dangendorf. \u201eSie verl\u00e4uft zun\u00e4chst flacher \u2013 daf\u00fcr geht sie seit den 1990er Jahren deutlich steiler nach oben. Der Meeresspiegel steigt heute etwa dreimal so schnell, wie \u00fcber das gesamte 20ste Jahrhundert.\u201c Eine Erkenntnis, die den Ingenieur beunruhigt: \u201eDer Einfluss des Menschen auf die globale Erw\u00e4rmung zeigt sich vor allem in den letzten Jahrzehnten. Unsere Ergebnisse belegen, dass der Meeresspiegel sehr empfindlich darauf reagiert.\u201c Im 20sten Jahrhundert sei er haupts\u00e4chlich durch das Abschmelzen von Gletschern und die thermale Ausdehnung des Wassers gestiegen, erkl\u00e4rt Dangendorf. \u201eIm 21sten Jahrhundert kommt das Abschmelzen der gro\u00dfen Eis-Schilde in Gr\u00f6nland und der Antarktis hinzu. Wir beobachten, dass dieser Prozess zu einem immer dominanteren Faktor f\u00fcr den globalen Meeresspiegel-Anstieg wird.\u201c<\/p>\n<p>Seit 1992 wird der globale Meeresspiegel durch Satelliten gemessen, die permanent die gesamte Meeresoberfl\u00e4che abtasten. Die Berechnungen fr\u00fcherer Jahre beruhen dagegen auf lokalen Tidepegeln, die urspr\u00fcnglich f\u00fcr die Belange der Schifffahrt entlang der K\u00fcsten installiert wurden. \u201eDie Tidepegel messen den lokalen Wasserspiegel relativ zum Land, auf dem sie stationiert sind. Die Ergebnisse k\u00f6nnen jedoch durch regionale Faktoren verf\u00e4lscht werden \u2013 zum Beispiel durch vertikale Landbewegungen, Winde oder Gravitationseffekte\u201c, sagt Dangendorf. Ein weiteres Problem: Die Verteilung der Tidepegel entlang der K\u00fcsten variiert sehr stark. Besonders vor 1950 seien einige Regionen nicht fl\u00e4chendeckend mit den Mess-Stationen ausgestattet gewesen, erkl\u00e4rt der Siegener Forscher. Anhand der zur Verf\u00fcgung stehenden, lokalen Daten den globalen Meeresspiegel zu berechnen \u2013 f\u00fcr WissenschaftlerInnen ein Problem. Bereits existierende Studien zum Meeresspiegel-Anstieg kommen daher auch zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen: Der berechnete j\u00e4hrliche Anstieg vor 1990 variierte bisher je nach Studie zwischen 1.2 und 2 Millimetern.<\/p>\n<p>\u201eWir wollten den Ungenauigkeiten auf den Grund gehen und L\u00f6sungen f\u00fcr eine exaktere Berechnung der Daten entwickeln\u201c, sagt S\u00f6nke Dangendorf. WissenschaftlerInnen aus Spanien, Frankreich, Norwegen und den Niederlanden waren an der aktuellen Studie beteiligt. Sie haben die Messungen der Tidepegel zun\u00e4chst um lokale Einzeleffekte bereinigt. \u201eMithilfe von GPS-Messungen k\u00f6nnen wir Faktoren wie zum Beispiel vertikale Landbewegungen heute gut bestimmen und entsprechend heraus rechnen\u201c, erkl\u00e4rt Dangendorf. Das Team hat dar\u00fcber hinaus eine neue Methode zur Berechnung des globalen Meeresspiegels entwickelt. Der Ozean wird dazu in verschiedene Regionen eingeteilt. Diese werden in der Analyse in Relation zu ihrer jeweiligen Fl\u00e4che unterschiedlich stark gewichtet.<\/p>\n<p>\u201eWir haben eine relativ simple Methodik verwendet, die nicht viel Rechenzeit ben\u00f6tigt und f\u00fcr jeden verst\u00e4ndlich ist\u201c, sagt S\u00f6nke Dangendorf. Die Ergebnisse passen f\u00fcr ihn zu Messungen einzelner Prozesse, die zum Meeresspiegel-Anstieg beitragen. \u201eDie Eisschilde in Gr\u00f6nland und der Antarktis speichern rund hundert Mal mehr Wasser, als Gletscher. Daher birgt ein weiteres Abschmelzen der Eisschilde ein besonderes Risiko f\u00fcr tiefliegende K\u00fcstengebiete.\u201c Gef\u00f6rdert wurde die aktuelle Studie durch das Projekt PEPSEA der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakult\u00e4t der Uni Siegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Anstieg des globalen Meeresspiegels hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren deutlich beschleunigt. 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