{"id":6594,"date":"2017-05-23T10:56:17","date_gmt":"2017-05-23T08:56:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=6594"},"modified":"2017-05-23T10:56:17","modified_gmt":"2017-05-23T08:56:17","slug":"die-mehrheit-vertraut-dem-autopiloten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/die-mehrheit-vertraut-dem-autopiloten\/","title":{"rendered":"Die Mehrheit vertraut dem Autopiloten"},"content":{"rendered":"<p>Automatisiertes Fahren soll schon bald unter bestimmten Voraussetzungen auf deutschen Stra\u00dfen Realit\u00e4t werden. Bundestag und Bundesrat haben vor wenigen Tagen einen Gesetzentwurf angenommen, der eine entsprechende \u00c4nderung im Stra\u00dfenverkehrsgesetz vorsieht. Wichtig jedoch: Auch beim Einsatz des Computers bleibt die letzte Verantwortung grunds\u00e4tzlich beim Menschen.<\/p>\n<p>Wie eine repr\u00e4sentative Umfrage von T\u00dcV Rheinland zur Akzeptanz autonomen Fahrens zeigt, k\u00f6nnen sich drei von vier Autofahrern in Deutschland vorstellen, sich vom Autopiloten chauffieren zu lassen. Daf\u00fcr befragte der unabh\u00e4ngige Pr\u00fcfdienstleister im April 2017 genau 1.408 Autofahrerinnen und Autofahrer. Bei den Bef\u00fcrwortern des Autopiloten im Stadtverkehr, auf der Landstra\u00dfe und Autobahn antworten 76,3 Prozent, dass sie bestimmt (35,7 Prozent) oder wahrscheinlich (40,6 Prozent) autonom Auto fahren w\u00fcrden. Dies gilt f\u00fcr Stadtverkehr, Landstra\u00dfe oder Autobahn. Lediglich 10,4 Prozent lehnen das autonome Fahren in der Stadt kategorisch ab, auf der Landstra\u00dfe sind es 10,7 Prozent und auf der Autobahn 14,2 Prozent. Dabei zeigt sich insgesamt: Je j\u00fcnger die Befragten und je mehr der einzelne f\u00e4hrt, desto offener stehen die Befragten der Technologie gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Probleme und \u00c4ngste (\u201esehr gro\u00dfe\u201c oder \u201eeher gro\u00dfe\u201c) beim autonomen Fahren sehen die Studienteilnehmer bei der \u201eRechtslage\u201c, zum Beispiel Schuldfrage und Haftung bei Unf\u00e4llen (67,5 Prozent). Es folgen \u201eSicherung des Fahrzeugzugriffs\u201c wie etwa die \u00dcbernahme der Kontrolle \u00fcber das Fahrzeug durch Cyber-Kriminelle und das \u201eEntscheidungsverhalten autonomer Fahrzeuge bei der Auswahl von Alternativen im Falle unvermeidbarer Unf\u00e4lle\u201c (jeweils rund 60 Prozent) sowie die \u201eBeherrschbarkeit komplexer Verkehrssituationen\u201c und der \u201eDatenschutz\u201c (jeweils rund 57 Prozent).<\/p>\n<p>\u201eDas System T\u00dcV ist beim autonomen Fahren gefordert. Das gilt dreifach: erstens f\u00fcr die klassische Homologation \u2013 also Stra\u00dfenzulassung neuer Fahrzeugtypen \u2013, zweitens f\u00fcr die periodische Hauptuntersuchung und drittens f\u00fcr ein wichtiges neues Thema: den Datenschutz, also die Verwaltung und den Umgang mit den erhobenen Daten. Denn wer autonom f\u00e4hrt, dessen Bewegungen werden selbstverst\u00e4ndlich erfasst\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Matthias Schubert, Executive Vice President Mobilit\u00e4t T\u00dcV Rheinland. Ihre vom Fahrzeug gespeicherten und gesendeten Daten w\u00fcrden \u00fcber zwei Drittel der Befragten in erster Linie neutralen Pr\u00fcforganisationen wie beispielsweise T\u00dcV Rheinland anvertrauen. Die Automobilhersteller rangieren bei Frage, wer Zugriff auf die erhobenen Daten haben sollte, auf Rang zwei (knapp 60 Prozent). IT- und Softwareunternehmen wie IBM, Microsoft und SAP liegen auf Platz drei (gut 46 Prozent), gefolgt von IT- und Internetanbietern wie Google oder Apple (gut 36 Prozent) sowie Telekommunikationsunternehmen (rund 34 Prozent).<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist es f\u00fcr die \u00fcberwiegende Mehrheit der Autofahrer wichtig, dass unabh\u00e4ngige Institutionen wie T\u00dcV Rheinland autonome Fahrzeuge testen sowie den Datenschutz und die Datensicherheit \u00fcberwachen. Dabei stehen Fahrzeugtests zur Zuverl\u00e4ssigkeit der Automatisierung vor Auslieferung autonomer Autos an erster Stelle (mehr als 91 Prozent). Regelm\u00e4\u00dfige \u00dcberwachung der technischen Funktionen der Automatisierung und Software halten gut 90 Prozent f\u00fcr wichtig, und mehr als 87 Prozent setzen auf regelm\u00e4\u00dfige \u00dcberwachung der Einhaltung des Datenschutzes und der Datensicherheit.<\/p>\n<p>Auf die Frage \u201eK\u00f6nnen Sie sich vorstellen, ein autonomes Auto zu nutzen und sich fahren zu lassen?\u201c ist die Zustimmung bei den \u00c4lteren signifikant geringer als bei den jungen Fahrern. Gleichwohl freunden sich bei den 50- bis \u00fcber 60-J\u00e4hrigen rund 62 Prozent mit dem Gedanken an. Bei den 18- bis 29-J\u00e4hrigen hingegen ist die Zustimmung mit \u00fcber 86 Prozent sehr hoch. Differenziert nach Geschlecht zeigen sich relativ geringe Unterschiede. Mit knapp 80 Prozent liegen die M\u00e4nner vor den Frauen (71,5 Prozent). Dar\u00fcber hinaus zeigt sich, dass die Akzeptanz bei Vielfahrern mit einer j\u00e4hrlichen Kilometerleistung von \u00fcber 30.000 Kilometern (knapp 80 Prozent) merklich h\u00f6her ist als bei Fahrern mit geringer Fahrleistung von weniger als 10.000 Kilometern (rund 66 Prozent).<\/p>\n<p>Knapp die H\u00e4lfte der Befragten (rund 47 Prozent) glaubt, dass die Automobilhersteller sichere und zuverl\u00e4ssige autonome Autos auf den Markt bringen. Die andere H\u00e4lfte ist eher skeptisch. Das Vertrauen bei den \u00c4lteren ist hier signifikant geringer ausgepr\u00e4gt als in den j\u00fcngeren Altersgruppen. Frauen sind kritischer als M\u00e4nner. Au\u00dferdem haben Fahrer moderner Autos mehr Vertrauen zu den Herstellern, vor allem in der Oberklasse (mehr als 71 Prozent). Bei der Frage, welchen Automobilherstellern am meisten zugetraut wird, sichere und zuverl\u00e4ssige Autos zu bauen, liegt Mercedes (19,5 Prozent) vorn, gefolgt von BMW (knapp 19 Prozent), Audi (gut 15 Prozent), Tesla (knapp zehn Prozent) und VW (knapp acht Prozent).<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der T\u00dcV Rheinland-Studie belegen unter anderem, dass es f\u00fcr potenzielle Kunden autonomer Fahrzeuge besonders wichtig ist, dass unabh\u00e4ngige Institutionen bei Fahrzeugtests, der \u00dcberwachung technischer Funktionen, der Einhaltung des Datenschutzes und der Gew\u00e4hrleistung der Datensicherheit einbezogen werden.<\/p>\n<p>Die Studie von T\u00dcV Rheinland zeigt dar\u00fcber hinaus, dass \u00fcber 90 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gerne Auto fahren und \u2013 unabh\u00e4ngig vom Thema des autonomen Fahrens \u2013 gro\u00dfes Vertrauen in die Fahrzeugtechnik haben (mehr als 86 Prozent). Ebenso sind die meisten Befragten davon \u00fcberzeugt, dass Technik im Auto das Fahren sicherer macht (knapp 90 Prozent).<\/p>\n<p>Die Befragung von T\u00dcV Rheinland zum Thema \u201eAutonomes Fahren: Akzeptanz der Autofahrer\u201c wurde im M\u00e4rz und April 2017 als Online-Panel durchgef\u00fchrt. F\u00fcr die Studie wurden bundesweit repr\u00e4sentativ 1.408 Menschen in Deutschland im Alter \u00fcber 18 Jahren befragt, die selbst Auto fahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Automatisiertes Fahren soll schon bald unter bestimmten Voraussetzungen auf deutschen Stra\u00dfen Realit\u00e4t werden. 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