{"id":6586,"date":"2017-05-22T13:59:41","date_gmt":"2017-05-22T11:59:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=6586"},"modified":"2017-05-22T14:00:07","modified_gmt":"2017-05-22T12:00:07","slug":"integration-von-fluechtlingen-herausforderung-und-chance-zugleich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/integration-von-fluechtlingen-herausforderung-und-chance-zugleich\/","title":{"rendered":"Integration von Fl\u00fcchtlingen: Herausforderung und Chance zugleich"},"content":{"rendered":"<p>In den letzten Jahren ist die Zahl der gefl\u00fcchteten Menschen deutlich angestiegen. Auch wenn der Zustrom zur Zeit wieder abgeflaut ist, bleibt doch die entscheidende Frage: Wie gelingt es uns, diese Menschen zu integrieren? Gerade wir in NRW wissen was Zuwanderung bedeutet, denn sie pr\u00e4gt unser Land schon seit langem. Der Blick zur\u00fcck zeigt: Integration kann gelingen und bereichert unsere Gesellschaft. Klar ist aber auch: Integration ist kein Selbstl\u00e4ufer, sondern braucht klare Regeln, gute Rahmenbedingungen und intensive Anstrengungen auf allen Seiten. <span id=\"more-303\"><\/span>Die beste Integration der Fl\u00fcchtlinge in die Gesellschaft ist ihre Integration in Ausbildung und Besch\u00e4ftigung. Denn Arbeit ist Grundlage f\u00fcr ein selbstbestimmtes Leben und finanzielle Unabh\u00e4ngigkeit. Arbeit schafft Perspektiven in unserem Land und ist auch Schl\u00fcssel f\u00fcr soziale Kontakte.<\/p>\n<p>Praxiserfahrung ist f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge genauso wichtig wie Sprach- und Integrationskurse. Hierf\u00fcr leistet die nordrhein-westf\u00e4lische Wirtschaft viel: Unternehmen bieten Hospitationen und Praktika an, bereiten Fl\u00fcchtlinge auf Ausbildung vor oder qualifizieren gezielt f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze. Sie arbeiten mit Lehrwerkst\u00e4tten und kooperieren mit Bildungseinrichtungen, um Fl\u00fcchtlingen eine berufliche Perspektive in Deutschland zu geben. Und das Engagement geht an vielen Stellen dar\u00fcber hinaus, etwa wenn Fl\u00fcchtlinge mit Sprachkursen, bei der Wohnungssuche oder Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>Die Unternehmer in NRW sind sich dabei ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Gleichzeitig ist aber auch Eigennutz dabei \u2013 und das ist legitim: Die Fl\u00fcchtlinge werden die zunehmenden Fachkr\u00e4fteengp\u00e4sse bei den Unternehmen zwar kurzfristig nicht beheben, aber sie k\u00f6nnen ihnen zumindest in Teilen entgegen wirken.<\/p>\n<p>Damit Integration durch Arbeit gelingt, m\u00fcssen die Rahmenbedingungen stimmen. Erfreulich ist daher, dass es hier in den letzten Monaten deutliche Verbesserungen gab. Ein Beispiel ist die so genannte \u201e3+2-Regelung\u201c, mit der Geduldete f\u00fcr die Zeit der Ausbildung und weitere zwei Jahre Besch\u00e4ftigung nun rechtssicher in Deutschland bleiben d\u00fcrfen. Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung war es, die Vorrangpr\u00fcfung in den meisten Bezirken der Agenturen f\u00fcr Arbeit befristet auszusetzen.<\/p>\n<p>Trotzdem gibt es noch Verbesserungsbedarf. Denn viele Unternehmen, die Fl\u00fcchtlinge qualifizieren oder besch\u00e4ftigen wollen, erleben weiterhin zu lange Asylverfahren, b\u00fcrokratische H\u00fcrden und un\u00fcbersichtliche Zust\u00e4ndigkeiten. Auch m\u00fcssen bei vielen Fl\u00fcchtlingen nicht nur die Sprachbarrieren, sondern auch elementare Bildungsl\u00fccken \u00fcberwunden werden. Bildungsangebote, gerade solche die Grundbildung vermitteln, fehlen jedoch h\u00e4ufig oder haben zu hohe Zugangsbeschr\u00e4nkungen. Konkret sollte beispielsweise die Berufsschulpflicht f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge bis 25 Jahre verl\u00e4ngert und Integrations- und Sprachkurse ausgebaut werden. Hinzu kommen m\u00fcssen etwa auch schnellere Asylverfahren und die vollst\u00e4ndige Abschaffung der Vorrangpr\u00fcfung und des Besch\u00e4ftigungsverbots in der Zeitarbeit.<\/p>\n<p>Integration ist kein Selbstl\u00e4ufer und \u2013 so realistisch sollten wir sein \u2013 sie wird auch nicht von heute auf morgen gelingen. Entscheidend sind Engagement und weitsichtiges Handeln. Das schlie\u00dft nat\u00fcrlich auch die Fl\u00fcchtlinge selber ein, die Integrationsbereitschaft, zum Beispiel zum Erlernen der deutschen Sprache, mitbringen m\u00fcssen. Idealerweise sollte es eine \u201eIntegrationsstrategie NRW\u201c geben, die die vielen Angebote, Ma\u00dfnahmen und Akteure sinnvoll verzahnt. Die Wirtschaft in NRW wird sich intensiv an einer solchen Strategie beteiligen und weiterhin ihren Beitrag zu einer erfolgreichen Integration leisten.<\/p>\n<p><em>Ein Beitrag von Horst-Werner Maier-Hunke im <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftsblog.nrw\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">NRW-Wirtschaftsblog &#8222;Klartext im Westen&#8220;<\/a>.\u00a0Horst-Werner Maier-Hunke ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer DURABLE Hunke &amp; Jochheim GmbH &amp; Co. KG in Iserlohn \u00a0sowie Ehrenpr\u00e4sident von unternehmer nrw und METALL NRW.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Jahren ist die Zahl der gefl\u00fcchteten Menschen deutlich angestiegen. 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