{"id":652,"date":"2012-05-18T10:48:24","date_gmt":"2012-05-18T08:48:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=652"},"modified":"2012-05-18T10:48:24","modified_gmt":"2012-05-18T08:48:24","slug":"die-baeume-wachsen-nicht-in-den-himmel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/die-baeume-wachsen-nicht-in-den-himmel\/","title":{"rendered":"Die B\u00e4ume wachsen nicht in den Himmel"},"content":{"rendered":"<p>Siegen, 18. Mai 2012. Derzeit \u00fcberschlagen sich die Meldungen \u00fcber die robuste Verfassung der deutschen Konjunktur, die mit einem \u00fcberraschend hohen Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2012 das europ\u00e4ische Zugpferd bleibt. Da \u00fcberrascht die Meldung der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), dass der Industrieumsatz im Kammerbezirk in den ersten drei Monaten \u201enur\u201c um 3,1 Prozent gestiegen ist, weil der Export um fast acht Prozent hinter dem Vorjahreszeitraum zur\u00fcckblieb. Der Inlandsabsatz bleibt mit plus zw\u00f6lf Prozent weiter auf Wachstumskurs. Exporteinbu\u00dfen melden der Maschinenbau und die Unternehmen der Metallindustrie.<\/p>\n<p>Wie passt das zusammen? Entwickelt sich die Export-Konjunktur in der Region Siegen-Wittgenstein und Olpe, die immer Motor der Entwicklung war, auf einmal schlechter als bundesweit?<\/p>\n<p>\u201eNein\u201c, sagt dazu IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Franz J. Mockenhaupt. \u201eZum gro\u00dfen Teil ist der Exportr\u00fcckgang auf einen sogenannten Basiseffekt im Maschinenbau zur\u00fcckzuf\u00fchren. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres war durch die Abrechnung eines Gro\u00dfauftrages aus dem Anlagenbau der Umsatz ungew\u00f6hnlich hoch ausgefallen. Dieser Sondereffekt fehlt 2012. Deshalb sieht das erste Vierteljahr 2012 schlechter aus als die ersten drei Monate 2011.\u201c Allerdings sind in der Metallverarbeitung die Exportums\u00e4tze schw\u00e4cher ausgefallen, ohne dass ein solcher Basiseffekt zugrunde liegt. Eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr k\u00f6nnten nach Auffassung der IHK die ersten Anzeichen einer Beruhigung der Konjunktur bei den Autozulieferern sein. Hier zeigen sich Bremsspuren vor allen Dingen bei jenen Unternehmen, die f\u00fcr die Produktion von Kleinwagen und Wagen der unteren Mittelklasse Teile herstellen. Der europ\u00e4ische Fahrzeugmarkt ist in diesem Segment von deutlichen Absatzschwierigkeiten bestimmt, von denen die Autozulieferer erwarten, dass sie im Laufe des Jahres 2012\u00a0 noch sp\u00fcrbarer\u00a0 werden.<\/p>\n<p>\u201eAlles in allem sind das aber keine Anzeichen f\u00fcr einen bevorstehenden Konjunktureinbruch\u201c: \u201eAllerdings k\u00f6nnen auch bei uns die B\u00e4ume nicht in den Himmel wachsen, wenn um uns herum in Europa die Volkswirtschaften kriseln\u201c; meint IHK-Pr\u00e4sident Klaus Th. Vetter. \u201eImmerhin sind die europ\u00e4ischen Nachbarn mit unsere besten Kunden. Wir m\u00fcssen deshalb gro\u00dfes Interesse daran haben, dass die L\u00e4nder, die wirtschaftliche Schwierigkeiten haben, schnell wieder gesunden.\u201c Dass die generelle Konjunkturentwicklung im IHK-Bezirk wenig Anlass gibt, einen Konjunktureinbruch zu bef\u00fcrchten, zeigt auch das Ergebnis der j\u00fcngsten Umfrage der Kammer. Der Konjunkturklimaindex bleibt mit 115 Punkten in etwa auf dem hohen Niveau vom Jahresbeginn. Zur Orientierung: Den Tiefstand hatte der Indikator im Januar 2009 mit 70 Punkten erreicht. Seinen letzten H\u00f6chststand im August 2010 mit 123 Punkten. Auch in den \u00fcbrigen Wirtschaftszweigen steht die Konjunkturampel weiter auf \u201egr\u00fcn\u201c. In der Bauwirtschaft l\u00e4uft es rund. Mehr als jeder zweite Betrieb berichtet \u00fcber eine gute Lage, nur elf Prozent \u00fcber eine schlechte. F\u00fcr die nahe Zukunft erwartet der Gro\u00dfteil von 83 Prozent eine gleichbleibende bis g\u00fcnstigere Entwicklung. Nur 17 Prozent sind pessimistisch.<\/p>\n<p>Im Einzelhandel hat die Stimmung gegen\u00fcber dem Januar etwas nachgegeben. Die hohen Energie- und Spritpreise belasten offenbar die Kauflaune der Verbraucher. Dennoch stuft jeder f\u00fcnfte H\u00e4ndler seine Lage als gut ein. Nur 15 Prozent als schlecht. Die gro\u00dfe Mehrzahl setzt auf einen stabilen Verlauf. 17 Prozent bef\u00fcrchten Einbu\u00dfen.<\/p>\n<p>Jeder dritte Gro\u00dfh\u00e4ndler beurteilt seine Lage gut. Schlecht sagen nur ganze drei Prozent. Daf\u00fcr ist die Branche f\u00fcr den weiteren Verlauf deutlich zur\u00fcckhaltender. 17 Prozent erwarten R\u00fcckg\u00e4nge, nur zehn Prozent Zuw\u00e4chse.<\/p>\n<p>Fast ein Drittel der Dienstleister beschreibt die eigene Lage als gut. Nur zehn Prozent sind nicht zufrieden. Die Erwartungen in der Branche werden besser. \u00dcber ein F\u00fcnftel setzt in den kommenden Monaten auf g\u00fcnstigere Gesch\u00e4fte. Der \u00fcberwiegende Teil erwartet eine unver\u00e4ndert gute Gesch\u00e4ftslage.<\/p>\n<p>Der Arbeitsmarkt brummt. Allein die Industriebesch\u00e4ftigung nahm um 3,4 Prozent zu. Das waren 1700 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr. Mehr als ein F\u00fcnftel der Betriebe will neue Mitarbeiter einstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Siegen, 18. 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