{"id":6421,"date":"2017-05-03T08:56:59","date_gmt":"2017-05-03T06:56:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=6421"},"modified":"2017-05-03T08:56:59","modified_gmt":"2017-05-03T06:56:59","slug":"das-demokratische-unternehmen-ein-projekt-von-uni-und-awo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/das-demokratische-unternehmen-ein-projekt-von-uni-und-awo\/","title":{"rendered":"&#8222;Das demokratische Unternehmen&#8220; &#8211; ein Projekt von Uni und AWO"},"content":{"rendered":"<p>Wie w\u00fcrden Entscheidungen aussehen, wenn nicht allein die Manager eines Unternehmens das Sagen h\u00e4tten, sondern alle Arbeitnehmer des Betriebs? W\u00e4ren die Entscheidungen moralisch und ethisch bessere? Wer w\u00fcrde profitieren und wer bei Fehleinsch\u00e4tzungen haften? Eine Gruppe aus WissenschaftlerInnen der Uni Siegen erarbeitet gemeinsam mit der AWO Siegen-Wittgenstein\/Olpe eine neue Unternehmensverfassung. Ihr Ziel: Das demokratische Unternehmen.<\/p>\n<p>\u201eIn bestehenden Unternehmensformen, wie zum Beispiel einer Aktiengesellschaft, gibt es zu viele Haftungsausf\u00e4lle. Gleichzeitig wird der Erfolg eines Unternehmens nicht gerecht verteilt\u201c, sagt Professor Dr. Gustav Bergmann, Vertreter der Pluralen \u00d6konomik an der Uni Siegen. \u201eWenn Manager Fehlentscheidungen treffen, haftet die Allgemeinheit f\u00fcr die Konsequenzen. Machen sie Gewinn, profitieren vor allem sie selbst, w\u00e4hrend Arbeitnehmer den G\u00fcrtel enger schnallen m\u00fcssen\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Bergmann. Dieses System wollen Bergmann und seine Kollegen verbessern. Daf\u00fcr wollen sie eine Unternehmensverfassung entwerfen, die so bisher noch nicht existiert.<\/p>\n<p>Die Arbeitsgruppe verfolgt mit der neuen Verfassung drei Ziele: Sie m\u00f6chte ganz pragmatisch, dass bessere Entscheidungen gef\u00e4llt werden. Sie erwarten gerechtere Entscheidungen. Und sie fordern, dass die Entscheider Verantwortung \u00fcbernehmen. Beim Thema Haftung werfen die ForscherInnen einige Fragen auf: M\u00fcssen alle haften, wenn alle mitentscheiden? Hemmt das die Entscheider und l\u00e4sst es sie weniger risikoreich entscheiden? \u201eMomentan sind Entscheidungen in vielen Bereichen zu risikobehaftet, weil niemand bei Fehlern geradstehen muss\u201c, sagt Bergmann. Das gelte f\u00fcr die Atomindustrie genauso wie f\u00fcr die Bankenbranche und die Agrar\u00f6konomie.<\/p>\n<p>In einem Auftaktworkshop Ende April haben die WissenschaftlerInnen gemeinsam mit Vertretern der AWO erste Ideen f\u00fcr die neue Verfassungsform gesammelt. Input erhielten sie u.a. von ExpertInnen der Soziologie, P\u00e4dagogik und Wirtschaft. F\u00fcr die Zukunft versuchen sie insbesondere Fachleute aus dem Zivil- und Verfassungsrecht zu gewinnen.<\/p>\n<p>Das Projekt entstand auf Anregung von Dr. Andreas Neumann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der AWO Siegen. \u201eDie Wettbewerbsf\u00e4higkeit der deutschen Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, entsprechend positiv haben sich die Unternehmensgewinne entwickelt. Interessant ist es nun ein Modell zu entwickeln, dass Arbeitnehmer am Aufschwung beteiligt\u201c, erkl\u00e4rt Neumann den neuen Ansatz. \u201eDer Unternehmensgewinn soll im Modell der Siegener Unternehmensverfassung dabei anteilig nach einem fairen, noch zu erarbeitenden Schl\u00fcssel unter den Stakeholdern, Kapitalgebern und Arbeitnehmern verteilt werden.&#8220; In weiteren Terminen im Juli und Oktober l\u00e4dt die Arbeitsgruppe unter anderem Arbeitgeberverb\u00e4nde und Gewerkschaftsvertreter ein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie w\u00fcrden Entscheidungen aussehen, wenn nicht allein die Manager eines Unternehmens das Sagen h\u00e4tten, sondern alle Arbeitnehmer des Betriebs? 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