{"id":6386,"date":"2017-04-27T20:22:23","date_gmt":"2017-04-27T18:22:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=6386"},"modified":"2017-04-27T20:22:23","modified_gmt":"2017-04-27T18:22:23","slug":"wirtschaftsraeume-nicht-ueber-einen-kamm-scheren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wirtschaftsraeume-nicht-ueber-einen-kamm-scheren\/","title":{"rendered":"\u201eWirtschaftsr\u00e4ume nicht \u00fcber einen Kamm scheren!\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDie k\u00fcnftige Landesregierung muss mit ihrer Gewerbefl\u00e4chenpolitik viel st\u00e4rker auf regionale Unterschiede eingehen. Werden weiter alle Wirtschaftsr\u00e4ume im Land \u00fcber einen Kamm geschert, hemmt das die wirtschaftliche Entwicklung in ganz Nordrhein-Westfalen!\u201c Felix G. Hensel, Pr\u00e4sident der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), sieht die heimischen Unternehmen bei der Verf\u00fcgbarkeit von Gewerbefl\u00e4chen und damit in ihren perspektivischen M\u00f6glichkeiten erheblich benachteiligt. \u201eGewerbe und Industrie beanspruchen bei uns gerade einmal 1,5 Prozent der Gesamtfl\u00e4che, deutlich weniger als im Landesdurchschnitt, der auf knappe 2,2 Prozent kommt.\u201c Ihren wirtschaftlichen Erfolg verdanke die Region vor allem der Industrie. \u201eIndustriebetriebe k\u00f6nnen ihre Produkte nicht im Wohnzimmer fertigen und anschlie\u00dfend per E-Mail versenden. Sie sind auf geeignete Fl\u00e4chen angewiesen!\u201c, so der Pr\u00e4sident. Die Statistik zeige, dass die Sorge vor einer zu starken Fl\u00e4chennutzung durch die Industrie in unserer Region v\u00f6llig unbegr\u00fcndet sei. Felix G. Hensel: \u201eNur wenige politisch Verantwortliche haben nach meinem Eindruck ein sicheres Gef\u00fchl daf\u00fcr, wie gering die Inanspruchnahme von Fl\u00e4chen f\u00fcr Industrie und Gewerbe in Siegen-Wittgenstein und Olpe tats\u00e4chlich ist. Das muss sich grundlegend \u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p>\u201eS\u00fcdwestfalen ist doppelt so industriestark wie das Ruhrgebiet, nimmt aber f\u00fcr Industrie und Gewerbe nur zwei Drittel der Fl\u00e4chen des Landesdurchschnitts in Anspruch. Und das unter deutlich erschwerten Bedingungen!\u201c, unterstreicht IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener. Schwierige Topographie und naturschutzrechtliche Einschr\u00e4nkungen machten es zum Teil unm\u00f6glich, dringend ben\u00f6tigte Gewerbefl\u00e4chen bereitzustellen, weil starre landesplanerische Vorgaben nicht erf\u00fcllt werden k\u00f6nnten. Dies ersticke betriebliche Entwicklung. Zahlreiche Betriebe seien jedoch dringend auf eine Erweiterung angewiesen, wenn sie weiter im Wettbewerb bestehen wollten. Dabei sei zu bedenken, dass rund 90 Prozent der neuen Ansiedlungen in den Industrie- und Gewerbegebieten auf heimische Unternehmen zur\u00fcckgingen.<\/p>\n<p>In einem Positionspapier fordert die IHK daher die heimischen Landtagskandidaten auf, sich des Themas intensiver anzunehmen und sich auf Landesebene f\u00fcr eine Fl\u00e4chenpolitik einzusetzen, die regionale Gegebenheiten st\u00e4rker in den Blick nimmt. \u201eUngleiches muss ungleich bewertet werden. Im M\u00fcnsterland und am Niederrhein ist es flach, bei uns h\u00fcgelig. Wie man all diesen Regionen dieselben Ma\u00dfst\u00e4be \u00fcberst\u00fclpen kann, ist nicht wirklich nachvollziehbar. Pauschalen Fl\u00e4chenzielen sind jedenfalls aus unserer Sicht eine klare Absage zu erteilen\u201c, betont Klaus Gr\u00e4bener, der zugleich darauf hinweist, dass der Landesentwicklungsplan in einem Grundsatz vorsehe, f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre das t\u00e4gliche Wachstum der Siedlungs- und Verkehrsfl\u00e4che auf f\u00fcnf Hektar zu reduzieren. Damit werde vor allem Regionen geschadet, die viel Industrie h\u00e4tten, wenig Fl\u00e4chen in Anspruch n\u00e4hmen sowie unter einer ung\u00fcnstigen Topographie und massiven naturschutzrechtlichen Beschr\u00e4nkungen litten. Genau das jedoch gelte f\u00fcr so gut wie alle Kommunen in den beiden Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe. Abgesehen davon werde h\u00e4ufig \u00fcbersehen, dass zur Siedlungs- und Verkehrsfl\u00e4che auch Erholungs- und Friedhofsfl\u00e4chen geh\u00f6rten.<\/p>\n<p>Die IHK spricht sich daf\u00fcr aus, hinreichend gro\u00dfe Fl\u00e4chen f\u00fcr Industrie- und Gewerbe planerisch bereitzustellen. Untersuchungen hatten gezeigt, dass nur etwas mehr als die H\u00e4lfte der im Regionalplan ausgewiesenen Gewerbe- und Industrieansiedlungsbereiche am Ende tats\u00e4chlich nutzbar seien. Die restliche Fl\u00e4che bilden nicht bebaubare Gr\u00fcnstreifen und B\u00f6schungen. Hinzu kommen \u00f6kologische Ausgleichsfl\u00e4chen. Auch hier sieht die IHK Verbesserungsm\u00f6glichkeiten. Da Gewerbefl\u00e4chen nicht mehr ausreichend vorhanden sind, sollten Ausgleichsma\u00dfnahmen f\u00fcr Eingriffe genutzt werden, um brachliegende Naturschutzfl\u00e4chen qualitativ aufzuwerten, statt hierf\u00fcr neue Fl\u00e4chen zu beanspruchen. Die \u00f6kologische Wirkung k\u00f6nnte erheblich gesteigert werden, wenn der Ausgleich nicht zwingend in unmittelbarer N\u00e4he stattfinden m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Zugleich wirbt die IHK daf\u00fcr, Verfahren zu entwickeln, damit Fl\u00e4chen zeitnah dort ausgewiesen werden, wo sie in absehbarer Zeit auch tats\u00e4chlich gebraucht w\u00fcrden. Zugleich warnt sie vor zu hohen Erwartungen in die Nutzung von Brachfl\u00e4chen, die im heimischen Wirtschaftsraum meist die Ansiedlungsvoraussetzungen wie Lage, Infrastruktur, Verf\u00fcgbarkeit und Kosten nicht erf\u00fcllten. IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel: \u201eDie mittelfristigen Fl\u00e4chenbedarfe im heimischen Wirtschaftsraum durch Brachfl\u00e4chen zu decken, ist ideologisches Wunschdenken. Wenn die Landtagskandidaten sich hingegen von den realen Bedingungen und Erfordernissen leiten lassen, werden sie zum wirtschaftlichen Erfolg in ihren Wahlkreisen und des Industriestandortes NRW beitragen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie k\u00fcnftige Landesregierung muss mit ihrer Gewerbefl\u00e4chenpolitik viel st\u00e4rker auf regionale Unterschiede eingehen. 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