{"id":6331,"date":"2017-04-20T13:58:20","date_gmt":"2017-04-20T11:58:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=6331"},"modified":"2017-04-20T15:33:24","modified_gmt":"2017-04-20T13:33:24","slug":"konjunkturklima-so-gut-wie-lange-nicht-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/konjunkturklima-so-gut-wie-lange-nicht-mehr\/","title":{"rendered":"Konjunkturklima so gut wie lange nicht mehr"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDie Stimmung in der Wirtschaft hellte sich in den letzten Wochen merklich auf. Der Konjunkturklimaindex stieg um weitere acht Z\u00e4hler auf 128 Punkte an. Dieses Niveau erreichte er zuletzt im M\u00e4rz 2007. Besonders die Lageeinsch\u00e4tzungen entwickeln sich weiter positiv. Fast jedes zweite antwortende Unternehmen gibt zurzeit eine gute Lage an, nur 8 Prozent eine schlechte.\u201c Mit diesen Worten fasst IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel die Ergebnisse der j\u00fcngsten Konjunkturumfrage der Kammer zusammen, an der sich knapp 360 Unternehmen beteiligten. Der Blick nach vorne bleibe verhalten optimistisch. Immerhin gehe ein Viertel aller Betriebe von einer g\u00fcnstigeren Entwicklung aus, nur 9 Prozent seien skeptisch. Getragen wird die deutlich verbesserte Stimmung insbesondere durch die Industrie und das Baugewerbe. Auch der Gro\u00dfhandel f\u00fchlt sich etwas besser als zu Jahresbeginn. Im Einzelhandel und im Dienstleistungsgewerbe ist dem gegen\u00fcber eher eine Seitw\u00e4rtsbewegung zu beobachten. Das aber nach wie vor auf hohem Niveau, erg\u00e4nzt IHK-Vizepr\u00e4sident Jost Schneider, der zugleich hervorhebt, dass fast jeder dritte Einzelh\u00e4ndler gute Gesch\u00e4fte meldet, jedoch nur 16 Prozent ung\u00fcnstige: \u201eDie Rahmenbedingungen f\u00fcr den Konsum sind weiterhin gut: Geringe Arbeitslosigkeit, hohe Besch\u00e4ftigung und gestiegene Einkommen. Allerdings dr\u00fccken die internationalen Unsicherheiten auch etwas auf die Verbraucherstimmung\u201c, bringt Schneider die Stimmungslage im regionalen Handel auf den Punkt.<\/p>\n<p>In der Industrie beschreiben 55 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut und nur 7 Prozent als schlecht. Die Erwartungen in der Industrie verbesserten sich indessen nicht durchgreifend. Die unternehmerischen Aussagen zu den Inlandsinvestitionen bleiben jedoch ein dicker Wermutstropfen. Zwar m\u00f6chte ein Drittel k\u00fcnftig mehr daf\u00fcr ausgeben, aber knapp ein F\u00fcnftel plant weniger ein. \u201eDie Lage ist \u00fcber alles gesehen wirklich gut. Die Investitionszur\u00fcckhaltung verdeutlicht jedoch das Problem. Zahlreiche Unternehmen trauen dem Braten nicht wirklich. Dazu sind die geopolitischen Unsicherheiten zu ausgepr\u00e4gt. Das Zutrauen in einen fairen Welthandel wird nahezu t\u00e4glich durch protektionistisch motivierte Aussagen untergraben\u201c, schr\u00e4nkt IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener ein und empfiehlt bei aller Freude \u00fcber die aktuelle Lage einen Tritt auf die Euphorie-Bremse.<\/p>\n<p>Aktuell melden indessen knapp neun von zehn Industriebetrieben Produktionsauslastungen von \u00fcber 70 Prozent. 56 Prozent k\u00f6nnen Spitzenauslastungen (\u00fcber 85 Prozent) vorweisen. \u201eDas sind schon stramme Werte. Die Auftragseing\u00e4nge werden deutlich positiver beurteilt als noch zu Jahresanfang. Vom Export erhoffen sich die Firmen trotz bestehender Risiken weitere positive Impulse\u201c, verdeutlicht Felix G. Hensel. Gerade der industrielle Auslandsumsatz hat im ersten Quartal des laufenden Jahres einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. Bis zum Februar 2017 lag das regionale Auslandsplus bei 15,4 Prozent. Damit verbesserte sich der gesamte Umsatz um 6,7 Prozent. Der Inlandsumsatz verzeichnet einen Zuwachs von 5,7 Prozent.<\/p>\n<p>Im Kreis Siegen-Wittgenstein ist der Umsatz mit einem Plus von 14,2 Prozent sp\u00fcrbar angestiegen. Das darf aber nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass es nicht in allen Bereichen rund l\u00e4uft. Im Kreis Olpe ging der Industrieumsatz um 3,2 Prozent zur\u00fcck, allerdings von einem h\u00f6heren Niveau als im Nachbarkreis.<\/p>\n<p>In beiden regionalen Kreisen beurteilt die Industrie ihre Lage jedoch besser als zuvor. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eIm Kreis Olpe spielen die Autozulieferer eine dominierende Rolle. In dieser Sparte brummt es nach wie vor. Die Einsch\u00e4tzungen dort sind nach wie vor positiver als die aus Siegen-Wittgenstein. Die Schere zwischen beiden Kreisen k\u00f6nnte sich daher noch weiter \u00f6ffnen. Die Unternehmen im S\u00fcdsauerland erwarten kurz- und mittelfristig einen noch besseren Verlauf, die Betriebe in Siegen-Wittgenstein zeigen sich dem gegen\u00fcber nur verhalten zuversichtlich.\u201c<\/p>\n<p>Im f\u00fcr die heimische Wirtschaftsstruktur wichtigen Maschinenbau f\u00e4llt die Umsatzentwicklung am Jahresanfang sehr unterschiedlich aus. Der Export stieg um 25,1 Prozent, der Inlandsumsatz sank um 33,6 Prozent. Insgesamt verbuchte der Maschinenbau in den ersten beiden Monaten ein Umsatzminus von 7,7 Prozent. In der Metallerzeugung und -bearbeitung wurde im laufenden Jahr ein Plus von 13,8 Prozent erzielt, bei den Herstellern von Metallerzeugnissen \u2013 vorwiegend Autozulieferer \u2013 ein Plus von 8,8 Prozent. Noch aber sind die Umsatzdaten nicht belastbar genug, um eine gesicherte Prognose f\u00fcr das Jahr 2017 abgeben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Stimmung in der Wirtschaft hellte sich in den letzten Wochen merklich auf. Der Konjunkturklimaindex stieg um weitere acht Z\u00e4hler auf 128 Punkte an. 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